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Storage-Insider-Community debattiert über FCoE Die Netzwerkindustrie will den Storage-Traffic

Redakteur: Rainer Graefen

Die Rechenzentrumswelt leidet scheinbar an zu vielen Protokollen. Deren Konvergenz soll zu mehr Wirtschaftlichkeit führen. Dann mischte sich Gartner ein.

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Das Forum für die Storage-Community.
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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Kernaussage der Analysten von Gartner zu FCoE, die das Unternehmen in einem 11-seitigen Research-Papier vom 11. März 2010 zusammen gestellt hat, lautet, dass man den Mythos ausräumen wolle, dass ein zentrales konvergiertes FCoE-Netzwerk wünschenswert oder gar praktikabel sei.

Konvergenz ist nicht gleich billiger

Die unfertige Standardisierung auf Layer-2 wie auch die unreife produkttechnische Situation, wird sich laut Gartner im Laufe der nächsten drei bis fünf Jahre zwar wahrscheinlich in Wohlgefallen auslösen.

Bei der Analystentruppe wehrt man sich jedoch gegen die weit verbreitete Simplifizierung, dass eine einzige Netzwerk-Infrastruktur billiger und einfacher zu verwalten sei als zwei.

Das stimme weder bei den Kosten, die bei DCB verglichen mit SAN und LAN ähnlich sind, noch bei der Komplexität, da das Netzwerk-Layout bei DCB sehr unübersichtlich wird, will man Hot spots (Engpässe beim Datentransfer) und Single Points of failure vermeiden.

Non-Blocking gegen Überbuchung

Die Befürworter einer konvergenten Welt argumentieren damit, dass man den Backbone nicht mit einer Non-Blocking-Architektur auslegen müsse, sondern mit Over-Subcription eine kostengünstige Alternative besäße.

Dabei wird der Backbone nicht auf die jederzeit mögliche maximale Datenlast ausgelegt, sondern ein statistisches Mittel beim Traffic angenommen.

Dieser wohlwollenden Traffic-Einschätzung steht der Ausbau der Server mit Virtuellen Maschinen (VMs) entgegen, heißt die Einschätzung von Experten. Laut IDC sind inzwischen mehr VMs installiert, als es weltweit physikalische Server gibt.

Die Bewegungsprofile virtueller Maschinen sind Chaos pur

Diese Entwicklung wird sich mit den nächsten Server-Generationen dramatisch verschärfen. Daraus folgert man bei Gartner, dass im Backbone ein Non-Blocking Converged Core zwingend erforderlich ist. Die nachfolgenden vier Punkte fassen die kritischen Aspekte zusammen:

  • Annähernd zwei Drittel des gesamten Server-Datenverkehrs besteht aus SAN-Traffic, der in einem Converged Network über den Backbone laufen würde. Die Daten an verschiedenen Lokationen zu spiegeln, reduziert die Effektivität des Rechenzentrums und vergrößert die Komplexität. Nicht zu vergessen, dass zwar VMs migriert werden, aber nicht Speicher.
  • Ein Teil des Datenaustausches im LAN beruht auf Interaktionen der Anwender, die über den Backbone laufen.
  • Lastverteilung wie Fehlertoleranz der Virtuellen Maschinen erzeugen eine schwer vorhersagbare Datenlast im Netzwerk, die in einem überbuchten Backbone zu Engpassen führen würde. Damit wäre die in SLAs garantierte Anwendungs-Performance nicht umsetzbar.
  • Viele Unternehmen, die die Datensicherung per Server-Backup praktizieren, verursachen durch das Streaming der Daten über das LAN, einen massiven Engpass auf dem Backbone. Dies wird in einem überbuchten konvergierten Backbone zu Unterbrechungen für aktive Anwendungen führen.

weiter mit: Die Debatte ist eröffnet

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