Generationswechsel beim Internet-Protokoll

Die Migration auf IPv6 geht alle Unternehmen an

27.03.2008 | Autor / Redakteur: Ulrike Ostler / Nico Litzel

Mit IPv6 stehen derart viele IP-Adressen zur Verfügung, dass jedem einzelnen Quadratmillimeter der Erdoberfläche 667 Billiarden IP-Adressen zugeteilt werden können. Mit IPv4 sind dagegen nur rund 8,4 Adressen pro Quadratkilometer möglich.
Mit IPv6 stehen derart viele IP-Adressen zur Verfügung, dass jedem einzelnen Quadratmillimeter der Erdoberfläche 667 Billiarden IP-Adressen zugeteilt werden können. Mit IPv4 sind dagegen nur rund 8,4 Adressen pro Quadratkilometer möglich.

Wer IPv6 nutzt, stellt keine IP-Adressen am Endgerät mehr ein und bootet auch nicht neu. Router und andere Endgeräte funktionieren einfach. Das klingt fantastisch. Spätestens ab 2012, so rechnen Branchenkenner, wird IPv6 zum Muss – auch wenn das für Administratoren nicht einfach wird.

Die Zeit für die Vorgängerversion IPv4 läuft ab. Schon in zwei oder drei Jahren soll der IPv4-Adressraum ausgeschöpft sein, prognostizierte jüngst der Chef der amerikanischen Vergabestelle Arin (American Registry for Internet Numbers) John Curran. Das zwingt Unternehmen möglicherweise, schneller auf IPv6 umzusteigen, als sie ursprünglich wollten. Denn die IPv4-Spezifikation sieht lediglich 232 Adressen vor, das sind rund 4,3 Milliarden, nicht einmal genügend, um jedem Menschen auch nur eine Adresse zuzuteilen.

Zudem sind fast 640 Millionen Adressen reserviert. Der Rest zum Teil sehr ungleich verteilt. So halten die USA rund 90 Prozent aller IP-Adressen. Nach Arin-Angaben sind die IPv4-Adressen weltweit schon zu 81 Prozent verbraucht. Der Rest schwindet immer schneller. In Asien und Südamerika soll die Verknappung bereits zu spüren sein.

IPv6 bietet einen Ausweg. Es definiert einen weitaus größeren Adressraum von 2.128 Adressen. Anders ausgedrückt handelt es sich um 340.282.366.920.938.463.463.374.607.431.768.211.456 Adressen beziehungsweise 340,28 Sextillionen. Das reicht laut Curran, um jedem Sandkorn eine IP-Adresse zu geben bzw. um jedem Quadratmillimeter der Erdoberfläche 667 Billiarden IP-Adressen zuzuteilen.

Während eine IPv4-Adresse in vier Blöcken mit jeweils drei dezimalen Stellen dargestellt wird (jeder Block repräsentiert acht Bit, was einen dezimalen Wertebereich von 0 bis 255 ergibt), sind die IPv6-Adressen in hexadezimaler Notation geschrieben und in acht Blöcke zu je 16 Bit bzw. vier Hex-Stellen unterteilt. Damit sieht eine IPv4_Adresse wie folgt aus:

  • 127.0.0.1. oder 192.168.150.101

Eine IPv6-Adresse hat dagegen zum Beispiel folgendes Format:

  • 2001:fecd:ba01:cd1f:dcb1:1010:9234:4088

Manche Adressen lassen sich kompakter fassen, indem Nullen ausgelassen werden. „1“ stände somit für 15 Nullen und eine 1.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2010386 / Allgemein)