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Pure Storage Enterprise Data Cloud soll Datensouveränitätsansprüche der Kunden befriedigen

Von lic.rer.publ. Ariane Rüdiger 5 min Lesedauer

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Die Enterprise Data Cloud erfährt 2026 eine große Funktionserweiterung. Angekündigt wurden die Neuerungen bereits im Herbst dieses Jahres in New York. Außerdem präsentierte Pure Storage anlässlich seiner Reseller-Konferenz eine qualitative Studie zu den Bedürfnissen großer Datennutzer.

Einflüsse wie Datenschutz-Sensibilität, Geopolitik und Public Cloud befördern das Nachdenken über die Datensouveränität.(Bild:  Pure Storage)
Einflüsse wie Datenschutz-Sensibilität, Geopolitik und Public Cloud befördern das Nachdenken über die Datensouveränität.
(Bild: Pure Storage)

Pure stellte bereits im Juni in Las Vegas und im Herbst in New York jeweils Komponenten seiner Enterprise Data Cloud (EDC) vor. Sie umfasst eine ganze Reihe von Funktionen, die insgesamt sicherstellen sollen, dass Kunden, die das Angebot nutzen, der Datensouveränität näher kommen.

Dieses Thema gewinnt wegen der steigenden Bedeutung von AI an Brisanz. Denn kein Unternehmen möchte erleben, dass sein geistiges Eigentum durch eine KI oder sonstige Einflüsse allen zugänglich oder gar gestohlen wird.

Neue Funktionen für die Enterprise Data Cloud

Die Funktionsbereiche der Enterprise Data Cloud gliedern sich in Intelligent Control Plane, Unified Data Plane und – für Datensouveränität besonders wichtig – Cyber-Resilienz sowie SLA-Services. In den letztgenannten Bereich gehört beispielsweise, dass Hardware nun grundsätzlich mit TPM (Trusted Platform Module) ausgerüstet wird.

Weitere herbstliche Neuerungen auf dem Gebiet der Sicherheit und Zuverlässigkeit sind die Möglichkeit, eigene Geräte in die Dateninfrastruktur einzubinden, Resilienzdienste, die zusammen mit Veeam erbracht werden, Wiederherstellung auf Applikationsebene sowie integrierte Funktionen für Clustering und Replikationen zum Zweck der Recovery. Recovery Zones erlauben die Einrichtung isolierter Wiederherstellungszonen, etwa um Angriffe zu neutralisieren.

Pure unterstützt jetzt auch Recovery-Zonen und Threat-Detection. Das Tool ist jetzt imstande, gezielt nach Bedrohungen zu suchen und hat ein Log-Center. Ebenfalls integriert: ein Identitäts- und Zugriffsmanagement.

Pure integriert Hochleistungs-//XL190-Arrays ins Enterprise-Data-Cloud-Angebot

Im Bereich der Unified Dataplane können Kunden jetzt auch die Hochleistungs-Flash-Arrays des Typs //XL190 verwenden. Für die Typen //X und //C gibt es eine fünfte Version. Die ohnehin starke Datenreduktion verbessert Pure mit Deep Reduce. Der Algorithmus reduziert auf Basis von Mustern und Ähnlichkeit, um höhere Kompressionsraten im laufenden Betrieb zu erreichen.

Pure Storage hat weiter seinen Key Value Accelerator mit Nvidia Dynamo, einem modularen Open-Source-Inferenz-Framework für verteilte Verarbeitung generativer KI-Modelle in verteilten Umgebungen, integriert. Und schließlich gibt es die Pure Storage Cloud jetzt nativ für Azure. Der erste Service, der darauf angeboten wird, ist VMware. Weitere sollen folgen. „Andere Provider berücksichtigen wir je nach Nachfrage“, erklärte Elke Steinegger, ehemals unter anderem EMC und jetzt Pures Gebietsverantwortliche für den deutschsprachigen Raum.

Pure reichert die Intelligent Control Plane an

Schließlich wurde auch die intelligente Steuerungsebene (Intelligent Control Plane) erweitert, zum Beispiel um Templates für die Orchestrierung des Workflows und Data-Intelligence-Funktionen. Der AI-Copilot enthält jetzt auch Funktionen für Portworx und arbeitet ab Ende 2026 mit Servern zusammen, auf denen das Model Content Protocol läuft. Das Flottenmanagement Fusion verwaltet nun auch Portworx-Instanzen und damit containerisierte Anwendungen. Außerdem sind Workflow-Orchestrierungs-Konnektoren vorgesehen.

Für viele der aktuellen Neuerungen gilt: Ankündigung heute, Lieferung (viel) später. Bei einigen Funktionen kann dies bis Ende nächsten Jahres dauern.

