Kommentar von Marcus Stier, Crossroads Europe

Langzeitspeicherung auf Tape hat Zukunft

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Noch dazu wird die Datei mit all diesen Sicherungsmethoden vervielfacht. Da hilft auch die schönste Deduplizierung und Komprimierung nichts mehr. Selbst in kleineren und mittleren Umgebungen lohnt sich somit der Weg in die Auslagerung der nicht mehr genutzten Dateien auf ein anderes Medium, ein Tape.

Es gibt heute Auslagerungs-Appliances, die mit einem hohen Automatisierungsgrad die nicht genutzt Dateien von teuren, hochverfügbaren NAS- oder SAN-Speichern auf kostengünstigere Medien, wie eben zum Beispiel LTFS Tapes, auslagern.

Die Einsparungen beim Filestorage sind immens. Geht man davon aus, dass der verfügbare Online Storage 100 Prozent der Kosten entspricht, dann liegt man im Tape-Bereich zwischen 25 und 35 Prozent dieser Kosten. Und die verfügbare Kapazität der Tapes nimmt ständig zu. Konnte ein LTO-3 Tape bis zu 400 Gigabyte unkomprimierter Daten aufnehmen, so hat das LTO-5 Tape heute bereits eine unkomprimierte Kapazität von 1,5 Terabyte.

Die Auslagerung

Wie kann so eine Auslagerung nun aussehen? Schließlich soll die Verfügbarkeit und Sicherheit der Daten gewährleistet sein. Die modernen Auslagerungs-Appliances, welche die Daten automatisiert auf Tape migrieren können, präsentieren sich heute als CIFS-, NFS-, oder FTP-Shares im Netzwerk. Somit sind sie wie ein NAS-System sichtbar und bringen auch ähnliche oder gar die gleichen Funktionalitäten mit.

Durch diese Art der Anbindung wird eine hohe Flexibilität erreicht. Die Daten können, ganz traditionell, in den Share abgelegt werden. Auch dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise mit einer Applikation. Diese kann ein DMS-System darstellen oder eine Applikation, welche auch NAS-Systeme bereinigen kann.

Auch der Benutzer selbst kann in kleineren Umgebungen die Daten manuell oder mit einem „Move“- oder „Copy“-Befehl auf diesen Share bringen. Liegen die Daten erst einmal im Share der Appliance, greifen integrierte Regelwerke und migrieren die Dateien entsprechend dieser Regeln auf das LTFS Tape. Auf der Platte bleibt „nur“ eine Art Platzhalter zurück.

Der Platzhalter

Dieser Platzhalter hat je nach Appliance-Konzept unterschiedliche Größen und Eigenschaften. Im besten Fall beinhaltet der Platzhalter nicht nur alle Attributwerte einer Datei für die vollständige Transparenz gegenüber dem Benutzer oder der Applikation, sondern er hält auch noch einen Anteil der Datei vor, um diesen sofort – wie eine Art Vorschau – darstellen zu können.

Appliances, die so einen Platzhalter mit Dateianteilen nutzen, bieten auch eine höhere Recall-Geschwindigkeit, da sofort bei Auslösung des Recalls ein „Stück“ Datei geliefert werden kann. Vorteilhaft ist es, wenn die Größe des Platzhalters einstellbar ist und so den Bedürfnissen der Applikation oder der Umgebung angepasst werden kann.

Je kleiner ein Platzhalter gestaltet ist, desto weniger Cache wird benötigt. Je größer man einen Platzhalter wählt, umso schneller geht der Recall vonstatten, da mehr Dateianteil gespeichert werden kann. Die Größe des Platzhalters hängt also von der Anwendung und auch von den auszulagernden Dateien ab.

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