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Speichertipp: Verteiltes Dateisystem mit klarer Architektur LizardFS – Software-Defined Storage für verteilte Infrastrukturen

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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LizardFS verbindet klassische Dateisystemfunktionen mit der Flexibilität verteilter Speicherarchitekturen. Die Open-Source-Lösung arbeitet hardwareunabhängig, skaliert ohne Ausfallzeiten und bietet hohe Verfügbarkeit durch Replikation, Erasure-Coding und Standortverteilung.

LizardFS lässt sich auf Standardkomponenten einsetzen, integriert sich in bestehende Infrastrukturen und senkt langfristig die Betriebskosten.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
LizardFS lässt sich auf Standardkomponenten einsetzen, integriert sich in bestehende Infrastrukturen und senkt langfristig die Betriebskosten.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

LizardFS aggregiert physische Speicherkapazitäten mehrerer Server zu einem gemeinsamen Namensraum, der auf Linux, Windows und Unix-artigen Systemen wie ein natives Dateisystem eingebunden werden kann. Die Architektur trennt Metadaten strikt von Nutzdaten. Erstere lagern auf dedizierten Metadata-Servern, Letztere auf skalierbaren Chunkservern mit Unterstützung für Replikation, Erasure-Coding und geographische Verteilung.

Allerdings wird das Projekt offensichtlich nicht mehr weiterentwickelt, ist bei Github jedoch noch vorhanden.

Automatisierung und Ausfallsicherheit im Betrieb

Fällt eine Festplatte oder ein ganzer Server aus, übernimmt das System ohne Eingreifen. Daten bleiben konsistent, Dienste unterbrechungsfrei. Hochverfügbarkeit lässt sich ohne Spezialhardware realisieren. LizardFS läuft auf Standardkomponenten, integriert sich in bestehende Infrastrukturen und senkt langfristig die Betriebskosten.

Neue Knoten lassen sich jederzeit ergänzen oder entfernen. Die Datenverteilung passt sich automatisch an. Ein manuelles Rebalancing ist nicht erforderlich. Auch eine gezielte Performanceoptimierung durch Quality-of-Service-Mechanismen ist möglich. SSDs lassen sich in Tiered-Storage-Konzepte integrieren.

Technische Funktionen für produktive Umgebungen

Snapshots duplizieren Dateien ohne Datenkopie, lediglich Metadaten werden geklont. Die Trash-Funktion sichert gelöschte Dateien automatisch, Administratoren können Wiederherstellungen gezielt durchführen. Nutzerquoten mit Soft- und Hard-Limits verhindern Überbelegung. Parallele Lese- und Schreiboperationen steigern die Durchsatzraten auch bei stark ausgelasteten Systemen.

Datenblöcke werden in Segmente und Paritätsstreifen aufgeteilt. Selbst bei Ausfall mehrerer Komponenten bleibt der Datenbestand vollständig rekonstruierbar. Der Speicherbedarf sinkt je nach Konfiguration um bis zu 70 Prozent im Vergleich zu herkömmlicher Replikation.

Georeplikation für unternehmensweite Resilienz

Daten lassen sich über mehrere Standorte hinweg synchron halten. Die Topologie erlaubt gezielte Lesesteuerung. Clients greifen bevorzugt auf lokale Kopien zu, während Redundanz über Regionen hinweg erhalten bleibt. Geschäftsprozesse bleiben auch bei regionalen Ausfällen aktiv.

Die drei verfügbaren Supportstufen bieten skalierbare Betreuung. Von werktäglicher Unterstützung bis zum 24/7-Betrieb mit aktiver Infrastrukturüberwachung reicht das Spektrum. Schulungen, Audits, Tuning und Fehleranalyse sind inkludiert. Auch Softwareupdates, High Availability und Clients für Windows und macOS sind Teil der Pakete.

Ob für Big Data, Elasticsearch, Finanzdaten, Videoproduktion, Genomik oder Satellitendaten – LizardFS erfüllt die Anforderungen an Performance, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit in heterogenen IT-Umgebungen. Der Einsatz auf Standardhardware reduziert Kosten und erhöht die Systemflexibilität.

Offenheit, Integration und Langzeitbetrieb

Die Installation bleibt einfach, die Dokumentation vollständig offen. Der Quellcode steht frei zur Verfügung. LizardFS integriert sich in bestehende IT-Landschaften, lässt sich mit OpenNebula und Hadoop kombinieren und bietet eine verlässliche Speicherlösung ohne proprietäre Abhängigkeiten.

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