PostgreSQL ist international bereits sehr beliebt, und auch in Deutschland steigen laut Expertenmeinung die Nutzerzahlen der Open-Source-Datenbank. Auf welche sechs Eigenschaften von PostgreSQL man achten sollten, verrät dieser Artikel.
Bei PostgreSQL handelt es sich um ein freies, objektrelationales Datenbankmanagementsystem, das von der Open-Source-Community weiterentwickelt wird.
Laut des Managed-Platform-Anbieters Instaclustr lässt sich beobachten, dass die Skepsis gegenüber Open-Source-Alternativen zu proprietären Lösungen konstant abnimmt. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass in den vergangenen Jahren viele quelloffene Projekte beweisen konnten, dass sie kommerziellen Produkten in nichts nachstehen. Das gilt sowohl im Hinblick auf die Sicherheit als auch bei der Menge an Features. PostgreSQL, kurz auch „Postgres“ genannt, kann als Beispiel eines erfolgreichen Open-Source-Projekts dienen: Der Funktionsumfang ist in seiner Geschichte seit den 1980er-Jahren merklich gewachsen, und auch das Ökosystem rund um die Datenbank hat expandiert; hinzu kommt die aktive Open-Source-Community, die deren Entwicklung vorantreibt. Angesichts der wachsenden Nachfrage hat Instaclustr die sechs wichtigsten Eigenschaften der Datenbank zusammengefasst.
1. Replikation – Wahlfreiheit für Nutzerinnen und Nutzer
PostgreSQL bietet physische und logische Replikation. Im Falle der physischen schreibe die Datenbank das gesamte Dateisystem permanent auf einen zweiten Host. Das geschehe in vollkommener Unabhängigkeit vom Inhalt. Die Vorteile dieses Verfahrens liegen in der Einfachheit und einer höheren Geschwindigkeit. Die logische Replikation bedient sich eines Publisher-Subscriber-Modells. Hier stellt der primäre Host (Publisher) einzelne Tabellen zur Verfügung, die der Admin im Vorfeld definiert hat. Auf diese sollen beliebig viele sekundäre Hosts (Subscriber) Zugriff und die Möglichkeit zur Replikation haben. Der Vorteil einer solchen logischen Replikation sei die hohe Flexibilität und intelligente Auswahl der zu replizierenden Tabellen. Allerdings birgt sie auch Nachteile, zu denen eine niedrigere Geschwindigkeit zählt. Hinzukomme, dass weder das Datenbankschema oder Befehle der Datendefinitionssprache (DDL) noch Sequenzdaten oder sehr große Datensammlungen, auch Large Objects genannt, repliziert würden.
2. Grundlegende Sicherheits-Features
Postgres nutzt ein Host-basiertes Authentifizierungsmodell, kurz HBA, das den Zugriff auf die Datenbank über eine Liste an berechtigten Maschinen regeln soll. Aus Sicherheitsaspekten ebenfalls sinnvoll erscheint, dass die Datenbank im Zuge einer herkömmlichen Installation keine Standardpasswörter setze und ohne manuelles Eingreifen keine Verbindung mit dem Internet erlaube. Nutzerinnen und Nutzer können so Daten nicht unbeabsichtigt online stellen. Dieses Modell könne allerdings nur für rudimentäre Sicherheit sorgen, da PostgreSQL tiefgreifenderes Security-Management an das Betriebssystem oder den Data-Storage-Provider auslagere.
3. Beliebige Erweiterbarkeit
Laut Instaclustr kann PostgreSQL auch durch ein besonders hohe Maß an Flexibilität überzeugen: Mithilfe externer Tools soll man die Datenbank, die von Beginn an bereits einige Zusatzfunktionen und Features bietet, beliebig erweitern können. Zu den nativ implementierten Features gehören zum Beispiel GiST-, GiN- und Bloom-Indizes sowie JSON und XML. Griffen Nutzende auf externe Quellen zurück, sei es außerdem möglich, PostgreSQL mit neuen Indextypen oder Storage-Engines zu erweitern. Alternativ sollen Developer auch Kapazitäten wie Datentypen oder Operatoren direkt in der Datenbank erstellen können.
4. Polyglossie – praktisch alle Sprachen verfügbar
PostgreSQL punkte aber nicht nur mit der eben dargestellten Erweiterbarkeit. Auch die unterstützten Programmiersprachen machen die Datenbank laut Expertenmeinung einzigartig. Entwickler und Entwicklerinnen sollen interne Funktionen in praktisch jeder bekannten Coding-Sprache erstellen können. Zu diesen zählen Java, JavaScript, Python, Ruby, C, C#, PHP, R und Perl.
5. Hot Backups und Point-in-Time-Recovery
Datensicherungen im laufenden Betrieb, sogenannte Hot Backups, will PostgreSQL ebenfalls ermöglichen. Zusätzlich loggt die Datenbanklösung sämtliche Transaktionen, während sie stattfinden. Diese Funktionen ermöglichen eine Point-in-Time-Recovery, also eine Wiederherstellung der Datenbank bis zu exakt demjenigen Zeitpunkt, an dem sie ausgefallen ist.
6. Monitoring via Drittanbieter
PostgreSQL biete zwar keine nativen Monitoring- oder Alerting-Dienste, doch auch hier kommt die Open-Source-Community ins Spiel. Diese stellt verschiedene Open-Source-Tools zur Verfügung, die diese Funktionen bereitstellen. Für das Monitoring sind laut Instaclustr etwa Graphite oder Data Dog empfehlenswert, während Prometheus, PagerDuty oder Grafana das Alerting ermöglichten.
Stand: 08.12.2025
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„Die praktisch grenzenlose Erweiterbarkeit, gepaart mit der hohen Leistung und vor allem der aktiven Community, machen PostgreSQL zu einer der erfolgreichsten und besten Datenbanklösungen auf dem Markt. Unternehmen sollten allerdings die Komplexität des Betriebs nicht unterschätzen. Einfacher ist der Einsatz als Teil eines Managed-Platform-Szenarios, bei dem der Provider die Einstellungen und Konfigurationen übernimmt“, empfiehlt Ralph Voelter, Manager District Sales EMEA bei Instaclustr.
Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Industry of Things erschienen.