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Daten extrahieren, transformieren, laden Was ist Datenmigration (Data Migration)?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

Der Begriff der Datenmigration (englisch: Data Migration) beschreibt den Vorgang der Übertragung, Umstellung oder Verlagerung von Daten in ein anderes Format, auf andere Datenspeicher oder in andere Datensysteme. Gründe für eine Data Migration können beispielsweise die Einführung neuer IT-Systeme, die Erweiterung von Kapazitäten oder der Umzug von Anwendungen und Daten in die Cloud sein.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
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(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Der englische Begriff für Datenmigration lautet „Data Migration“. Es handelt sich um den Vorgang der Übertragung, Umstellung oder Verlagerung von Daten in andere Systeme, auf andere Datenspeicher oder in andere Formate.

Der Ablauf der Migration basiert auf dem ETL-Prozess und beinhaltet das Extrahieren (Extract), Transformieren (Transform) und Laden (Load) der Daten. Zahlreiche Faktoren wie Datenintegrität, Datenqualität, Ausfallzeiten, Migrationskosten und die Auswirkungen auf die Prozesse und Anwendungen sind bei der Migration zu berücksichtigen.

Die möglichen Gründe für eine Migration können sehr vielfältig sein. Beispielsweise erfordern die Einführung neuer Systeme und Anwendungen, die Erweiterung von Systemen und Speicherkapazitäten, die Verlagerung von IT-Services in die Cloud, die Konsolidierung von Services, der Umzug eines Rechenzentrums oder Wartungsmaßnahmen eine Datenmigration.

Die verschiedenen Arten der Data Migration

Grundsätzlich lässt sich die Data Migration in folgende vier Kategorien einteilen:

  • Cloud-Migration,
  • Datenbankmigration,
  • Speichermigration,
  • Anwendungsmigration.

Die Cloud-Migration umfasst die Verlagerung von Daten, Anwendungen und Services von einem klassischen Rechenzentrum oder von On-Premises-Equipment in die Cloud. Auch die Verlagerung von einer Cloud in eine andere Cloud fällt unter den Begriff Cloud-Migration.

Bei der Speichermigration werden Daten von einem Speichersystem (Storage) auf ein anderes Speichersystem übertragen. Unter Umständen ist die Übertragung nicht eins zu eins möglich, und es sind Anpassungen der Daten an das neue Speichersystem notwendig.

Datenbankmigrationen werden notwendig, wenn Datenbankmanagementsysteme verschoben oder Daten aus einer Datenbank in eine andere migriert werden sollen.

Die Anwendungsmigration verschiebt Applikationen und benötigte Daten von einer IT-Umgebung in eine andere. Sie kann alle Migrationsarten wie Cloud-Migration, Datenbankmigration oder Speichermigration beinhalten.

Der Prozess der Migration im Detail

Egal, ob die Datenmigration in einem einzigen kompletten Transfer innerhalb eines vordefinierten Zeitfensters oder in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten über einen längeren Zeitraum stattfindet, in der Regel sind immer die drei sogenannten ETL-Phasen zu durchlaufen. Die Extraktion filtert die vorhandenen Daten und liefert die zu migrierenden Daten. In der nächsten Phase findet die Transformation der Daten auf das Zielsystem oder das Zielformat statt. Sie müssen beispielsweise umformatiert, neu strukturiert oder anders sortiert werden. Der letzte Schritt lädt die transformierten Daten in das Zielsystem und stellt sie dort für die Betriebsprozesse zur Verfügung.

Mögliche Probleme einer Datenmigration

Folgende Probleme können bei einer Migration auftreten:

  • Die Migration dauert zu lange und verursacht einen ungeplanten Ausfall der Produktionssysteme,
  • die Auswahl der zu migrierenden Daten ist fehlerhaft und die Migration dadurch unvollständig,
  • die Transformation der Daten ist nicht korrekt und verursacht Fehler im Zielsystem oder verhindert das Laden in das Zielsystem.

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