Der von IBM abgespaltene IT-Dienstleister Kyndryl setzt verstärkt auf KI. Neue Kooperationen und eine veränderte organisatorische Aufstellung sollen helfen, das deutsche Geschäft weiter erfolgreich zu expandieren.
Kyndryl will weiter expandieren und setzt dazu auf künstliche Intelligenz – in Form der KI-gestützten Infrastruktur-Betriebsplattform Kyndryl Bridge.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
„Wir haben 2024 in einem schwierigen Wirtschaftsumfeld unser deutsches Geschäftsvolumen verdoppelt“, freut sich Kai Grunwitz, der vor einem halben Jahr die Rolle eines President Kyndryl Germany übernommen hat. Auch im Jahr 2025 möchte Grunwitz ähnlich stark wachsen.
Kyndryl hat weltweit derzeit um die 75.000 Beschäftigte und bedient mehr als 60 Ländermärkte mit mehr als 4.000 Kunden. „Wir sind der IT-Infrastruktur-Provider Nummer eins weltweit“, stellt Grunwitz feswt. Inzwischen sei man selbst ein Fortune-500-Unternehmen, aber trotzdem noch relativ unsichtbar. Das solle sich ändern.
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Transformationspartner für Unternehmen
Kyndryl sieht sich als Transformationspartner seiner Kunden. Investiert wird in Bereiche, auf denen bei diesen Transformation ansteht: Cybersicherheit, KI, SAP, Hybrid-IT-Modernisierung oder ganzheitliche Cloud-Strategien. Aber auch angestammte Geschäftszweige bleiben wichtig, so das mit Wartung und Betrieb von Mainframes. Grunwitz: „Die Hälfte aller nicht von den Kunden selbst betriebenen Mainframes werden von uns betrieben.“
Insgesamt liege das geschätzte Marktpotential bei rund 33 Milliarden US-Dollar. „Das wollen wir jetzt anders und entschlossener adressieren“, sagt Grunwitz.
Die derzeitige wirtschaftliche und politische Situation mit ihren Unsicherheiten bedeute unter anderem Investitionsverzögerungen. Grunwitz: „Die wichtigsten Themen sind natürlich Effizienz, Kostensenkung und Automatisierung.“ Darin sieht der Manager aber eher eine Chance für sein Unternehmen, besonders bei mittelständischen Kunden, bei denen Kostendruck und Ressourcenknappheit noch größer seien.
Ein Chief-Resilience-Officer für Deutschland?
Daneben treibt Grunwitz noch ein weiteres Thema um. Ausdrücklich lobt er die Errichtung eines Digitalministeriums. Das reiche aber nicht. Daneben brauche man einen vom Digitalministerium unabhängigen Chief-Resilience-Officer für Deutschland.
„Die Sicherheitsfunktionen von BSI und BKA sollten unter einem Dach zusammengeführt werden. Beide arbeiteten sehr gut, sollten aber koordiniert vorgehen“, rät Grunwitz. Im Digitalministerium dagegen würde das Sicherheitsthema zu viele Ressourcen binden und viel Energie vom Hauptaufgabenbereich, dem Vorantreiben der Digitalisierung, abziehen.
Die von Deutschland und Europa dank der neuen politischen Entwicklungen auf der anderen Seite des Atlantiks dringend angestrebte digitale Souveränität in Gestalt einer souveränen Cloud betrachtet Grunwitz skeptisch. „Dazu fehlen uns die Kapazitäten.“ Eher gehe es um vernünftige Entscheidungen, welche Applikationen und Daten wohin zu verlagern seien.
Damit das funktioniert, hat Kyndryl seine organisatorische Struktur angepasst. Der deutsche Markt wird in die Regionen Nordost, Mitte West und Süd aufgeteilt. „Ich halte viel von räumlicher Nähe zu den Kunden“, begründet Grunwitz diesen Schritt. Dazu kommen zwei vertikale Bereiche: Finanzwesen und Versicherungen sowie Automotive/produzierende Unternehmen.
Außerdem gehört ein ausgedehntes Netz von Partnerschaften und Allianzen zum Erfolgsrezept des Dienstleisters, der keine eigenen Produkte entwickelt. Das wird systematisch erweitert – entlang der thematischen Schwerpunkte von Kyndryl und seinen Kunden.
