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Definition Was ist Cold Storage?

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

Cold Storage bezeichnet im IT-Umfeld eine Speicherart für Informationen, die weniger häufig benötigt werden. Die Zugriffszeiten auf die Daten sind größer als bei üblichen Speichermethoden. Auch Kryptowährungen lassen sich in einem solchen„kalten Speicher“ aufbewahren. In diesem Umfeld bedeutet dies die Offline-Speicherung der kryptographischen Schlüssel.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Eine eindeutige Definition für Cold Storage existiert nicht. Die wörtliche Übersetzung lautet „kalte Aufbewahrung“. Es handelt sich um eine Speicherart, bei der die abgelegten Informationen seltener benötigt werden. Die Daten sind langfristig gespeichert, und der Zugriff erfordert größeren zeitlichen Aufwand. Je nach Anwendungsbereich kommen Speichermedien zum Einsatz, die auf lange Speicherzeiten, hohes Speichervolumen, lange Lebensdauer und niedrige Kosten optimiert sind. Auf die Daten in einem solchen Speicher wird beispielsweise nur nach Monaten oder Jahren zugegriffen.

Typische Daten, die „kalt aufbewahrt“ werden, sind Datensicherungen, alte Geschäftsdaten mit gesetzlichen Aufbewahrungsfristen oder selten benötigte historische Archive. Auch im Umfeld kryptographischer Währungen findet die Speicherart Verwendung. Hier bezeichnet sie eine Speichermethode, bei der das Geld mithilfe eines Offline-Mediums geschützt aufbewahrt wird.

Klassische Speichermedien zur „kalten Aufbewahrung“

Im Gegensatz zu den üblichen Speichermethoden kommen beim Cold Storage Speichermedien mit langsameren Zugriffszeiten zum Einsatz. Ein klassisches Speichermedium ist beispielsweise das Magnetband. Es bietet lange Aufbewahrungszeiten, große Speicherkapazität und ist günstig in der Anschaffung. Soll auf die Daten zugegriffen werden, muss es erst in das Bandlaufwerk eingelegt und an die richtige Stelle gespult werden.

Auch optische Speichermedien wie DVDs oder Blu-rays sind für die Aufbewahrung der Daten nutzbar. Weitere Speichermedien sind kostengünstige Festplatten, die nach der Datenaufnahme abgeschaltet oder per ATA-Befehl in einen energiesparenden Modus versetzt werden.

„Kalte Datenspeicherung“ im Cloud-Umfeld

Im Cloud-Umfeld handelt es sich bei der „kalten Speicherung“ um einen Cloud-Speicher, der langsamere Zugriffszeiten bietet als übliche Cloud-Speicher, aber dafür für große Datenmengen geeignet ist. Auch hier kommen im Hintergrund Speichermedien zum Einsatz, die sich abschalten oder in einen passiven Modus versetzen lassen. Zahlreiche Anbieter von Cloud-Services stellen hierfür speziell optimierte Dienste zur Verfügung. Dazu zählen Produkte wie Amazon Glacier oder Google Coldline.

Cold Storage und Kryptowährungen

Die „kalte Speicherung“ im Kontext von Kryptowährungen wie Bitcoin bezeichnet eine Offline-Aufbewahrung des Geldes. Es kann sich um eine Sicherheitsmaßnahme handeln, um den Online-Diebstahl durch Cyberattacken zu verhindern. In der Regel werden die kryptographischen Schlüssel, die den Zugang zum Geld ermöglichen, offline aufbewahrt.

Mögliche Offline-Aufbewahrungsmethoden für Kryptowährungen sind:

  • Speicherkarten und Speichertoken,
  • USB-Sticks,
  • Papier.

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