Mit der Digitalisierung steigen auch die Datenmengen erheblich, und deren Speicherung wird immer komplexer. So werden auch Datenmigrationen schnell zeit- sowie kostenintensiv. Wie Sie Migrationen beschleunigen können, zeigen diese sieben Ansätze.
Migrationsprojekte sollten so kurz wie möglich dauern. So können effektiv Kosten gespart werden, und die neuen Systeme sind schneller einsatzbereit.
(Bild: gemeinfrei // Pixabay)
Die Datenmenge steigt in den Rechenzentren der meisten Organisationen seit Jahren exponentiell an. Regelmäßige Erweiterungen und Upgrades der Datenspeicher sind die Folge. Mit der größeren Datenmenge erhöhen sich oft auch die Komplexität der Datenlandschaft und damit die für die Migration der Daten benötigte Zeit. So manche Datenmigration dauert deshalb mitunter Monate oder sogar Jahre.
Es gibt dabei keinen Richtwert dafür, wie schnell die Migration einer bestimmten Datenmenge abgeschlossen sein sollte: Fast jede Migration ist einzigartig, und es gibt viele Wege, um Daten von alten auf neue Speicher zu portieren. Das macht die Dauer zu einer der wichtigsten Variablen jedes Migrationsprojektes. Denn neben den Anschaffungskosten ist der Zeitfaktor auch für die Migration nicht nur der größte Kostenpunkt – sondern auch der größte Risikofaktor. Es ist deshalb eines der wichtigsten Ziele, diese Variable so kurz wie möglich zu halten. Denn langwierige Migrationsprozesse verursachen nicht nur höhere Kosten, sondern verzögern auch die Nutzung der neuen Server.
Kurze Datenmigrationen sind im Interesse aller
Dass Migrationsprojekte so kurz wie möglich sind, liegt im Sinne aller beteiligten Partner: der Anwender, Systemhäuser, Distributoren und Hardware-Hersteller. Den Kunden ist es letzten Endes egal, welcher Partner in der Pflicht für eine schnelle Datenmigration auf den neuen Storage ist. Systemhäuser, Distributoren und Hersteller haben ein gemeinsames Interesse daran, dass ein Migrationsprojekt so schnell wie möglich und ohne größere Probleme abläuft. Denn nur zufriedene Kunden kaufen beim nächsten notwendigen Speicherupgrade auch wieder beim selben Partner und Hersteller ein. Um eine schnelle Migration zu gewährleisten, gibt es zahlreiche Möglichkeiten.
Sieben mögliche Bereiche für eine schnellere Migration
Welche Ursachen verlängern Migrationsprojekte unnötig? Und wie gelingt es in der Praxis, Projekte zu verkürzen? Hier kommen sieben mögliche Stellschrauben, an denen die Verantwortlichen ansetzen können, um Migrationen zu verkürzen:
1. Analyse der Daten
Nur wer exakt weiß, welche Daten wo auf dem Quellsystem liegen, kann diese schnell und kostengünstig verschieben. Hier helfen Analysetools, die etwa bereits im Vorfeld aufzeigen, wo kalte Daten liegen. Auch sehen die Migrationsexperten über eine Analyse die Parameter, welche für die Migration entscheidend sein können.
2. Planung und Konzept des Migrationsprojektes
Eine detaillierte Projektplanung mit realistisch gesteckten Zielen geht einem gut geplanten Migrationsprojekt voraus. Hier müssen die Beteiligten Ziele, Zeit, Ressourcen und Kapazitäten einkalkulieren. Je besser die Analyse und je erfahrener die beteiligten Personen im Bereich eines Migrationsprojektes sind, desto realistischer wird letztlich die Planung.
