MSP als wichtiger Teil der Speicherstrategie

Speicherdienste statt eigener Infrastruktur

| Autor / Redakteur: Florian Malecki* / Dr. Jürgen Ehneß

Grundsatzentscheidung: Daten On-Premises speichern, in der Cloud ablegen – oder an einen MSP auslagern.
Grundsatzentscheidung: Daten On-Premises speichern, in der Cloud ablegen – oder an einen MSP auslagern. (Bild: © Jonathan Weiss)

Unternehmen müssen sich zwischen Tradition und Zukunft entscheiden. Im Bereich der Speichertechnologie bieten MSP-Dienste (Managed Service Provider) weitaus mehr als nur eine Auslagerung der Infrastruktur.

Im Dreikampf der Rechenzentrumstechnologie gehört Speicher neben Networking und Computing zu den Königsdisziplinen. Dabei kommt es nicht darauf an, wie groß das Rechenzentrum ist. Daten sind und bleiben das Wichtigste, denn ohne sie braucht es keine Server und auch kein Netzwerk. In den vergangenen Jahren hat sich vieles im Rechenzentrum geändert: Beispielsweise hat die Virtualisierung des Speichers zu grundlegenden Änderungen in der gesamten IT-Strategie geführt. Daneben gibt es neue, zusätzliche Anforderungen von Anwenderseite, etwa Big Data, die dem Speicher und seiner Struktur mehr denn je abverlangen.

Geänderte Rollen

IT-Abteilungen in Firmen befinden sich damit ständig in einem Spannungsfeld. Konnte die IT früher vorgeben, was machbar ist und wie man den Speicher optimal einsetzt, sind es heute vielfach die Fachabteilungen im Unternehmen, die Anforderungen stellen. Die Rolle des IT-Teams hat sich gewandelt, und es muss die Anforderungen erfüllen. Wunschdenken und IT-Budget prallen hier oft aufeinander.

Insbesondere gilt dies für kleinere und mittelständische Betriebe, die mit begrenzten IT-Budgets und kleinen IT-Mannschaften auskommen müssen. Hierfür etablieren sich zunehmend Services von IT-Dienstleistern, die bestimmte IT-Aufgaben für das Unternehmen übernehmen, auch für die Bereiche Storage und Archivierung. Spezialisierte IT-Dienstleister sind aufgrund ihrer Erfahrung und des Einsatzes optimaler IT-Komponenten oft in der Lage, die Anforderungen für Unternehmen besser zu erfüllen, als es eine interne IT-Mannschaft vermag – eine Win-win-Situation für alle. Das unternehmensinterne IT-Team wird entlastet und kann sich auf die Expertise des Dienstleisters verlassen. Das Unternehmen kann flexibel auf neue Anforderungen reagieren, und der IT-Dienstleister kann als Managed Service Provider (MSP), etwa mit seinen Speicherdienstleistungen, eine wertvolle Hilfe sein – auch langfristig.

Speicher richtig planen – wo fängt man an?

Es ist unbestritten, dass Speicher heute eine strategische Komponente jedes Unternehmens ist. Weniger Einigkeit besteht in der Bewertung der unterschiedlichen Daten, und wie man mit diesen umgehen soll. Das führt zu Diskussionen darüber, ob die Speicherinfrastrukturen im Unternehmen verbleiben oder teilweise in die erfahrenen Hände eines Dienstleisters gegeben werden sollen. Wissen, belastbare Erkenntnisse und eine Strategie sind gefragt.

Die Analyse der Daten ist entscheidend, um eine vernünftige und zielführende Speicherstrategie zu erstellen. Weiterhin geht es um die richtige Prognose des zukünftigen Datenwachstum sowie die Planung, welche Abteilungen in Zukunft mehr Daten erzeugen und nutzen wollen – beispielsweise für Langzeitanalysen oder mit komplett neuen Systemen. Darüber hinaus gilt es, die Vorhersagen von Experten und Marktforschern mit der eigenen Unternehmensstrategie abzugleichen. So wird erwartet, dass der weltweite Markt für Big Data bis 2027 ein Volumen von 103 Milliarden US-Dollar erreicht (Prognose auf der Grundlage des Umsatzes).

