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Midrange Arrays

Primärspeicher für den Mittelstand

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Firmen zum Thema

6. Hewlett-Packard EVA

Mit Remote-Replikation und der Fähigkeit, den Speicherplatz in kleine 1-Gigabyte-Blöcke aufzuteilen, verbessert HP den EVA immer weiter.

Das StorageWorks Enterprise-Virtual-Array (EVA) der Firma HP ist in vielerlei Hinsicht als Pionier unter den Modular-Arrays zu betrachten. Das 2001 zuerst unter dem Namen VersaStor von Compaq auf den Markt gebrachte EVA ist wohl immer noch das einzige „virtuelle Array“ eines der großen Storage-Anbieter. Im HP-Jargon heißt „virtueller Array“ jedoch mehr als nur das einfache Zusammenfügen von Laufwerken in verschiedene RAID-Gruppen: Der EVA stellt seinen gesamten Speicherplatz in einem großen Pool von virtuellen Speicherblöcken zur Verfügung, aus dem der Benutzer wiederum mehrere kleinere Speicherblöcke mit verschiedenen Ansprüchen an Verfügbarkeit und Leistung bilden kann, während der EVA die physikalisch vorhandenen Storage-Ressourcen verwaltet.

Momentan wird der EVA in zwei verschiedenen Ausführungen angeboten, dem EVA3000 und dem EVA5000. Beide Varianten verwenden 300-Gigabyte-FC-Festplatten, wobei der EVA3000 ein Maximum von 56 Laufwerken mit einer Kapazität von 16,8 Terabyte aufnimmt und der EVA5000 Platz für 240 Laufwerke mit einer Gesamtkapazität von 70 Terabyte bietet. Die Featureliste des EVAs umfasst Dynamic Capacity Expansion (ermöglicht dem Administrator, den Speicherplatz in 1-Gigabyte-Blöcke aufzuteilen), Virtual-Disk-Data-Load-Leveling (ständig im Hintergrund laufend, ohne die Hauptprozesse zu stören) sowie dezentrales Sparing des Festplattenspeicherplatz (Virtuelles Hot-Spare Drive).

Letztes Jahr beschloss HP, mit dem EVA auch FATA- (Fibre-Attached-Technology-Adapted) Laufwerke zu unterstützen. Diese 250 Gigabyte großen Festplatten sind preiswerte Desktop-Festplatten, sie werden jedoch über FC-Verbindungen angeschlossen und können in jeden existierenden EVA-Festplattenplatz ohne Modifikationen oder Überbrückung eingesteckt werden. Anfangs entschieden sich rund 10% der EVA-Neukunden für die FATA-Variante, doch erwartet HP, dass diese Zahl bald auf 25% ansteigt.

Zudem meldete HP eine wesentliche Verbesserung der Controller-basierten Replikationssoftware „HP StorageWorks Continuous Access EVA“. Das Programm arbeitet als Teil der HP StorageWorks-Business-Continuance-Software-Solucions-Familie jetzt mit einer neuen Metrocluster- und Continentalcluster-Technik, die es dem Benutzter ermöglicht, Storage und Server auch an geographisch unterschiedlichen Plätzen vor einem Ausfall zu sichern.

Nach Kyle Fitze soll bis Mitte dieses Jahres die EVA-Baureihe in den Punkten Skalierbarkeit, Performance, Anschlusstechnologie sowie zusätzlichen Datenwiederherstellungsmöglichkeiten wie einer automatischen Ausfallsicherung für Server und Storage-Cluster aufgebessert werden. Auf langfristiger Basis muss HP jedoch herausfinden, welche Rolle die EVA-Baureihe in der Vision des Unternehmens einnehmen soll, die Storage-Systeme auf einer Grid-Architektur aufzubauen. Fitze merkte noch an, dass der Plan sicher die Benutzung eines existierenden EVA-Systems als Teil des StorageWorks-Grids erlauben würde.

7. Hitachi Data Systems Thunder 9520V

Neben den SATA-Laufwerken und dem geringem Preis verfügt der Thunder 9520V über ein beeindruckendes Softwarepaket.

Im Herbst 2004 stellte die Hitachi Data Systems (HDS) den 9520V vor, eine für kleine und mittlere Unternehmen zugeschnittene SATA-Variante der Thunder9500-Baureihe. Er kann mit Einzel- oder Dualcontroller gekauft werden, verfügt über bis zu 2 Gigabyte Cachespeicher und unterstützt bis zu 59 250 Gigabyte Festplatten mit einem Gesamtvolumen von 13 Terabyte.

Obwohl er nur eine SATA Variante ist, hat der 9520V mit dem Rest der Thunderfamilie, dem 9585V und dem 9570V, viel gemein. Virtuelle Ports erlauben es dem Benutzer, mehr Hosts anzuschließen als durch physikalisch vorhandene Steckverbindungen möglich (vier 2-Gigabyte/s-Frontports, also ein Verhältnis von knapp 2,5 Hosts pro Port). Zudem unterstützt der 9520V fast die gesamte Liste der für die Thunder-Baureihe verfügbaren Software – ein wichtiger Gesichtspunkt für Kunden, die bereits HDS-Geräte einsetzen.

Im Software-Angebot des 9520V fehlt allerdings die TrueCopy-Remote-Replikationssoftware, eine synchron in Echtzeit laufende Daten-Replikationsfunktion, da sie nach Aussage von Jeff Hill, Marketingdirektor für Infrastructure-Products, zu „speicherintensiv“ sei und der 9520V auf 2 Gigabyte Cachespeicher begrenzt ist. Zudem, fügt Hill hinzu, werde TrueCopy normalerweise von KMU-Kunden nicht benötigt. Der 9520V mit einer Dual-Controller-Anfangskonfiguration mit 3,4 Terabyte uneingeteilten Speicherplatz und einer Ressourcenmanagement-Software kostet zwischen 22.000 und 24.000 US-Dollar.