KI fördert das Geschäft mit Pure Storage

Markus Grau, Enterprise Architect bei Pure, stellt die Studie zur Datensouveränität vor.(Bild:  Rüdiger)
Markus Grau, Enterprise Architect bei Pure, stellt die Studie zur Datensouveränität vor.
(Bild: Rüdiger)

Pures Enterprise-Data-Cloud-Strategie ist vor allem das Ergebnis des ungebremst anhaltenden KI-Booms. Die Marktzahlen, egal aus welcher Quelle, belegen ungebremstes Wachstum, und auch das in Sachen IT eher verschlafene Deutschland versucht, mitzuhalten. Beispielsweise mit einem Investitionsfond von 1,6 Milliarden Euro für 2025 des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Dazu kommen erhebliche Anstrengungen auf europäischer Ebene.

Enterprise Architect Markus Grau präsentierte eine im Auftrag von Pure durch die University of Technology in Sydney durchgeführte qualitative Studie. Sie bezog 22 Großunternehmen aus neun Ländern ein, davon auch mindestens drei aus Deutschland.

Datensouveränität: kein Risiko eingehen

Dabei sagten alle Teilnehmenden, dass Risiken für die Datensouveränität einschließlich Serviceunterbrechungen zu kritischen Überlegungen hinsichtlich des Datenstandorts führten. 92 Prozent der Befragten waren sich sicher, dass es in Rufschädigungen resultieren könne, wenn man sich nicht um die Datensouveränität kümmere. 85 Prozent fürchteten für diesen Fall Kundenverluste.

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Dass das Thema noch mehr Gewicht bekomme, sei auch eine Folge der kritischen geopolitischen Situation, meinte Markus Grau. 78 Prozent der Umfrageteilnehmer verkündeten ihre Priorität für mehrere Service-Provider, souveräne Datenzentren und Data Governance als Teil kommerzieller Vereinbarungen etwa mit Providern.

Cloud-Storage wächst trotzdem stark

Diese Ergebnisse weichen nicht von dem ab, was man in ähnlichen Studien herausbekommt. Das alles hält Anwender allerdings nicht davon ab, mehr und mehr Storage in die Provider-Cloud zu verlagern.

Fortune Business Insights spricht für 2024 von einem Weltmarkt-Volumen für Cloud-Storage von rund 132 Milliarden US-Dollar, prognostiziert für 2025 rund 161 Milliarden Dollar und 639 Milliarden Dollar bis 2032. Das bedeutet eine Wachstumsrate von jährlich 21,7 Prozent.

Demgegenüber gibt IDC für den Markt der externen Enterprise-Storage, also der Storage außerhalb des Servers wie beispielsweise Arrays, ein jährliches Wachstum von lediglich zwischen drei und vier Prozent an. Dass sich der Markt noch einmal grundlegend in Richtung Enterprise-Storage dreht, glaubt wohl niemand ernsthaft – zu groß sind die finanziellen Anreize, nicht mehr ohne sehr triftige Gründe in Storage-Hardware zu investieren.

Pure profitiert von guten Bewertungen

Freilich dürfte Pure als im Gartner Magic Quadrant weit vorn rangierendes Unternehmen von diesem nicht gerade überwältigenden Marktwachstum mehr als andere abbekommen.

Niels Kallies, Vertriebs- und Marketingleiter bei TWL-Kom: „Bei uns gibt es keine Lösungen von der Stange.“(Bild:  Rüdiger)
Niels Kallies, Vertriebs- und Marketingleiter bei TWL-Kom: „Bei uns gibt es keine Lösungen von der Stange.“
(Bild: Rüdiger)

Anlässlich der Präsentation der Studie der australischen Hochschule in München berichtete Niels Kallies, Vertriebs- und Marketingleiter von TWL-Kom, warum sich sein Unternehmen auf Pure fokussiert und die Technologie sehr gut mit den Treibern heutiger Investitionen in Enterprise-Storage harmoniert. TWL-Kom ist ein wichtiger Pure-Partner in Österreich.

Channel: Pure hilft, das Portfolio zu harmonisieren

Kallies: „Heute gibt es viele Trigger für Enterprise-Storage-Investitionen: Kosten, Skill-Shortage, KI, veränderte Prioritäten.“ Kallies’ Unternehmen bietet seinen Kunden aus dem eigenen Level-4-Rechenzentrum auf Pure basierende PaaS-Lösungen an. Andere Kunden betreiben ihre Storage On-Prem oder als Kolokation.

„Lösungen von der Stange gibt s bei uns nicht“, betont der Manager. „Pure kommt diesem sehr diversen Bedarf durch den modularen Aufbau und die Upgrade-Möglichkeiten sehr entgegen. Wir können unsere Storage-Angebote dadurch harmonisieren.“

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