Zeitversetzte Spiegelung beim Disaster Recovery

Hochverfügbarkeit per „Zeittrichter“

14.10.2008 | Autor / Redakteur: Das Interview führte Rainer Graefen / Nico Litzel

Lars Albrecht, Sales Director bei Libelle
Lars Albrecht, Sales Director bei Libelle

Libelle ist ein mittelständisches deutsches Unternehmen mit Sitz in Stuttgart, das sich auf Disaster Recovery und Hochverfügbarkeit spezialisiert hat. Damit ist das Unternehmen nicht allein, aber die Schwaben hatten schon immer ein besonderes Verhältnis zu Hightech. Storage-Insider.de sprach mit Lars Albrecht, Sales Director bei Libelle, über die alternative Verfügbarkeitstechnik des Unternehmens.

Was ist falsch an Hochverfügbarkeit mit Cluster und RAID, wie sie heute praktiziert wird?

Albrecht: Grundsätzlich ist es erst einmal als positiv zu bewerten, dass Unternehmen beziehungsweise deren Entscheider inzwischen eine gewisse Sensibilität für diese Themen entwickelt haben. Das war in der Vergangenheit nicht immer selbstverständlich. Häufig geht es nur darum, die Vorgaben der Revisionsabteilung, der Wirtschaftsprüfer oder des Gesetzgebers zu erfüllen. Sollen Geschäftsprozesse wirklich hochverfügbar und Disaster-tolerant gemacht werden, müssen andere, zusätzliche Szenarien betrachtet werden.

Wenn wir heute mit Unternehmen über das Thema Hochverfügbarkeit und Disaster-Schutz sprechen, bekommen wir häufig zur Antwort, dass mit Cluster- und RAID-Systemen eine ausreichende bis gute Hochverfügbarkeit aufgebaut sei. Allerdings wird selten dabei bedacht, dass diese Redundanztechniken nur gegen Hardwareausfälle schützen. Geht es um Stillstände aufgrund logischer Fehler, also beispielsweise unabsichtlich gelöschte oder korrumpierte Datenbestände, dann müssen die Backup-Bänder der vergangenen Nacht zurückkopiert werden.

Damit stehen sofort die Fragen nach Recovery Time Objective, RTO, und Recovery Point Objective, RPO, im Raum. Anders ausgedrückt: Wie lange brauche ich, bis meine Systeme wieder aktiv sind? Und nicht ob, sondern wie viele Daten habe ich verloren? Auf beide Fragen geben die klassischen Methoden keine zufriedenstellende Antwort. Die Wiederherstellung von Systemen nach einem physischen oder einem logisch bedingten Ausfall endet nicht mit dem Aufblinken des Cursors nach dem Re-Start der Systeme.

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