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Künstliche Intelligenz und Cyber-Resilienz Pure Storage baut KI in seine Service-Architektur ein

Von Michael Matzer 6 min Lesedauer

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Auf seiner Hausmesse Accelerate hat Pure Storage mehrere Neuheiten sowie Erweiterungen seiner Angebote vorgestellt. „KI und Cyber-Resilienz stehen im Vordergrund“, sagte Elke Steinegger, die seit Dezember 2023 die Region Deutschland & Österreich leitet.

Auch Pure Storage setzt nun auf künstliche Intelligenz.(Bild:  ©Vertigo3d, Getty Images Signature via Canva.com)
Auch Pure Storage setzt nun auf künstliche Intelligenz.
(Bild: ©Vertigo3d, Getty Images Signature via Canva.com)

„Die Kunden wollen Flexibilität und Agilität, dafür ist unter anderem Automation nötig“, berichtet Elke Steinegger, Country Managerin und RVP Germany & Austria. „Dies ist unter anderem wichtig, um Regeln einhalten zu können, die die Gesetzgebung (etwa EU AI Act, DSGVO, NIST 2) und das Prinzip der Shared Responsibility vorgeben.“ Im Rahmen dieser Vorgaben muss der Nutzer jedes Datendienstes wie etwa Backup oder Storage-as-a-Service selbst Sorge dafür tragen, dass seine Daten am richtigen Ort sicher sind. Das ist indes im KI-Umfeld angesichts riesiger Datenmengen eine Herausforderung. „Allerdings ist Pure weder MSP noch SI, auch kein Berater, sondern lediglich Tool-Anbieter“, stellt Steinegger klar.

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Die neue Version von Pure Fusion fasst Speicher-Arrays zusammen und optimiert Speicher-Pools im laufenden Betrieb für strukturierte und unstrukturierte Daten, sowohl lokal als auch in der Cloud. Die nächste Generation von Pure Fusion ist nun vollständig in die Betriebsumgebung von Purity eingebettet: Sie sei so konzipiert, dass sie im Laufe der Zeit durch unterbrechungsfreie Upgrades kontinuierlich verbessert werde, und sie werde allen Kunden weltweit auf der gesamten Plattform von Pure Storage zur Verfügung stehen.

Der branchenweit erste Assistent für Storage sei der Gen-KI-Co-Pilot, doch mit der Bezeichnung „Co-Pilot“ ist Steinegger nicht so glücklich, erinnert er doch an Microsofts gleichnamigen Copilot. Wie auch immer: „Der KI-Co-Pilot stellt eine völlig neue Art der Verwaltung und des Schutzes von Daten mithilfe natürlicher Sprache dar“, so Steinegger. „Er nutzt die Datenerkenntnisse von zehntausenden Kunden von Pure Storage, um Storage-Teams bei der Untersuchung komplexer Performance- und Management-Probleme und bei der Vermeidung von Sicherheitsvorfällen zu unterstützen.“ Erste Pure-Referenzkunden im Bereich KI hat der Hersteller auf einer Website gesammelt.

Neue Evergreen//One-Angebote für KI und erster KI-Storage-as-a-Service

Die neuen Angebote sollen für garantierte Speicherleistung von GPUs zur Unterstützung von Trainings-, Inferenz- und HPC-Workloads sorgen. „Damit bauen sie die führende Position von Pure Storage bei Subskriptionen im Bereich von Kapazität aus und führen die Möglichkeit ein, auf Basis dynamischer Performance- und Durchsatz-Anforderungen zu beziehen“, so Steinegger. „Das neue SLA liefert damit auf besondere Art und Weise die jeweils benötigte Leistung. Sie beseitigt auch Planungsprobleme oder unnötige Anschaffungen, indem nur für die echte Durchsatz-Performance bezahlt wird.“

Sichere Anwendungs-Workspaces mit feingranularen Zugriffskontrollen kombinieren Kubernetes-Container-Verwaltung, sichere Mandantenfähigkeit und Tools für die Richtlinienverwaltung, um erweiterte Datenintegrationen zwischen unternehmenskritischen Daten und zum Beispiel KI-Cluster zu ermöglichen. Secure Application Workspaces lassen sich mit der Portworx-Suite von Pure integrieren, um Ende-zu-Ende Datenverwaltung vom Container bis hin zum Speichersystem zu automatisieren und sicher zu betreiben.“ Dadurch werde die Speicherinfrastruktur für Anwendungen transparent: Die Anwender erhalten einen vollständig automatisierten Zugriff auf KI-Innovationen, ohne auf Sicherheit, Unabhängigkeit oder Kontrolle verzichten zu müssen.

Kein NVIDIA-Reseller

„Pure Storage war einer der ersten Anbieter von Unternehmensspeicher, der mit NVIDIA zusammenarbeitete, um die NVIDIA-DGX-BasePOD-Zertifizierung und die NVIDIA-OVX-Validierung zu erhalten. Aufbauend auf dieser bahnbrechenden Zusammenarbeit für KI-fähige Infrastrukturen, erwartet Pure Storage, bis Ende 2024 eine zertifizierte Speicherlösung für NVIDIA DGX SuperPOD zu sein.“

