Suchen

Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 24 Moderne LAN-Technologien: IEEE 802.1ad Link Aggregation

| Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Viele dachten um die Jahrtausendwende, Gigabit Ethernet sei das Ende der Fahnenstange, was die reine Übertragungstechnik anbetrifft. Seit 10 GbE wissen wir es besser. Schnell kam daher der Wunsch auf, statt der Hochrüstung auf die nächste Geschwindigkeitsstufe mit einer Parallelschaltung bestehender Systeme zu arbeiten. Eine solche Parallelschaltung nennt man Trunking oder Link Aggregation

Firmen zum Thema

Trunking-Verfahren – Bandbreitengewinne mit Tücken im Detail; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
Trunking-Verfahren – Bandbreitengewinne mit Tücken im Detail; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
( Archiv: Vogel Business Media )

Eigentlich ist es ein naheliegendes Konzept, die Leistung von Datenverbindungen zwischen Switches untereinander oder zu bestimmten Endgeräten wie Servern einfach dadurch zu steigern, indem man mehrere Leitungen parallel führt und benutzt. Schon in der Frühzeit der LANs hat man oftmals einen Server mit mehreren Adapterkarten versehen, um sowohl Leistung als auch Zuverlässigkeit zu erhöhen.

Verschiedene Hersteller hatten schon seit langem Trunking in ihren Switches implementiert, jedoch handelt es sich um proprietäre Lösungen, weil erst im Juli 1998 die Gründung einer Arbeitsgruppe für Trunking, die Link Aggregation Task Force, von den IEEE Leitgremien genehmigt wurde. Die Gruppe arbeitet unter der Bezeichnung IEEE 802.3ad, was kennzeichnet, dass sie sich nur um Lösungen für den Ethernet-Bereich kümmert.

Bildergalerie

Die Zusammenfassung (Aggregierung) von Links soll auf der Schicht zwei stattfinden und völlig transparent für die Endgeräte sein. Dies ist ein Unterschied zu bisherigen Lösungen mit mehreren Adapterkarten in einem Endgerät, die alle einzeln konfiguriert und an bestimmte Verkehrsflüsse gebunden werden mussten. Wenn parallele Verbindungen bestehen, soll die Last auch über diese verteilt werden. Dies ist nicht nur für den Hochlastfall sehr sinnvoll, sondern senkt auch die im normalen Betrieb durchschnittlich belegte Bandbreite und damit die Oberwellen, die vom System letztlich ausgehen können.

Wenn eine oder mehrere der parallelen Leitungen ausfällt, soll der Gesamtverkehr automatisch auf die verbleibenden Leitungen verteilt werden. Dies ist eine ganz wesentliche Forderung beim Aufbau redundanter Strukturen für die Erhöhung der Gesamtzuverlässigkeit von Netzen.

Die Zielsetzung umfasst eine schrittweise Skalierbarkeit der Bandbreite für die Kommunikation von Server zu Server und von Switch zu Switch. Außerdem sollen Diagnose-Parameter für die Übergabe an Management-Systeme definiert werden.

weiter mit: Der Teufel im Detail

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2022438)