Festplatte versus Band bei der Langzeitspeicherung

Die Harddisk wird als Backup-Medium zwischen SSD und Tape zerrieben

| Autor / Redakteur: Marcus Stier / Rainer Graefen

Der Autor: Marcus Stier ist Sales Engineer bei der Crossroads Europe GmbH
Der Autor: Marcus Stier ist Sales Engineer bei der Crossroads Europe GmbH (Bild: Crossroads Europe)

In der aktuellen Diskussion zwischen hoch performanten Festplatten und noch schnelleren SSD-Speichern kommt das Band als Speicheroption nicht mehr vor. Dabei war es jahrzehntelang für die sichere Aufbewahrung großer Datenmengen die beste Lösung.

Die Vergangenheit war gestern Betrachtet man die hohen Preise für schnelle Speicher und zugleich die immensen Datenmengen, die in den meisten Unternehmen anfallen, ist Band nach wie vor eine hoch interessante Alternative: eine aktuelle Lösung, die durch konsequente Weiterentwicklung inzwischen zusätzliche Eigenschaften mitbringt.

Kann man Tapes noch kaufen? Den Spruch „Tape is Dead“ kennen wahrscheinlich alle Administratoren und IT-Verantwortlichen. Viele Storage-Hersteller – große Unternehmen – haben diesen Satz gebetsmühlenartig wiederholt.

Doch die Statistik zeigt eine ganz andere Entwicklung: Nach Angaben der Santa Clara Consulting Group wurden 2012 weltweit über 665 Millionen US-Dollar mit Tape umgesetzt.

Gut 91 Prozent davon entfielen allein auf die LTO-Technik. Im letzten Jahr feierte das Tape sein 60-jähriges Jubiläum. Kein anderer Datenträger kann auf eine vergleichbar lange Erfolgsgeschichte zurückblicken. Und die Tape-Hersteller sind weiterhin innovativ.

Nach wie vor großes Entwicklungspotenzial

Die Einführung der LTFS-Technologie (für Linear Tape File System) bedeutete eine regelrechte Renaissance für das Tape. Es handelt sich um ein vollwertiges Dateisystem. Damit wird das Band lesbar wie ein USB-Stick; das Ganze gepaart mit der großen Kapazität der Band-Technologie. Vormals war das nicht so – die Nutzung von Band erforderte proprietäre Software, die Datenformate umgewandelt hat und damit immer auch zum Lesen der Daten benötigt wurde.

Im Gegensatz zur Festplatte ist bekannt, dass das Band immer schneller und seine Kapazität immer größer wird – das alles bei physisch gleichbleibenden Größen. Für das Rechenzentrum der Zukunft hat dies eine besondere Bedeutung. Der SSD-Speicher wird immer günstiger und fasst immer höhere Kapazitäten. Das bedeutet, er wird in absehbarer Zeit die Festplatte von ihrem angestammten Platz im Rechenzentrum vertreiben.

Die Platte wird ihre Hauptverwendung noch für gewisse Zeit als Backupmedium fristen und schließlich das Zeitliche segnen. Das Band jedoch hat sich seinen Platz im Rechenzentrum längst gesichert. Es steht zum einen für die gesetzliche Archivierung und zum anderen für extrem kostengünstige Langzeitspeicherung. Dass kein Datenspeicher günstiger ist als Band, ist sicher!

Speicherkomfort: Übersicht durch NAS-Shares

Nicht nur durch die LTFS-Entwicklung ist das Tape wieder salonfähig geworden. Der Einsatz des Tapes als sogenanntes TNAS (Tape as a NAS) bringt immense Vorteile, besonders im Bereich der Langzeitspeicherung. Die Idee des TNAS ist nicht neu, sie wurde immer wieder aufgebracht. Doch erst in Verbindung mit der LTFS-Technologie ist das TNAS-Konzept sinnvoll umsetzbar.

Früher war der Einsatz von Tape sehr komplex und aufwendig. Heute kann Tape über einen Fileshare beschreiben oder gelesen werden – so einfach wie jeder normale Share auf einem Disk-NAS oder auf einem Fileserver. Durch die Kombination mit LTFS werden die Dateien exakt in dem Format auf Band geschrieben, in dem sie erzeugt wurden.

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