HDS hat große Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass sich der 9520V trotz der SATA-Laufwerke durch dieselbe Verlässlichkeit auszeichnet wie die anderen Modelle der 9500V-Baureihe. Anders als der vergleichbare AX150 von EMC kann der 9520V mit Dual-Controllern ausgestattet werden, was ein Hochverfügbarkeitsfeature ist. Des Weiteren führte HDS viele neue Features wie Verify-On-Write ein, um die Verlässlichkeit und Langlebigkeit der SATA-Festplatten zu erhöhen. Nach längeren Betriebspausen werden die Schreib-/Leseköpfe angehoben und in eine Parkposition gebracht, um die Lebensdauer der Festplatten zu verlängern.

Auch wenn der 9520V als Produkt für KMUs eingeführt wurde, soll das nicht gleich heißen, dass er nur in diesem Marktsegment vertrieben wird. „Wir gehen davon aus, einige Produkte als Teil einer Tiered-Storage-Infrastrukur [eines Enterprise Rechenzentrums] zu verkaufen,“ sagt Karen Sigman, Vizepräsidentin für globale Absatzwege bei HDS. Diese Lösung betreffend ist noch wichtig zu vermerken, dass der 9520V einer der Arrays ist, der von HDSs TagmaStore-Universal-Storage-Platform unterstützt wird, die bestimmte Speicherplatzbestände in ihrer Domain virtualisieren kann.

8. IBM DS6000

Beim der Konstruktion ihres neuen Arrays bediente sich IBM großzügig bei seinen eigenen Server-Architekturen und erweiterten die Definition von „Midrange“.

Als der DS6000 letzten Herbst von IBM vorgestellt wurde, musste er die Bühne mit dem größeren und potenteren Bruder, dem High-End-DS8000, teilen. Damals erwartete IBM, dass der DS8000 mit seinen Partitionierungsfähigkeiten sowie Leistung und Kapazität auf Enterprise-Array-Niveau die meisten Blicke auf sich ziehen würde, doch stahl ihm der DS6000 mit seiner außergewöhnlichen Modularität das Rampenlicht.

Der DS6000 streckt das Konzept eines Midrange-Arrays wirkungsvoll nach oben und unten. In der einfachsten Ausführung verfügt der DS6000 über „läppische“ 292 Gigabyte Speicherplatz, kann aber auf bis zu 74 Terabyte aufgestockt werden, womit er sich ins Unternehmens-Gebiet begibt.

Craig Butler, IBMs Produktmanager für Midrange-Storage-Produkte, besteht darauf, dass der DS6000 das untere Ende der Enterprise-Kategorie bildet, während der ältere DS4500, ein Teil der FAStT-Baureihe, die Spitze der Kategorie „Midrange“ bildet (wie im „More-Choice“-Marketingplan von IBM dargelegt).

Bei der Konstruktion des DS6000 griff IBM oft auf Technologien ihrer Server zurück, am ehesten ist das an den 64-Bit-PowerPC-Prozessoren zu sehen, die auch in den Servern der eSeries verwendet werden. Das Ergebnis ist ein Basissystem, dass in einen einzigen 3U-Slot eines standardmäßigen 19“-Racks passt. Die mit bis zu 16 Laufwerken bestückten Erweiterungseinheiten sind genauso groß, und so kann ein voll ausgestattetes Gestell insgesamt bis zu 248 Laufwerke aufnehmen.

Desweiteren erklärte IBM, dass jedermann in der Lage sei, den DS6000 ohne die Hilfe von Servicepersonal in ungefähr einer Stunde zu installieren. Upgrades und Pflege können ebenfalls von den Benutzern selbst mit verschiedenen von IBM überprüften diagnostischen Programmen und Selbstheilungsprogrammen durchgeführt werden. Die modernisierte Managementsoftware, neuerdings auch „IBM TotalStorage DS Storage Manager“ genannt, wurde durch eine neue Benutzeroberfläche aufgebessert und hilft bei der Konfiguration, bei Transaktionen und der Pflege des Systems.

Der Betriebssystem-Code des DS6000 ist fast identisch zu dem des DS8000, der seinerseits ungefähr drei Viertel des Codes der ESS-Baureihe enthält. Das erlaubt operative und funktionelle Kompatibilität zwischen ESS- und DS-Anlagen. Das ermöglicht dem Benutzer, bei fast allen Systemen die gleiche Software zu verwenden. Während es technisch gesehen eine wichtige Entwicklung ist, dass IBM dem DS6000 erlaubt, die gleichen Anwendungen wie der „große Bruder“ zu benutzen, legt es die Messlatte für Midrangesysteme in punkto „mehr Funktionalität für kleineres Geld“ extrem hoch. Zusätzlich unterstützt der DS6000 Großrechner und systemunabhängige Server, was sehr selten bei Midrange-Storage-Systemen ist.

Der DS6000 ist einer der am besten zu erweiternden, modularen Storage Arrays auf dem Markt. Es gibt allerdings kaum Erfahrungsberichte, da er noch relativ neu ist. Es bleibt abzuwarten, wie er sich verglichen mit Produkten anderer Anbieter oder IBMs eigener, beliebten FAStT Array-Baureihe bewährt, die er irgendwann einmal ersetzen soll.

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