Suchen

Lindy beleuchtet USB-Standard

Die 7 wichtigsten Fragen und Antworten zu USB 3.1 Typ C

Seite: 3/3

Firma zum Thema

Woher kommen die vielen Negativschlagzeilen zu USB Typ C?

Das Hauptproblem ist, dass man die große USB-Revolution mit einem Schritt erzwingen wollte. Die vollständige Umsetzung erfordert jedoch neue Motherboards, neue Steckkarten, neue Kabel, neue Hubs und zu guter Letzt auch neue Endgeräte. Verständlich, dass sowohl Hersteller als auch Kunden verhalten reagieren. Denn wer beginnt die Revolution?

Ein neues teureres Motherboard, das PD unterstützt, Alternate Mode erlaubt und volle 10 GBit/s überträgt und dafür deutlich mehr kostet, wird sich nur dann verkaufen, wenn es bereits Hubs, Dockingstations, Monitore, Aktivboxen und Drucker gibt, die sich über diese neuen USB-Ports anschließen lassen. Umgekehrt gibt es keine Monitore, die über USB angeschlossen und mit Strom versorgt werden, wenn diese nirgendwo angeschlossen werden können.

Was sich indes jedoch verbreitet, ist der neue Stecker Typ C. Dafür sorgen vor allem Apple und Google und mittlerweile auch viele Smartphone-Hersteller. Allerdings sind dabei nur in den seltensten Fällen PD, Alternate Mode oder 10 GBit/s SuperSpeed umgesetzt worden.

Bislang ist USB Typ C meist nur „alter Wein in neuen Schläuchen“, und bis auf den neuen Typ-C-Stecker ist man bei USB 3.0 geblieben. Kabelseitig haben daher viele No-Name-Hersteller einfach herkömmliche USB-Kabel mit Typ-C-Steckern ausgestattet, um schnell günstiges USB-Typ-C-Equipment im Sortiment zu haben.

Leider muss man zugestehen, dass dies aktuell für viele neue Geräte mit Typ-C-Buchse auch ausreichend ist. Die eigentlichen Vorteile von USB 3.1 lassen sich mit solch einem Kabel jedoch nicht nutzen. Werden diese USB-3.0-Kabel mit Typ-C-Stecker verwendet, um bestimmte Funktionen von USB 3.1 zu nutzen, die nicht schon bei USB 3.0 verfügbar waren, dann fangen die Probleme an.

Die meisten Negativschlagzeilen kommen von Typ-C-Kabeln, die PD nicht unterstützen, aber an PD-Komponenten angeschlossen wurden. Hier gibt es bereits zahlreiche dokumentierte Fälle, bei der Hardware irreparabel beschädigt worden sein soll.

Was sollten Verbraucher beachten?

„USB 3.1 Gen 2 Typ C“, wie man korrekterweise sagen muss, wird sich ziemlich sicher durchsetzen. Zu verlockend sind die Vorteile und zu groß ist die Marktmacht von Apple und Google, die beide diesen Standard forcieren. Wie lang es allerdings dauern wird, bis wirklich alle neuen Features zur Normalität geworden sind, ist kaum abzuschätzen.

Aktuell ist die Situation die, dass viele Spezifikationen missachtet werden, weil sie nicht benötigt werden und im hart umkämpften Markt Zusatzkosten verursachen würden. Dies wird auf Anwenderseite noch öfter für Frust sorgen und USB 3.1 zunächst mit einer Bringschuld starten lassen. Denn dass die neuen Features nicht funktionieren, kann am Host, am Kabel oder am Endgerät liegen. Bei allen drei Komponenten muss der Verbraucher sehr genau hinschauen, was er eigentlich kauft.

Aber selbst wenn man auf die korrekten Bezeichnungen achtet, kann man von aktuellem USB-3.1-Equipment leicht enttäuscht werden. Ein Großteil der verfügbaren Hardware und Chipsets sind derzeit bestenfalls in der Betaphase und für Hersteller ist noch nicht absehbar, welche Chipsets in ein paar Jahren den real existierenden De-facto-Standard bilden werden.

Hersteller wie Lindy entwerfen ihre Produkte nicht nur am Reißbrett gemäß eines Standards und dessen Spezifikation, sondern vor allem im Zusammenhang mit real am Markt verfügbaren Komponenten. Aber genau hier ist es derzeit bei USB 3.1 schwierig zu beurteilen, anhand welcher Komponenten die Kompatibilität und Funktionstüchtigkeit zuverlässig überprüft werden soll.

Dennoch ist für Connectivity-Spezialisten wie Lindy die Situation noch vergleichsweise komfortabel. Denn Kabel und Adapter müssen vor allem physikalischen Anforderungen genügen, die unabhängig von zukünftigen Chipsets gelten. Im Ergebnis lassen sich also durchaus bereits schon heute voll kompatible USB-Typ-C-Kabel produzieren, für die es allerdings kaum Verwendung gibt.

Folglich gibt es daher derzeit viele Onlineanbieter mit Pseudo-Typ-C-Kabeln. Für Hardware, deren einziges Feature die neuen Typ-C-Stecker sind, mögen diese Kabel funktionieren, aber spätestens wenn PD und SuperSpeed sich etablieren, sind diese Kabel bestenfalls unzuverlässig und schlimmstenfalls riskant.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:44185039)