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Zeitversetzte Spiegelung beim Disaster Recovery

Hochverfügbarkeit per „Zeittrichter“

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Bei Ihren Shadow-Produkten kann unterschiedliche Hardware bei Primär- und Sekundärsystemen zum Einsatz kommen. Unterschiedliche Hardware heißt aber immer auch, dass bestimmte Anwendungen nach einem Fehler nicht mehr mit derselben Leistung laufen. Ist denn diese Möglichkeit für Anwender interessant?

Albrecht: Unter unterschiedlicher Hardware verstehen wir auch unterschiedliche Hardware-Architekturen. Unsere Software erlaubt es, mehrere physische Produktivsysteme auf einem virtuellen Server im Ausweichrechenzentrum zu betreiben.

Diese Möglichkeiten sind bei begrenzten Budgets sehr interessant. Kunden, die sich für einen solchen Weg entscheiden, geht es in einem Notfall darum, die Kernprozesse ihres Unternehmens aufrecht zu erhalten.

Die Servervirtualisierung mit VMware und die Business-Continuity-Option VMotion bieten ebenfalls Möglichkeiten, Daten mit geringen Kosten hochverfügbar zu machen. Können Sie mit Ihrem Produkt auch in virtuellen Umgebungen mithalten?

Albrecht: Auf jeden Fall. Ich selbst weiß von Aussagen, die über zahlreiche Probleme bei der Realisierung von Hochverfügbarkeit mit Virtualisierungsmethoden berichten. So müssen Datenbanken zum einen beispielsweise erst ein Crash-Recovery durchführen, bevor sie wieder sauber ans Laufen kommen. Zum anderen ist es ein komplexes Unterfangen, mehrere entfernte Standorte mit einer Virtualisierungsschicht zu verbinden, die sich für das Disaster Recovery eignet.

Virtualisierungsmethoden sind sinnvoll, wenn es darum geht, eine saubere und sinnvolle Lastverteilung mehr oder weniger Hardware-unabhängig abzubilden. Die aus meiner Sicht bessere Variante für Hochverfügbarkeit und Disaster-Vorsorge ist allerdings die Kombination aus Virtualisierungstechnik und BusinessShadow.

In vielen Rechenzentren wird mit Speichernetzen gearbeitet. Nicht nur bei VMware arbeitet man intensiv daran, Server und Speicher gemeinsam auf einen zweiten Standort umschwenken zu können. Worauf müssen IT-Leiter bei solchen Anforderungen achten?

Albrecht: Das ist in der Tat eine Entwicklungsrichtung, die auch wir interessiert verfolgen. Dabei darf man als Verantwortlicher aber nicht vergessen, dass in Speichernetzen permanent große Datenmengen zirkulieren. Seitens Libelle verfolgen wir den Ansatz, dass wir am zweiten Standort ein eigenständiges System laufen lassen und wirklich nur Netto-Veränderungsdaten über die Leitung kopieren. Das heißt, dass zum Beispiel Datenbereiche, die von den Systemen nur intern genutzt werden – und das auch nur temporär – rein auf dem produktiven System bleiben. Unser Konzept kommt auch mit einer reduzierten Verfügbarkeit des Netzwerkes aus. Mit der Option LongDistance bieten wir zusätzliche Optimierungen der WAN-Kommunikation an, um die gegebene Bandbreite noch besser auszunutzen. So lässt sich der Bandbreitenbedarf um bis zu 75 Prozent reduzieren.

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