3. Change-Management: Kommunikation zwischen Anwendern und Migrateuren
Ein Migrationsprojekt erfordert ein hohes Maß an Kommunikation mit allen Beteiligten. Denn ein solches Change-Management-Projekt betrifft letztlich alle Mitarbeiter eines Unternehmens in irgendeiner Form. Je qualitativer die Kommunikation, je besser der Informationsfluss, desto reibungsloser die Umsetzung und Akzeptanz der neuen Infrastruktur im Unternehmen. Alle Beteiligten müssen immer wissen, was von ihnen erwartet oder gebraucht wird, um keinen „Projektstau“ durch aufkommende Rückfragen und Unklarheiten zu verursachen. Experten für Change-Management sollten Teil eines Teams sein. Sie koordinieren auch Termine für das Umschalten auf die neue Storage-Umgebung mit allen involvierten Personen.
4. Das Toolset der Migrationssoftware
Die richtigen Werkzeuge an der Hand zu haben, ist für ein zeitlich optimiertes Migrationsprojekt unerlässlich. Eine gute Analyse und eine detaillierte Planung sind Voraussetzung für die Wahl des richtigen Tools. Diese sollten Jobs parallelisieren oder automatisiert ausführen können. Die Umschaltfenster bleiben dadurch möglichst klein. Gute Tools erkennen außerdem gängige Fehler bereits proaktiv und senden entsprechende Warnsignale.
5. Automatisierung
Um die einzelnen Projektschritte zu verkürzen, bieten sich automatisierte Prozesse an. Gerade bei wiederkehrenden Aufgaben können die Beteiligten viel Zeit und Geld sparen. Dazu verknüpfen die Migrationsexperten die bestehenden Systeme der Anwender über eine gemeinsame Schnittstelle, damit die erforderlichen Projektschritte parallel oder nacheinander ausgeführt werden können. Auch hierfür ist ein spezielles Tool notwendig, das die Aufgaben per Knopfdruck startet und dann durchführt. Dies spart viel Administrationsarbeit und damit kostbare Ressourcen.
Stand: 08.12.2025
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6. Zeitlich flexibles Umschalten außerhalb der Betriebszeiten
Eine Datenmigration findet idealerweise geräuschlos in Hintergrund statt, damit das Unternehmen seinem Kerngeschäft nachgehen kann und die Mitarbeiter ihre Aufgaben erfüllen können. Dies erfordert zeitliche Flexibilität, da die Umschaltungen und Datenumzüge auf Randarbeitszeiten, Nächte oder Wochenenden gelegt werden. Hier bietet sich der Einsatz externer Dienstleister an, die sich nach den Vorgaben der Endkunden richten und die Daten in deren „Offline-Zeit“ umziehen können – also an den Wochenenden und nach Feierabend.
7. Schulung und Beratung durch Migrateure
Gerade bei komplexen Projekten empfiehlt es sich, die Mitarbeiter schon im Vorfeld, während und nach der Migration zu schulen. In diesem Rahmen können erfahrene Migrationsexperten wertvolles Wissen an Anwender weitergeben.
Fazit: Know-how ist oft entscheidend
Um möglichst schnelle Datenumzüge zu erzielen, sollten alle Beteiligten eine Vielzahl von Prozessschritten bedenken und optimieren. Mit der Datenmigration betraute Mitarbeiter haben hierbei entweder einen sehr hohen Erfahrungsschatz und Kenntnisse über aktuell gängige Methoden und Tools, oder sie suchen sich die Hilfe von Spezialisten. Diese haben idealerweise jahrzehntelange Erfahrung in der Migration von Großprojekten, kennen sich mit Speichersystemen sämtlicher Hersteller aus und haben ein erprobtes Toolset zur Hand, um jede noch so einzigartige Migration zu bewältigen. Systemhäuser und Partner sind gut beraten, ihren Kunden hier bestmögliche Hilfestellung an die Hand zu geben. Denn nur zufriedene Kunden kommen auch beim nächsten Hardware-Refresh wieder.
*Der Autor: Michael Krett ist Geschäftsführer bei Dynamigs und seit 1999 im IT-Sektor tätig.
Dieser Beitrag stammt ursprünglich von unserem Partnerportal Industry of Things