Für die heutigen Anforderungen an die Datenspeicherung eignen sich hybride Multi-Clouds eigentlich am besten. Wenn da nicht die ganz spezifischen Hürden solcher Umgebungen wären. Eine universelle Software-Schicht kann Unternehmen aber dabei helfen, diese Hürden zu überwinden.
Software-Defined Storage (SDS) versetzt Unternehmen in die Lage, die Vorteile hybrider Multi-Clouds voll auszuschöpfen.
Daten sind heute das wichtigste Gut von Unternehmen. Vor allem durch ihre Verwendung mit Künstlicher Intelligenz und Data Analytics ermöglichen sie Unternehmen bessere Entscheidungen, personalisierte Angebote, optimierte Kundenerlebnisse, effizientere Prozesse, Innovationen und neue Produkte. Kurz: Sie machen Unternehmen wettbewerbsfähiger.
Die große Bedeutung von Daten erfordert von Unternehmen eine neue Betrachtung der Datenspeicherung. Mussten sie früher vor allem entscheiden, welche Medien sich für welche Daten am besten eignen – Bänder, drehende Platten oder SSDs ¬– sollten sie heute auch den Speicherort in ihre Überlegungen einbeziehen. Neben dem eigenen Rechenzentrum oder Co-Locations kann für bestimmte Daten in bestimmten Phasen ihres Lebenszyklus die Public Cloud der optimale Speicherort sein.
Wenn Unternehmen beispielsweise ein KI-Modell mit synthetischen, generischen oder anonymisierten Daten trainieren, die nicht sicherheitskritisch sind, ist die Speicherung dieser Daten in einer Public Cloud für viele eine mögliche Variante. Für das Training sind meist enorme Datenmengen erforderlich, die entsprechend umfangreiche Storage-Ressourcen verlangen. Gleichzeitig ist der Trainingsprozess aber zeitlich begrenzt. Anstatt selbst in den Aufbau der Speicher-Infrastruktur zu investieren, kann es effizienter sein, Ressourcen aus der Cloud zu nutzen. Beim produktiven Einsatz der trainierten Modelle sind die anfallenden Datenmengen dagegen meist geringer und unter Umständen auch sicherheitskritisch. Deshalb könnte hier eine Speicherung On-Premises oder in einer Co-Location die bessere Wahl sein.
Auch bei Backup und Recovery können sich abhängig von den Anforderungen jeweils verschiedene Speicherorte am besten eignen. In Fällen, in denen beispielsweise nur gelegentliche Backups und Abrufe erforderlich sind, kann Cloud-Storage die kosteneffizientere Variante sein, bei sehr kritischen Daten ermöglicht die Speicherung in der Public Cloud geografische Redundanz und damit eine hohe Ausfallsicherheit. Bei sehr hohen Datenschutz- und Compliance-Anforderungen dagegen oder wenn besonders schnelle Wiederherstellungszeiten erforderlich sind, ist eventuell eine On-Premises-Datenhaltung die bessere Option.
Jede Cloud hat ihre Stärken und Schwächen
Bei der Auswahl der besten Speicherorte sollten Unternehmen nicht nur eine, sondern mehrere Public Clouds heranziehen. Die einzelnen Clouds bieten unterschiedliche Funktionen und Kostenmodelle. Deshalb kann eine Cloud für die Speicherung der Daten von Anwendung A die optimale Lösung bieten und eine andere die beste Lösung für Anwendung B. Und wenn sich bei einer Anwendung die Anforderungen an die Datenhaltung ändern, bietet vielleicht eine andere als die bislang genutzte Cloud die besten Möglichkeiten. Idealerweise nutzen Unternehmen deshalb für die Datenspeicherung eine hybride Multi-Cloud, also eine Umgebung, die Storage-Ressourcen von On-Premises-Standorten, von Co-Locations und von mehreren Public Clouds miteinander kombiniert und jederzeit einen Austausch ermöglicht.
Allerdings bringen solche Umgebungen wieder ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich. Eine davon ist die Datenmobilität. Die nativen Systeme der Cloud-Betreiber sind in der Regel weder untereinander noch mit On-Premises-Systemen kompatibel. Wenn Unternehmen Daten zwischen diesen Systemen verschieben möchten, verursacht das einen erheblichen Migrations- und Implementierungsaufwand. Darüber hinaus stehen Technologien wie Komprimierung, Thin Provisioning oder Deduplizierung, die On-Premises eine hocheffiziente Speicherung ermöglichen, in den Services der Public Cloud nativ nicht zur Verfügung. Zudem können Speicherplatz und IOPS nicht immer optimal oder kosteneffizient für die eigenen Anforderungen konfiguriert werden. Nicht zuletzt besitzen die On-Premises- und die verschiedenen Cloud-Systeme unterschiedliche Management-Oberflächen, wodurch sich Unternehmen mit mehreren, jeweils ganz eigenen Logiken und Funktionsumfängen auseinandersetzen müssen. Diese Defizite schränken die Flexibilität der Unternehmen ein und limitieren Effizienz und Performance.
