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On-Prem- und Cloud-Lösungen richtig kombinieren Die passende Storage-Strategie

Von Marc Fröse* 5 min Lesedauer

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Im Gastbeitrag erläutert Marc Fröse von NorthC Deutschland, wie Colocation-Anbieter helfen, individuelle Storage-Anforderungen zu verwirklichen.

Marc Fröse, Director of Sales and Marketing bei NorthC Deutschland, erläutert, wie Unternehmen ihre Storage-Landschaft sinnvoll austarieren.(Bild:  NorthC)
Marc Fröse, Director of Sales and Marketing bei NorthC Deutschland, erläutert, wie Unternehmen ihre Storage-Landschaft sinnvoll austarieren.
(Bild: NorthC)

Daten gelten als das Öl des 21. Jahrhunderts: Ob Kunden-, Produktions-, Finanz- oder Logistikdaten – ohne diesen kostbaren Rohstoff läuft im Zeitalter der Digitalisierung nichts mehr. In Anbetracht ihrer permanent wachsenden Datenschätze kommen Unternehmen nicht an einer individuellen Storage-Strategie für verschiedene Anwendungsszenarien vorbei. Wer den passenden Ansatz finden will, um seine Daten sicher sowie kosteneffizient zu schützen und zu speichern, sollte einige wichtige Faktoren kennen und beachten.

Ab einer bestimmten Größe stellt sich für Unternehmen in puncto Storage heute weniger die Frage, ob sie ihre Daten in einer On-Premises-Umgebung oder mittels einer Cloud-Lösung sichern, sondern vielmehr: Wie lässt sich beides in einer hybriden Storage-Strategie clever kombinieren? Bei der Beantwortung sind Unternehmensverantwortliche gut beraten, die Faktoren Sicherheitsstufe, Verwendungszweck der Daten, gesetzliche Regularien und nicht zuletzt die Kosten zu berücksichtigen.

Latenzen begrenzen, ...

Für Daten mit hohem Sicherheitsfaktor, also unter anderem alles aus dem Bereich Intellectual Property wie Patente oder Bau- und Konstruktionspläne, ergibt die On-Premises-Speicherung am meisten Sinn. Um die hohen Sicherheits- und in der Regel geringen Verfügbarkeitsanforderungen zu erfüllen, eignen sich etwa ein im Unternehmen selbst gelagertes Direct-Attached-Storage-Medium (DAS) oder eine Tape-Library.

Wenn die Daten schnell für verschiedene Nutzergruppen verfügbar sein müssen, sind Netzwerklösungen, Network Based Storage (NBS) und damit eine komplexere IT-Infrastruktur gefragt. Bei einer On-Premises-Speicherung darf das Thema Backup nicht vernachlässigt werden. Bewährt hat sich die 3-2-1-Regel: Von den Daten sollten drei Kopien auf mindestens zwei verschiedene Medientypen existieren, wovon eine Offsite verwahrt wird.

Gerade wenn das eigene IT-Team nur über begrenzte Ressourcen verfügt, ist es empfehlenswert, einen Managed Services Provider (MSP) zu Rate zu ziehen. Solche Anbieter, gerade wenn sie mit regionalen Colocation-Rechenzentrumsanbietern zusammenarbeiten, können auch im Rahmen hybrider Infrastrukturen ein breites Portfolio an Storage-Optionen zu überschaubaren Kosten offerieren, das mit einigen Vorteilen auftrumpft.

So unterscheiden sich hinsichtlich der Sicherheitsanforderungen beispielsweise Daten für Produktionsanlagen, Wartungstechniker und Geschäftspartner oder öffentlich einsehbare Datenblätter für Kunden. Nicht alle Daten müssen in einem eigenen Rechenzentrum am eigenen Standort gehostet werden, viele lassen sich auch in einer Public Cloud oder in einer externen Private Cloud speichern und verarbeiten. Doch für alle sind eine hohe Verfügbarkeit und eine geringe Latenz wünschenswert. Hier punkten lokal agierende Colocation-Anbieter mit zusätzlichen Standorten in der Region, auch abseits der großen Rechenzentrum-Hubs und Metropolen.

Anders als Hyperscaler und viele international agierende Colocation-Provider, die sich auf Standorte an den großen Netzwerknoten konzentrieren, sind die lokalen Anbieter damit in der Lage, einen schnellen Datenaustausch mit externen Nutzern und eine schnellere Verarbeitung kritischer Workloads zu gewährleisten. In Zusammenarbeit mit MSP achten sie darauf, die unterschiedlichen Sicherheitsbeschränkungen der verschiedenen Nutzergruppen – Maschinen, Mitarbeiter, Geschäftspartner oder Kunden – zu berücksichtigen. Außerdem sichern sie während der gesamten Speicherzeit die Lesbarkeit der Daten und stellen zuverlässige Backup- sowie Restore-Lösungen zur Verfügung.

