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Das Gingcom-System hinterlässt bei der Erstkonfiguration einen Agenten auf den Servern?
Herzog: Ja. Alle Updates, die reinlaufen, werden protokolliert. Ein sehr einfacher Ablauf. Das hätte ich mit einer Server- oder Archiv-Software nicht so leicht hinbekommen. Ende November werden wir unsere Konfiguration mal in einem externen Audit überprüfen lassen. Ich habe mir dazu schon zwei Worst-Case-Szenarien überlegt: Einmal einen Remote-Neustart und dann der Ausfall des Hauptrechenzentrums. Danach muss das Unternehmens-Know-how wieder bereitstehen, das E-Mail-System und das ERP-System. Mein Ziel ist, dass diese drei wesentlichen IT-Bereiche innerhalb eines halben Tages wieder einsatzbereit sind. Das ist das Ziel.
Sie benutzen die Gingcom-Appliance also weniger als eine Universal-Appliance, sondern mehr als Datentresor, aus dem sie die Firma wieder rekonstruieren wollen?
Herzog: Richtig, das Disaster Recovery war zu Beginn eigenlich ein Nebenaspekt, inzwischen spielt es ein wesentliche Rolle in meinen Überlegungen. Zu Beginn wollte ich auf unseren Speichersystemen Platz schaffen, jetzt ist Gingcom Teil des Ganzen. Wenn wir heute über unsere Fileservices reden, dann räumt die Gingcom mit HSM-Mechanismen das Primärsystem ab und fungiert dann als Archiv. Unser Business-Continuity-Management, das wir bislang nur in der einen Richtung erfolgreich strapazieren, werden wir dann im Herbst in der Gegenrichtung dem notwendigen Härtetest unterziehen. Ein unabhängiges Beratungsunternehmen wird diesen geplanten Störfall begleiten und dokumentieren.
Nutzen Sie eigentlich auch die Deduplizierungsfunktion der Gingcom?
Herzog: Man muss genauer sagen, dass das Single Instance Storage ist. Die Daten sind also nur einmal da, wenn man sie vom primären Rechenzentrum auf die Gingcom kopiert hat. Inzwischen beherrscht das ja auch der Exchange-Server für das E-Mail-System. Aber Sie kennen das sicherlich auch, wenn man Präsentationen in die Abteilungen schickt oder mal Fotos von einem Betriebsfest, dann werden die sofort von einer Vielzahl von Kollegen auf den Arbeitsplatzrechner oder ins Home-Verzeichnis kopiert. Das sind letztlich keine kleinen Word-Dokumente, sondern schon größere Dateien, so dass man einigen Speicherplatz spart. Bei unstrukturierten Dateien kann ich mir schon vorstellen, dass die Datenmenge, wie von Gingcom versprochen, auf ein Achtel reduziert wird. Bei unseren CAD-Daten hätte ich Zweifel, wenn mir das jemand erzählen würde. Ich finde es auf jeden Fall eine tolle Technik, die sicherlich auch positiv für die schnelle Suche ist.
Wie weit ist Ihre Gingcom-Maschine schon ausgelastet?
Herzog: Wir haben jetzt nach einem halben Jahr die vier Terabyte Kapazität schon zu 60, 70 Prozent ausgelastet. Das macht mir ein wenig Sorge. Ein großer Teil sind Backup-Daten von den Files und den Datenbanken, so dass ich schon die Hoffnung habe, dass sich das nun eingependelt hat.
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