Eine universelle Software-Schicht für die komplette Umgebung schaffen
Um die eigentlichen Vorteile hybrider Multi-Clouds voll auszuschöpfen zu können, müssen Unternehmen diese Herausforderungen zu vertretbaren Kosten meistern. Eine gute Möglichkeit dazu bietet Software-Defined Storage (SDS). Diese Architektur entkoppelt die Speicher-Software von der zugrundeliegenden Hardware, wodurch die Speicherinfrastruktur vollständig durch Software verwaltet und gesteuert werden kann. Das ermöglicht es den Anbietern von On-Premises-Storage-Systemen, die Funktionen ihrer Lösungen auf Public Clouds auszudehnen.
Stand: 08.12.2025
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Sie können eine zusätzliche Storage-Software für das Management von Cloud-Ressourcen anbieten, die den Public Clouds vorgeschaltet ist – und die dieselben Funktionen für Block-Storage, File-Storage oder die Datensicherung mitbringt wie die On-Premises-Systeme. Dadurch steht Unternehmen jeweils eine universelle Storage-Schicht zur Verfügung, die sich über alle Standorte der hybriden Multi-Cloud hinweg erstreckt.
Eine universelle Software-Schicht vereinfacht das Management hybrider Multi-Clouds.
(Bild: Dell Technologies)
Cloud-Ressourcen flexibel, effizient und performant nutzen
Durch diese universelle Schicht können Unternehmen überall dieselben Dateispeicherformate, Richtlinien und Regeln anwenden und verfügen über Replikationsmöglichkeiten zwischen sämtlichen Standorten. Das ermöglicht ihnen eine umfassende Datenmobilität. Sie können Daten unkompliziert und effizient von On-Premises- oder Co-Location-Systemen in die Public Cloud oder umgekehrt verschieben, von einer Cloud zur anderen übertragen oder auch innerhalb einer Public Cloud über unterschiedliche Verfügbarkeitszonen hinweg transferieren.
Zudem lassen sich die Ressourcen der Public Clouds nahezu genauso effizient nutzen wie On-Premises-Ressourcen. Wenn Unternehmen beispielsweise immer mehr Storage-Instanzen in einer Cloud bereitstellen, haben sie dabei die Möglichkeit, mit Hilfe der Software Volumes zu aggregieren und dadurch eine kosteneffzientere Provisionierung zu gewährleisten. Durch die Konsolidierung von Datenklassen und die Zuweisung von Performance-Anforderungen können sie außerdem eine lineare Performance zu optimalen Kosten erreichen.
Bei Backup und Recovery erhalten Unternehmen ebenfalls Portabilität und können Daten flexibel über die verschiedenen Standorte hinweg synchronisieren und replizieren. So lassen sich Daten im komprimierten und deduplizierten Zustand an Public Clouds übertragen und dadurch auch beim Backup die Cloud-Ressourcen so kosteneffizient wie möglich einsetzen. Zum Schutz ihrer Backups vor Cyberangriffen und Ransomware haben sie die Möglichkeit, in den Clouds Air-Gap-Lösungen einzurichten, die dem Sicherheitsniveau von Cyber-Vaults aus der On-Premises-Welt entsprechen.
Nicht zuletzt stehen Administratoren dadurch einheitliche Management-Oberflächen in der hybrid Multi-Cloud zur Verfügung. Unternehmen benötigen daher keine Experten für mehrere verschiedene Tools und müssen kein entsprechendes Know-how aufbauen oder einkaufen – was aufgrund des Fachkräftemangels ohnehin schwierig sein dürfte.
Die Komplexität überwinden und Daten optimal platzieren
Der Autor Tobias Heizmann ist Consumption Sales Leader bei Dell Technologies.
(Bild: Dell Technologies)
Der enormen Bedeutung ihrer Daten werden Unternehmen somit am besten durch die Speicherung in hybriden Multi-Cloud-Umgebungen gerecht. Das Management mehrerer inkompatibler Public Clouds ist jedoch komplex, worunter Flexibilität, Effizienz und Performance leiden können. Eine universelle SDS-Schicht über die komplette Umgebung hinweg hilft Unternehmen, die Komplexität zu überwinden und ihre Daten jederzeit optimal zu platzieren.
* Der Autor: Tobias Heizmann ist Consumption Sales Leader bei Dell Technologies
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Unter der Haube der Speichervirtualisierung – Konzepte
Mehr Flexibilität und weniger Kosten – Marktüberblick SDS