So weit die Pressemitteilung. Markus Grau von Pure Deutschland stellt klar: „Zunächst ist natürlich zu betonen, dass Pure Storage ja kein NVIDIA-Reseller und auch kein Händler ist, bei dem man einen NVIDIA DGX BasePod oder einen NVIDIA SuperPOD kauft. Pure Storage ist aber seit vielen ein enger Partner von NVIDIA, denn deren Technologien/Lösungen brauchen ja auch Komponenten anderer Hersteller, um ihre Leistung entfalten zu können.“ Der Klartext lautet also: „Zusätzlich zu den bereits bestehenden NVIDIA-DGX-BasePod- und -OVX-Zertifizierungen wird Pure bis Ende des Jahres auch NVIDIA-SuperPOD-zertifiziert sein. Als Ethernet-basierter Speicherpartner vereinfacht dies die Unternehmensintegration für groß angelegte KI-Trainings und -Inferenzen erheblich.“

Gestärkte Cyber-Resilienz

Wie bei seinen Partnern Cohesity, Rubrik und Veeam wachsen die Aufgaben Storage und Cyber-Resilienz zusammen. Das schlägt sich in aktualisierten Angeboten nieder. Aufbauend auf dem ersten SLA (Service Level Agreement) für die Wiederherstellung bei Ransomware-Attacken, erweitert Evergreen//One nun seine Abdeckung auch auf Szenarien von Disaster Recovery.

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Die neuen und verbesserten SLAs für Cyber-Recovery und Resilienz bieten einen „maßgeschneiderten“ Wiederherstellungsplan, eine „saubere“ Service-Infrastruktur innerhalb eines definierten SLA, eine Vor-Ort-Installation und zusätzliche Services für die Datenübertragung.

Darüber hinaus arbeitet Pure mit weiteren Herstellern (siehe oben) zusammen, um eine umfassende Strategie für die Cyber-Security bereitzustellen und weiterzuentwickeln. Steinegger: „Dazu gehören auch laufende vierteljährliche Überprüfungen, um die Einhaltung von Best Practices, kontinuierliche Risikobewertungen und betriebliche Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten.“ Unternehmen könnten sich darauf verlassen, dass Pure Storage im Falle einer unvorhergesehenen Störung den normalen Betrieb auf Basis einer entsprechenden Garantie schnell wiederherstellen kann. Wie bedeutend diese Garantie ist, zeigt sich unter anderem daran, dass viele Opfer von Ransomware-Angriffen trotz relativ baldiger Wiederherstellung ihrer Datenbestände (inkl. Backups) Datenverluste zu verzeichnen haben.

Pure bietet eine Security-Bewertung an. „Das neue Assessment bietet einen tiefen Einblick in die Sicherheitsrisiken auf allgemeiner Ebene und außerdem leicht umsetzbare Empfehlungen zur Maximierung der Cyber-Resilienz“, so Steinegger. „Basierend auf den gesammelten Daten von mehr als 10.000 Installationen, präsentiert die Sicherheitslösung numerische Einstufungen von 0 bis 5, um die Sicherheitslage der gesamten Speicherinstallation laufend zu bewerten.“

Darüber hinaus liefere sie Best Practices für die Anpassung an die NIST-2.0-Standards (siehe oben), die Einhaltung von Vorschriften, die Behebung potenzieller Sicherheits-Anomalien und die schnelle Wiederherstellung des Betriebs im Falle eines sicherheitsrelevanten Ereignisses. Zudem nutzt der neue Co-Pilot für KI die Sicherheitsbewertung, um Chief Information Security Officers (CISOs) die Möglichkeit zu geben, die Sicherheitslage ihres Unternehmens im Vergleich zu anderen Pure-Storage-Kunden zu bewerten.

„Wir bieten eine neue KI-gestützte, erweiterte Erkennung von Anomalien“, sagt Steinegger. „Man sollte rechtzeitig aktuelle Bedrohungen wie Ransomware-Angriffe, einzelne ungewöhnliche Aktivitäten, gefährliches Verhalten und Denial-of-Service-Angriffe sowie weitere Anomalien erkennen. Mit KI-Technologie erweitert sich die bisher verfügbare Ransomware-Erkennung auf Basis von erkannten Anomalien bei Datenreduktion.“

Die erweiterte Erkennung basiert auf mehreren maschinellen Lernmodellen, die ungewöhnliches, anormales Verhalten identifizieren. Die Modelle analysieren dann Kundenumgebungen auf Basis historischer Daten im Hinblick auf anomale Muster, die auf Leistungserhebungen sowie auf dem Benutzerkontext der Speicheranwendung basieren.

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Mithilfe solcher Ermittlungen können Kunden dann die letzte bekannte und gute Snapshot-Kopie identifizieren, um die Auswirkungen auf den aktuellen Betrieb zu verringern. Dazu werden auch schnell identifizierbare Recovery Point Targets (RPT) verwendet, um die Daten zu identifizieren und auf diese Weise Risiken und Vermutungen auszuschließen.

Bekanntlich bietet Pure Storage seine Dienste auch in der Cloud an: Storage as a Service (STaaS). Das neue Site Rebalance SLA von Evergreen//One bietet laut Steinegger Service-Flexibilität für Unternehmen, die bestehende Empfehlungen zur Reserve anpassen möchten, wenn sich ihre Speicheranforderungen weiterentwickeln. „Wenn an einem bestimmten Standort kein Kapazitätsbedarf mehr besteht, wenn ein Rechenzentrum konsolidiert wird oder wenn die Leistung an einem Standort überdimensioniert war und überschüssige Kapazitäten vorhanden sind, die an anderer Stelle genutzt werden können, immer dann kommt das Site Rebalance SLA ins Spiel: Es ermöglicht den Unternehmen, die Reserveverpflichtungen alle zwölf Monate für jedes Evergreen//One-Abonnement neu auszugleichen.“

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