Kommentar von Marcus Stier, Crossroads Europe

Langzeitspeicherung auf Tape hat Zukunft

| Autor / Redakteur: Marcus Stier / Nico Litzel

Der Autor: Marcus Stier ist Sales Engineer bei der Crossroads Europe GmbH
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Der Autor: Marcus Stier ist Sales Engineer bei der Crossroads Europe GmbH

„Tape is dead“, wer kennt sie nicht, diese etwas aggressive Aussage? Seit Jahren geistert sie durch die IT-Branche. Und doch finden sich in den meisten Rechenzentren immer noch aktive genutzte Tapes und Tape-Libraries. Sie werden für Backups, für die Auslagerung, Archivierung, Langzeitspeicherung und viele andere Funktionen eingesetzt, die sich mit Festplatten bis heute nicht zufriedenstellend abbilden lassen.

In der Realität ist das Tape also noch lange nicht tot. Um genau zu sein, ist es nicht wegzudenken aus den meisten Rechenzentren. Leider hat sich allerdings gerade im Tape-Bereich lange Zeit keine technische Revolution ereignet. Doch nun erlebt genau dieser Bereich durch eine neue Technik eine Renaissance!

Das Zauberwort heißt LTFS, „Linear Tape File System“ oder „Long Term File Storage“. LTFS ermöglicht es, beispielsweise ein LTO-5 Tape, welches mit diesem Format beschrieben wurde, an einem beliebigen Server oder PC wie einen USB-Stick zu lesen. Ein richtiges, lesbares Filesystem auf einem Tape – kein proprietäres Format!

Dadurch eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten: Die Kapazität und Zuverlässigkeit eines Tapes, kombiniert mit der Flexibilität eines frei lesbaren Filesystems. Was kann mit dieser Technik nicht alles erreicht, was nicht alles endlich sinnvoll mit Tape realisiert werden?

Kostengünstige Langzeitspeicherung

So zum Beispiel das Thema der kostengünstigen Langzeitspeicherung von Daten. Es ist ein immer wieder auftretendes Thema und so oft es aufkommt, so oft wurde es wieder verworfen und neu angedacht. Gerade in diesem Umfeld sind Festplatten nicht der Weisheit letzter Schluss.

Zum einen ist die Ausfallrate von Festplatten, im Vergleich zu einem Tape, relativ hoch und der Wiederaufbau eines RAID-Verbundes ist sehr langwierig. Zum anderen kann eine Festplatte nicht so einfach aus ihrem RAID-Verbund gelöst werden, um sie beispielsweise in einen Tresor, eine Bank oder einen Bunker zu legen.

Blinde Sammelwut ist teuer

Die Menschheit basiert seit jeher auf dem Prinzip des Jagens und Sammelns. Wir werfen ungern etwas weg, man könnte es schließlich nochmals benötigen. Mit den Daten ist das nicht anders, sondern eher noch gravierender. Niemand möchte eine Datei wegwerfen, vielleicht wird sie ja noch gebraucht. Es macht ja nichts, wenn man sie aufbewahrt. Außerdem kostet der Plattenspeicher doch nichts. Eine Terabyte-Platte ist schon für einen zweistelligen Eurobetrag zu haben. Da bin ich doch nicht blöd und werfe die Daten weg, denkt sich so mancher Nutzer.

Der Rechenzentrumsbetreiber, Storage-Verantwortliche oder auch der IT-Leiter sehen das ganz anders. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass die Daten immer sicher und verfügbar sind – auch wenn sie möglicherweise nie wieder genutzt werden. Das kostet Geld. Da wird gespiegelt, geclustered, gesichert, kopiert und repliziert. Eine Datei wird schnell um das 100-Fache teurer, als das Terabyte vom Discounter. Selbst mit vergleichbarer Technik.

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