IT-Awards 2022 Die beliebtesten Anbieter hyperkonvergenter Systeme 2022

Von Martin Hensel

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Traditionelle Rechenzentrumsarchitekturen sind vielschichtig und eher starr aufgebaut. Damit sind sie aktuellen Herausforderungen und dem damit verbundenen Bedarf an Flexibilität nicht immer gewachsen. Abhilfe können hyperkonvergente Umgebungen („Hyper-Converged Infrastructure“, HCI) schaffen. Sie erfreuen sich dementsprechend wachsender Beliebtheit.

In hyperkonvergenten Systemen werden die Kernkomponenten Server, Storage und Netzwerk eng miteinander verzahnt und zentral verwaltet, was unter anderem die Entstehung von Datensilos verhindert.
In hyperkonvergenten Systemen werden die Kernkomponenten Server, Storage und Netzwerk eng miteinander verzahnt und zentral verwaltet, was unter anderem die Entstehung von Datensilos verhindert.
(Bild: Siarhei - stock.adobe.com)

Im Gegensatz zu klassischen Architekturen entkoppeln hyperkonvergente Infrastrukturen die zentralen Elemente einer IT-Umgebung von der entsprechenden Hardware. Dieser Software-zentrierte Ansatz setzt stark auf Virtualisierung und vereint alle verfügbaren Ressourcen unter einer Abstraktionsschicht. Art und Leistungsfähigkeit der vorhandenen Hardware werden dadurch zweitrangig: Eine HCI verteilt Arbeitslasten gleichmäßig auf alle verfügbaren Ressourcen. Dementsprechend ist für Flexibilität gesorgt, da neue Systeme zusätzlich eingebunden werden und vorhandene Lösungen weiter in Betrieb bleiben können.

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Es verwundert daher wenig, dass sich dieses Konzept stetig zunehmender Beliebtheit erfreut. Im Vergleich mit konventionellen Rechenzentrumsinfrastrukturen punkten HCI-Umgebungen mit geringerem Investitionsbedarf, schneller Inbetriebnahme und hoher Skalierbarkeit. Zahlen der Marktforscher von Mordor Research zufolge soll der Markt für HCI-Lösungen bis 2026 stetig wachsen. Die erwartete jährliche Zuwachsrate („Compound Annual Growth Rate“, CAGR) geben die Experten mit 13 Prozent an. Ein wichtiger Treiber ist dabei der wachsende Bedarf an effizienten und sicheren IT-Umgebungen, die gleichzeitig schnelle Reaktionen auf sich verändernde Geschäftsanforderungen ermöglichen. Zudem nimmt der Einsatz hybrider Arbeitsmodelle und von Edge-Szenarien zu, die beide Vorteile aus der zentralisierten Verwaltung und Hochverfügbarkeit in HCI-Umgebungen ziehen können.

Alles unter einem Dach

HCI-Lösungen führen die vorhandenen Systeme und Komponenten in einem Scale-Out-System zusammen. Diese Software-definierte Architektur vereinfacht IT-Prozesse und schafft eine Cloud-ähnliche Umgebung, die sich zur Bewältigung unterschiedlicher Workloads im eigenen Rechenzentrum nutzen lässt. Kernkomponenten wie Server, Storage und Netzwerke werden dabei eng miteinander verzahnt und zentral verwaltet. Im Unterschied zu monolithischen Konzepten wie SAN (Storage Area Network) oder NAS (Network Attached Stroage) entstehen dabei keine Datensilos.

Der Markt für hyperkonvergente Systeme ist breit gefächert: Er reicht von preisgünstigen COTS-Komponenten („Commercial Off-The-Shelf“) im Zusammenspiel mit Open-Source-Software bis hin zu umfangreichen Komplettlösungen spezialisierter Hersteller. Letztere werden meist als Rack-Appliances mit zentraler Verwaltung ausgeliefert und sind in kurzer Zeit einsatzfertig. Für den nötigen Speicherplatz sorgen oftmals direkt angebundene Storage-Systeme (Direct Attached Storage, DAS), wodurch externe Speicherarrays überflüssig werden. Mittelpunkt jedes HCI-Systems ist der zentrale Hypervisor: Er sorgt für die Virtualisierung aller Ressourcen und greift dabei auch auf Software-definiertes Storage und Networking zurück.

Flexibel und unabhängig

Hyperkonvergente Umgebungen bieten einige Vorteile im Geschäftsalltag, die sie von traditionellen Architekturen abheben. Dazu zählen vor allem die grundlegende Vereinfachung der IT-Prozesse sowie das effiziente zentrale Management aller vorhandenen Ressourcen. Herstellerabhängigkeiten („Vendor-Lock-in“) werden vermieden. Neu benötigte Funktionen lassen sich per Software nachrüsten und schnell ausrollen. Dies gilt auch für die Erweiterung von Compute-, Storage- und Netzwerkressourcen: Bei steigendem Bedarf werden einfach zusätzliche Knoten nahtlos in die vorhandene HCI-Umgebung eingebunden. Dies kann beispielsweise bei der Einbindung neuer Zweigstellen oder Edge-Standorte ein Vorteil sein, da sie sich mittels eines eigenen Knoten unkompliziert in das existierende HCI-Ökosystem integrieren lassen. Eine derartige Muti-Node-Architektur bietet zudem Vorteile in Sachen Ausfallsicherheit. So sind etwa integrierte Selbstheilungsfunktionen in der Lage, Fehler und Probleme automatisiert zu erkennen und zu beheben. Backup, Restore und Disaster Recovery sind fester Bestandteil von HCI-Systemen.

Zusätzliche Vorteile finden sich bei der Prozessautomatisierung sowie der performanten Bearbeitung unterschiedlicher Workloads. HCI-Umgebungen sorgen hierbei für die intelligente Verteilung der Arbeitslasten: IOPS-intensive Vorgänge werden auf leistungsfähige SSDs verteilt und Lastspitzen reduziert. Die von Anwendungen benötigten Prozessor-, RAM- und Speicherkapazitäten werden automatisch aus den vorhandenen Ressourcen zugewiesen. Letztlich sinkt durch die umfangreichen Automatisierungsmöglichkeiten und die zentrale Verwaltung aller Vorgänge auch der Administrationsaufwand. Setzen Unternehmen auf einen bestimmten HCI-Anbieter, erhalten Sie zudem Systeme und gezielten Support aus einer Hand.

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