... Compliance-Anforderungen einhalten

Eine weitere große Herausforderung bei der sachgerechten Speicherung von Daten sind für viele Unternehmen – unter anderem im Finanzsektor – gesetzliche Regularien und Compliance-Anforderungen wie etwa die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Je nach Branche müssen bestimmte Informationen, etwa personenbezogene oder Rechnungsdaten, dediziert in Deutschland gehostet werden, und dort muss auch der Backup-Server stehen. Hyperscaler geben in der Regel nur an, dass Daten in Europa liegen. Dabei stellt der US-amerikanische Cloud Act eine hohe Hürde dar, wenn es um die Compliance-gerechte Speicherung von Daten geht. Im Zweifel müssten AWS, Microsoft und Google Daten auf Anfrage an die US-Behörden aushändigen.

Als Ausweg angebotene, spezielle Sovereign-Cloud-Modelle der Hyperscaler zwingen Unternehmen zum Abschluss hochkomplexer Verträge, ohne dass sie letztlich gewährleisten können, dass die Daten vor fremden Zugriff wirklich sicher sind. Bei lokalen Colocation-Anbietern herrscht dagegen eine umfassende Transparenz darüber, wo die Daten genau liegen. Sie können exakt benennen, in welcher Stadt und an welcher Adresse das Rechenzentrum steht, in dem die Daten gehostet werden. Ist der Hoster oder MSP ein deutscher Anbieter oder aus der EU, können Unternehmen also sicher sein, dass ihre Daten DSGVO- oder GDPR-konform gespeichert werden.

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Ein Ansprechpartner für alles ist ideal – auch für das Budget

Entscheidend bei der Auswahl der passenden Storage-Strategie ist ferner, dass es sich kein Unternehmen leisten kann, für das Hosting seiner Daten mehr als nötig zu bezahlen. Unter dem Kostenaspekt betrachtet, ist eine reine On-Premises-Storage-Lösung in den meisten Fällen zu teuer, insbesondere für große und international agierende Unternehmen: Sichere Speicherlösungen erfordern eine komplexe Infrastruktur, etwa mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung, idealerweise zwei Netzwerk-Carriern und Hochverfügbarkeit mittels redundanter Systeme. Für ein einzelnes Unternehmen ist es in der Regel ein Ding der Unmöglichkeit, dies alles bereitzustellen. Allerdings bieten die größten Player am Markt nicht automatisch die lukrativsten Optionen an. So wird bei Hyperscaler-Anbietern neben der reinen Storage-Kapazität auch für jeden Datentransfer bezahlt.

Eine ideale Storage-Strategie beinhaltet, in Abhängigkeit von den unterschiedlichen Datenarten und Anwendungsszenarien, eine individuelle Kombination mehrerer Storage-Formen. Arbeitet der gewählte MSP zum Beispiel mit einem überregionalen, mit lokalen Rechenzentren vertretenen Colocation-Anbieter wie NorthC zusammen, ist das ohne Weiteres machbar. Denn das Colocation-Modell ermöglicht eine enorme Vielfalt hinsichtlich der zu wählenden Speicheroptionen: Storage-on-Demand steht genauso zur Verfügung wie dediziertes Storage oder via Direct-Connect-Zugriff auf alle bedeutenden Public-Cloud-Provider.

Betriebe profitieren dabei nicht nur von zuverlässiger Verfügbarkeit, Sicherheit, Skalierbarkeit und einem sicheren Backup. Manche Colokations-Anbieter wie NorthC sind an Rechenzentrumsstandorten in mehreren Städten präsent, haben überall Zugriff auf eine einheitliche Technik und bieten einheitliche Konditionen in einem einzigen, homogenen Vertrag. Dadurch können sie gemeinsam mit ihrem MSP unkompliziert ein maßgeschneidertes und damit kosteneffizientes Storage-Paket schnüren. Darüber hinaus behalten sie durch die Zusammenarbeit mit nur einem Ansprechpartner jederzeit den Überblick über die eingekauften Storage-Leistungen.

Auf die Frage, wie konkret die passende Storage-Strategie für ein Unternehmen aussieht, gibt es also nicht die Generalantwort. Abhängig von der Branche und der Art der zu speichernden Daten sollten Unternehmensverantwortliche in jedem Fall darauf achten, dass die gewählte Lösung größtmögliche Flexibilität bei der Storage-Form sowie Transparenz im Hinblick auf die Kosten bietet.

* Der Autor: Marc Fröse, Director of Sales and Marketing, NorthC Deutschland.

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