Objektrelationales Datenbankmanagementsystem Was ist PostgreSQL (Postgres)?

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

PostgreSQL ist ein sogenanntes objektrelationales Datenbankmanagementsystem (ORDBMS). Es unterscheidet sich von relationalen Datenbankmanagementsystemen wie MySQL darin, dass sich auch komplexe Datenobjekte relational in der Datenbank ablegen lassen. Das Postgres-Datenbankmanagementsystem steht unter freier BSD-Lizenz und ist plattformunabhängig nutzbar.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
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(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Die freie Software PostgreSQL erschien im Jahr 1996. Sie ging aus einer bereits in den 1980er-Jahren begonnenen Datenbankentwicklung der University of California in Berkeley hervor. Der ursprüngliche Name lautete „Postgres“, der auch heute noch als Synonym für PostgreSQL verwendet wird.

Es handelt sich um ein sogenanntes objektrelationales Datenbankmanagementsystem (ORDBMS). Die Software ist frei verfügbar und steht unter BSD-Lizenz. Das objektrelationale Datenbankmanagementsystem ist in großen Teilen mit dem SQL-Standard kompatibel. Im Gegensatz zu relationalen Datenbankmanagementsystemen wie MySQL lassen sich mit Postgres auch komplexe Datenobjekte relational in einer Datenbank ablegen.

Postgres ist plattformunabhängig einsetzbar. In vielen Linux-Distributionen gehört das Datenbankmanagementsystem zur Grundausstattung. Es ist zudem auf Windows- und macOS-Systemen nutzbar. Aufgrund der Objektrelationalität eignet sich das DBMS für Data-Warehouse-Datenbanken.

Eine Postgres-Datenbank kann theoretisch beliebig groß werden. Postgres ist weltweit sehr beliebt und häufig im Einsatz. Zahlreiche große Unternehmen wie die Deutsche Telekom oder Microsoft verwenden das DBMS. Die aktuelle Version ist die Version 13.0 (Stand September 2020).

Funktionsweise von Postgres

Postgres arbeitet nach dem Client-Server-Modell. Der Server ist für die Verwaltung der Datenbanken und die Verarbeitung und Beantwortung der Client-Anfragen zuständig. Die zentrale Serverkomponente hat den Namen „postmaster“. Server und Client können auf verschiedenen Systemen laufen. Viele Linux-Distributionen liefern neben dem Server und einem kommandozeilenbasierten Client ein Client-Programm mit grafischer Benutzeroberfläche mit. Die Kommunikation zwischen Client und Server findet in einer verteilten Architektur per TCP/IP-Verbindung statt.

Erweiterungsmöglichkeiten von Postgres

Eines der hervorstechenden Merkmale von Postgres ist, dass sich das DBMS hochgradig modifizieren, erweitern und anpassen lässt. Anwender können selbst neue Funktionen, Operatoren oder Datentypen hinzufügen. Auch Indexierungsmethoden, Trigger oder Regeln für den Zugriff auf Datenobjekte sind flexibel erweiterbar. Darüber hinaus stehen einfach zu installierende Zusatzmodule wie GiST (Generalized Search Tree) und zusätzliche Anwendungen wie PostGIS oder OpenFTS (Open Source Full Text Search) zur Verfügung. PostGIS erlaubt beispielsweise die Verwaltung geografischer Objekte und Datenstrukturen.

Vorteile und Merkmale von Postgres

Vorteile und Merkmale von Postgres sind unter anderem:

  • unter Open-Source-Lizenz frei verfügbar,
  • plattformunabhängig einsetzbar,
  • vielfältig erweiterbar mit Funktionen, selbst definierten Datentypen oder Operatoren,
  • speichert Datenobjekte im relationalen Datenbankschema,
  • große Community im Netz verfügbar,
  • komplexe Abfragen möglich,
  • keine Größenbegrenzung,
  • hohe Ausfallsicherheit durch synchrone Replikation.

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