Neue Partnerschaft mit Databricks
Gerade neu hinzugekommen zum Partnernetz ist Databricks. Sanjay Bollmann, bei Kyndryl Direktor für den Finanz- und Versicherungsbereich, erklärt warum: „Databricks hat einen ausgezeichneten Ruf im Markt und arbeitet viel mit Open Source.“
Der Anbieter rangiere ganz oben in Gartners aktuellem Magic Quadrant für Data-Science- und ML-Plattformen. Andere, vergleichbare Plattformen seien meist technisch stärker proprietär. Benutzerschnittstelle und das BI-Reporting höben sich positiv vom Wettbewerb ab. Kyndryl habe mit Databricks Berührungspunkte bei dem Thema, Daten verfügbar zu machen. Kyndryl plant, das Produkt zur Umsetzung von KI-Use-Cases einzusetzen.
Kunden wollen Hadoop-Data-Lakes ablösen
Bollmann: „Viele Anwender haben vor zehn Jahren Data Lakes mit Hadoop und HDFS eingerichtet, stellen aber nun fest, dass sie zu langsam sind, und wollen deshalb neue Technologien einsetzen.“ Hier liege ein lohnendes Betätigungsfeld für Kyndryl.
Stand: 08.12.2025
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„Wir waren schon immer stark bei den Themen Datenbankaufbau und -betrieb, also weniger beim fachlichen Use-Case als beim Data-Engineering“, berichtet Bollmann. Das sei ein weites Feld und nicht gleichzusetzen mit ML und Datenanalyse. Es habe mehr mit Arbeit an den Datenbanken und den darin enthaltenen Datenstrukturen und Daten zu tun und gehe damit in Richtung Infrastruktur. Deren Rolle werde in KI-Projekten oft vernachlässigt, was dann zu Misserfolgen beitrage.
Derzeit dreht sich bei Kyndryl vieles um KI. Das zeige sich unter anderem an der überaus erfolgreich eingesetzten KI-gestützten Infrastruktur-Betriebsplattform Kyndryl Bridge. Grunwitz: „Jeder Mitarbeiter nutzt sie.“ Auch seien 80 Prozent der Kunden auf Bridge. Die Investitionen gehen auch weiter. So wird in Liverpool gerade ein KI-Lab mit bis zu 1.000 Stellen eröffnet, und in Frankreich sollen 100 Millionen Euro investiert werden.
In Deutschland sehe es in Bezug auf KI gar nicht so schlecht aus. Kyndryl präsentierte Zahlen, denen zufolge die KI-Integration im gesamten Unternehmen bei 45 Prozent der deutschen Unternehmen umgesetzt wurde – im weltweiten Durchschnitt sind es nur 35 Prozent. Für die Bedeutung der Technologie spreche im Übrigen, dass sich der Anteil der KI-Ausgaben am gesamten IT-Budget im Jahr 2024 knapp verdreifacht habe.
KI-Projekte scheitern oft an den Menschen
Interessant sind die Ergebnisse des „People Readyness Report“. Diese von Kyndryl durchgeführte Untersuchung versuchte herauszufinden, wie bereit die Belegschaften für die KI-Umsetzung in Unternehmen sind. Befragt wurden rund 100 deutsche Unternehmen, insgesamt mehr als 1.000. Die folgenden Ergebnisse beziehen sich auf Deutschland.
Demnach haben 99 Prozent der befragten Unternehmen eine KI-Strategie, nur 49 Prozent haben diese aber bereits umgesetzt.
69 Prozent sehen Herausforderungen bei der Integration von KI in bestimmte Systeme. 60 Prozent der Unternehmen sehen sich nicht bereit für KI, weil Skills für die Integration fehlen.
Vielleicht am schwierigsten: In 65 Prozent der Unternehmen blockieren allerdings die Mitarbeiter den Fortschritt in diese Richtung. Und bei 35 Prozent der Unternehmen gibt es Widerstand gegen KI, etwa durch interne Ablehnung, KI einzusetzen. Damit liegt Deutschland 14 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt. Bollmann: „Insbesondere kleinere Unternehmen werden so technisch abgehängt.“
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KI wird meistens intern angewendet
Nur bei 22 Prozent der Firmen gibt es Produkte, die mit KI angereichert sind; meist wird sie für interne Aufgaben, etwa Prozessoptimierungen, genutzt. Nur 14 Prozent der Unternehmen waren AI-Schrittmacher, die die Technologie sowohl organisatorisch, technologisch als auch hinsichtlich der beteiligten Menschen vollständig integrierten.
Bollmann: „Dazu gehören neben einer geeigneten technischen Plattform und einer ganzheitlichen Implementierung auch der rechtzeitige Skills-Aufbau und eine klare Kommunikation.“ Viele Aufgaben, bei einigen von denen Kyndryl seiner Kundschaft in Zukunft verstärkt unter die Arme greifen möchte.
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