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Gut, Sie haben mit Business Shadow eine nachlaufende Spiegelfunktion, die einige Probleme von Cluster und RAID vermeidet. Dafür sind jetzt aber die aktuellsten Daten einige Zeit nicht geschützt.
Albrecht: Das ist so nicht ganz richtig. Zwar stimmt es, dass mithilfe dieser zeitversetzten Datenspiegelung des Libelle BusinessShadow das Spiegelsystem dem Produktivsystem um den vom Kunden definierten Zeitversatz hinterherläuft. Es werden aber durch einen Mechanismus sämtliche Veränderungsdaten kontinuierlich auf das Spiegelsystem übertragen, sodass sich alle Primärdaten auch physikalisch – wir sprechen gerne von einem Zeittrichter – auf dem Spiegel vorfinden. Fällt also das Produktivsystem aus, werden neben den bereits logisch im Spiegelsystem geführten Daten auch die im Zeittrichter des Spiegelsystems vorgehaltenen Veränderungsdaten aktiviert. So ist innerhalb weniger Minuten – und wir sprechen hier wirklich nur von Minuten – trotz Zeitversatzes der aktuelle Datenbestand auf dem Spiegelsystem vollständig konsolidiert.
Der von Ihnen angesprochene Log-Shipping-Mechanismus ist üblicherweise nur bei Datenbanken realisiert. Ein System besteht aber im Normalfall nicht nur aus einer Datenbank, sondern auch aus Daten in den Dateisystemen. Wie gehen Sie damit um?
Albrecht: Das ist richtig, der Log-Shipping-Mechanismus kommt ursprünglich aus dem Datenbankumfeld. Und sie haben auch Recht damit, wenn Sie sagen, dass eine Datenbank alleine nicht immer glücklich macht. Wenn man sich beispielsweise allein die neuen SAP-Architekturen mit Netweaver-Technik, ABAP-Stack et cetera anschaut, muss ich immer dafür sorgen, dass Datenbank und assoziiertes Filesystem sauber aufeinander abgestimmt sind. Wenn ich beispielsweise eine Datenbank aufgrund des Log-Shipping-Mechanismus abgesichert habe, müssen auch dazu gehörende File- und Directory-Strukturen den gleichen Zeitstempel besitzen. Andernfalls komme ich unter Umständen in die Situation, dass sich meine ERP-Software auf dem Backupsystem während des Starts mit zahlreichen Fehlermeldungen verabschiedet.
Bestandteil der BusinessShadow-Funktion ist deshalb eine Komponente namens FSShadow, die sich darum kümmert, dass die gesamte Verzeichnisstruktur mit allen Inhalten zeitversetzt gespiegelt wird. So können wir sicherstellen, dass Datenbank und Flatfiles auch logisch zusammenpassen. Libelle arbeitet insofern nicht mit einer rein datenbankgetriebenen Methode, sondern hat wirklich das Gesamtsystem im Fokus. Das geht sogar noch ein Stück weiter, da neben Datenbank und Filesystem durch unsere Komponente SwitchApplication auch alle IP-Adressen und Hostnames umgezogen werden.
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