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Eine Storage-Dekade im Blick

Herausforderungen bei der Datenspeicherung 2014 und heute

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Hohe Datenqualität – das A und O für ein zukunftsfähges Datenkonzept

„Heute muss man sich in einem riesigen Ozean von Big Data zurechtfinden. Von Kundeninteraktionen bis hin zu gesammelten Sensordaten – selbst kleinere Unternehmen verarbeiten Petabytes, größere sogar Exabytes. Die Schwierigkeiten liegen nicht nur in der schieren Menge der Daten, sondern auch in der strategischen Taktik, die erforderlich ist, um sie zu extrahieren, zu kategorisieren und zu schützen“, so Kaddour. Norfolk von Bloor Research nennt ein kritisches Ziel, das bei der Verwendung unstrukturierter Daten schwer zu erreichen ist: „Qualität, denn die Daten stammen aus einem Sumpf und nicht aus einer richtigen Datenbank.“

Edge-Computing und die Nutzung von Public Clouds als Teil von Hybrid-Computing-Strategien haben die Datenspeicherung ebenfalls erschwert. „Die effiziente Verwaltung von Daten am Edge ist entscheidend geworden. Die Sicherstellung der Datenverfügbarkeit sowie die Ausfallsicherheit in verteilten Umgebungen stellen neue Herausforderungen dar“, so Johan Pellicaan, Vice President und Managing Director bei Scale Computing, einem Anbieter von Edge-Computing-, Virtualisierungs- und Hyper-Converged-Lösungen.

Unternehmen müssen nicht nur ihre Daten am Edge sichern, sondern auch in der Lage sein, Daten zwischen verschiedenen Standorten zu verschieben. „Die heutigen Herausforderungen stehen alle im Zusammenhang mit der Bewegung von Daten in Multi- und Hybrid-Cloud-Umgebungen. Etwa 50 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie ständig oder regelmäßig Daten zwischen On- und Off-Prem-Umgebungen verschieben. Diese Problemstellungen sind schwieriger anzugehen, weil die Umgebungen so unterschiedlich sind, wenn sich die Daten über AWS, Azure, GCP, das Rechenzentrum, Edge et cetera erstrecken“, so Sinclair von ESG.

Wie unabhängig sind die Daten? Cloud und die Frage der Souveränität

Datenbewegungen sowie die Notwendigkeit der Interoperabilität zwischen verschiedenen Rechenzentren stellen nicht die einzigen Herausforderungen dar, die durch Public-Cloud-Computing entstehen. „Da öffentliche Clouds eine der wichtigsten Lösungen für Unternehmen zur Aufbewahrung ihrer Daten darstellen, erzeugt die Abhängigkeit von diesen externen Anbietern eine wachsende Herausforderung mit Blick auf die Geschäftskontinuität und Datensouveränität“, so Ricardo Mendes, Mitbegründer und CEO von Vawlt, einem Anbieter von Speicher- und Sicherheits-Software. Auch andere Experten auf unserem Podium bezeichnen die Datensouveränität als eine Herausforderung für Unternehmen, die sich auf öffentliche Clouds verlassen. Für Cubbit gibt Signoretti zu Protokoll: „Das Navigieren durch komplexe Vorschriften zur Datenhoheit, wie etwa im Kontext von GDPR und NIS2, erhöht die Komplexität für Unternehmen.“

Öffentliche Cloud-SaaS-Dienste haben darüber hinaus zusätzliche Standorte eingeführt, an denen Daten geschützt werden müssen. „Ein großer Unterschied besteht heute in der Anzahl unterschiedlicher Orte, an denen Unternehmen kritische Daten aufbewahren. Dies wird besonders deutlich, wenn man die zunehmende Nutzung von SaaS-Anwendungen betrachtet. Ein durchschnittliches mittelständisches Unternehmen nutzt mehr als 200 SaaS-Anwendungen, aber es gibt nur wenige Optionen für eine Datensicherung der Unternehmensklasse, die so skaliert werden kann, dass sie diese Anwendungen schützt und eine schnelle, granulare Wiederherstellung ermöglicht“, so Kim King, Senior Director of Product Marketing beim Anbieter von Backup-Software HYCU. King zufolge zielen über 50 Prozennt der erfolgreichen Ransomware-Angriffe auf SaaS-Anwendungen ab.

Kerns bestätigt diese Ansicht zum Datenschutz bei SaaS: „Die Erfüllung der Unternehmensanforderungen an den Schutz von Datenbeständen sowohl in der öffentlichen Cloud wie auch On-Prem ist eine Herausforderung, die Anstrengungen und in der Regel neue Software-Lösungen erfordert.“ Mit dem Hinweis, dass Unternehmen aus den Fehlern anderer lernen sollten, fügt er hinzu: „Es existieren Fälle, in denen einige glaubten, dass dieser Aufwand für Daten in einer öffentlichen Cloud nicht notwendig sei.“

Die öffentliche Cloud – wo Schatten ist, da ist auch Licht

Doch auch wenn öffentliche Clouds Herausforderungen mit sich bringen, geben mehrere Mitglieder unseres Gremiums zu Protokoll, dass zu den Vorteilen die Demokratisierung von Technologien gehört, die kleineren Unternehmen zugutekommt. Ein Beispiel hierfür nennt Norfolk von Bloor Research: „Früher gab es einen großen Unterschied zwischen großen Unternehmen mit richtigen Datenbanken und kleinen Unternehmen mit Datenspeichern, die ACID [Atomicity, Consistency, Isolation and Durability] nicht unterstützten. Die Cloud-Technologien haben das ausgeglichen.“

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Wir haben unsere Experten ferner gefragt, wie heutige Herausforderungen die von den Anbietern angebotenen Speichertechnologien und -dienste beeinflussen und verändern. Laut Serdyuk von Nakivo werden die Herausforderungen im Bereich Sicherheit durch die Entwicklung noch ausgeklügelterer Verteidigungsmaßnahmen gegen Cyberangriffe angegangen: „Die Anbieter integrieren fortschrittliche Verschlüsselungsmechanismen, Zugangskontrollen sowie Compliance-Funktionen in ihre Lösungen. Viele bieten sichere Enklaven und Hardware-basierte Sicherheit, um der sich entwickelnden Bedrohungslandschaft zu begegnen. Allerdings fehlt es vielen Speicherlösungen noch an umfassenden Backup- und Recovery-Tools“, sagt er.

Die Notwendigkeit, Daten aus verschiedenen Quellen zu extrahieren und zu kategorisieren, treibt die Entwicklung von Software-Tools voran, die diesen Prozess automatisieren. Serdyuk: „Management-Tools wie Metadaten-Tagging, Versionskontrolle und Analysefunktionen gewinnen zunehmend an Bedeutung.“

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