Die Meilensteine der Virtualisierung von Speichersystemen

In der Speichervirtualisierung steckt noch viel Zündstoff

06.11.2009 | Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Rainer Graefen

2001 zeigt Startup Datacore wie man aus Festplattenblöcken einen Speicherpool macht.
2001 zeigt Startup Datacore wie man aus Festplattenblöcken einen Speicherpool macht.

Anders als die Servervirtualisierung, die den Intel- und AMD-Prozessoren eine Erweiterung des Befehlssatzes und der Prozessbearbeitung aufnötigte, ist die Storage-Virtualisierung ein vielschichtiges Phänomen. Viele Unternehmen haben sich an ihr versucht, viele sind gescheitert.

Speichervirtualisierung bezeichnet die Techniken, mit denen dem Anwender Speicherplatz in logischer Form zur Verfügung gestellt wird. Die Speicherressource kann dabei in sich unterteilt werden, wie etwa eine Festplatte in verschiedene Partitionen segmentiert wird.

Die andere Möglichkeit besteht darin, mehrere Einheiten zu einer großen zusammenzufassen, wie das bei einem Raid-System der Fall ist.

Mainframe als Ideenlieferant

Die Anfänge der Speichervirtualisierung im Open-Systems-Umfeld liegen in den 90er Jahren, als das Client-Server-Computing in Mode kam, und sind eine Kopie der Entwicklung auf dem IBM Mainframe.

Jeder Rechner im Rechenzentrum, der Abteilung oder des Arbeitsplatzes beanspruchte damals einen eigenen und anders gearteten Speicher, der angeschafft und auch verwaltet werden wollte.

Speicherplatz war sehr teuer und es zeichnete sich ab, dass die Datensicherheit auch nicht einfach zu gewährleisten war, wenn die Speicher anders als im Mainframe-Zeitalter nicht unter der Backup-Kuratel der IT-Mannschaft standen. Raid-Systeme zeigten einen Ausweg, waren anfangs aber immer auf Rechnertypen zugeschnitten.

Deshalb entwickelte 1994 der Mainframe-Hersteller Amdahl zusammen mit der Technikschmiede Encore Computer, die sich durch den Bau von Parallelrechnern einen Namen gemacht hatte, unter dem Namen „Warp 9“ ein Raid-System, das sich an Mainframe- und Unix-Rechnern betreiben ließ.

Encore schob ein Jahr später das Programm „Datashare Facility“ für die „Infinity“-Speicher nach, mit der sich sogar die gespeicherten Daten von Mainframes und den sogenannten „offenen“ Systemen, damals noch allein Unix-Rechner, gemeinsam nutzen lassen sollten.

Hardware-Beschleunigung und Datei-Virtualisierung

Bei Auspex, 1984 als Softwarefirma gegründet, erfand man drei Jahre später das Network Attached Storage. Das Netz war damals noch das LAN, denn eigene Speichernetze gab es nicht. NetApp setzte 1992 das Hardware-Konzept von Auspex in Software und auf die Standard-Intel-Architektur um.

Auspex konnte damals die Hardware nicht so schnell entwickeln wie Intel leistungsfähigere Prozessoren herausbrachte. Heute ist NetApp im Besitz der Blue Prints von Auspex. Das Datenwachstum und deren Distribution auf viele NAS-Systeme führen inzwischen zur Renaissance der Hardware-Beschleunigung und der Datei-Virtualisierung.

Parallel zu dieser Zugriffsbeschleunigung über das LAN, begründeten schon Anfang 1993 die Workstation-Hersteller Hewlett-Packard, Sun und IBM eine Fibre-Channel-Initiative, um der sich abzeichnenden Kommunikationsflut – Stichwort Datenautobahn – eine entsprechende Infrastruktur zu liefern.

Bis sich der FC auch als Schnittstelle für Festplatten durchsetzte, dauerte es aber noch einige Jahre - vor allem weil IBM lange an der hauseigenen SSA-Schnittstelle für die Drives festhielt.

weiter mit: Das FC-Protokoll weckt Phantasien

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