Laut einer Studie sind 79 Prozent der Führungskräfte der Meinung, dass Unternehmen, die sich nicht mit Big Data auseinandersetzen, langfristig Schwierigkeiten haben werden, wettbewerbsfähig zu bleiben. Weitere 83 Prozent der Befragten gaben an, große Datenprojekte durchgeführt zu haben, um sich einen individuellen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Dieses Beispiel belegt, dass Unternehmen künftig mit deutlich mehr Daten aktiv arbeiten. Wichtig ist, dass sich Unternehmen dessen bewusst sind und diese individuellen Pläne und Vorhaben in die Speicherstrategie einbeziehen.

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Nicht nur aufgrund der stetig wachsenden Datenmenge, sondern auch wegen der veränderten Nutzung der Daten hat Speicher heute eine andere Rolle als in der Vergangenheit. Das hat Auswirkungen auf wichtige Entscheidungen, insbesondere wenn es darum geht, zwischen unterschiedlichen Konzepten wie On-Premise- oder MSP-Services abzuwägen. Eine definitive Empfehlung lässt sich nur nach Untersuchung der individuellen Bedürfnisse und Projekte des Unternehmens geben. In den meisten Fällen lässt sich bereits mit wenigen Parametern eine Tendenz für eine Entscheidung zu erkennen.

Public Cloud: viele Vorteile

Die Public Cloud hat viele Vorteile: Für in sich abgeschlossene Projekte, etwa eine Testumgebung für eine neue Software, sind Public-Cloud-Services vielfach die richtige Lösung. Hierbei handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Anforderung an den Speicher. Man hat keine langfristige Skalierung einzuplanen, und Compliance oder Security spielen eine untergeordnete Rolle, da keine sensiblen Daten im Produktivbetrieb verarbeitet werden. Die Einrichtung erfolgt schnell, und auch die Budgets sind planbar.

Ein weiterer geeigneter Anwendungsfall für Public Cloud ist die Zurverfügungstellung von Daten und Informationen in internationalen Unternehmen. Die weltweiten Infrastrukturen der Hyperscaler bieten hierfür optimale Voraussetzungen. Beispielsweise kann ein weltweit tätiger Streaming-Dienst sehr leicht seine Streaming-Daten, etwa Videos, in den jeweiligen Landessprachen vor Ort bereitstellen und damit Datenverzögerungen vermeiden.

Handelt es sich um komplexere und sensiblere Aufgaben im Speicherumfeld, kann ein MSP mit seinen spezialisierten Diensten die bessere Wahl sein. Hier sind individuelle Anforderungen erfüllbar. Spezielle Speichertopologien, ein gezieltes Storage Tiering oder ein automatisiertes Backup inklusive Archivierung sind nur einige Beispiele. Darüber hinaus kann der MSP für ein dem Unternehmen angepasstes Disaster Recovery sorgen und damit eine Schlüsselrolle in der Business Continuity einnehmen. Aber auch in der langfristigen Zusammenarbeit ist der MSP deutlich besser aufgestellt, um auf die Wünsche von einzelnen Unternehmen gezielt einzugehen.

MSP: eine Win-win-Situation

Um sich als MSP zu etablieren, sind Kreativität bei den Dienstleistungen und ein hoher Mehrwert für die Kunden gefragt. Eine Möglichkeit ist Cloud-basierter Storage-as-a-Service (STaaS), der eine Vielzahl an Herausforderungen insbesondere mittelständischer Unternehmen löst. Diese können sich den nötigen Zuwachs an Hardware und die damit verbundene Administration kaum noch leisten. Unter dem Strich haben viele Unternehmen den Punkt erreicht, an dem es mit traditionellem Datenspeicher extrem schwierig und teuer ist, die Informationsflut zu bewältigen. Sie müssen neue Wege gehen, brauchen Hilfe und die richtige Lösung.

An diesem Punkt werden STaaS-Angebote attraktiv. MSPs können Unternehmen helfen, ihre Speicheranforderungen zu erfüllen und ihr Geschäft auszubauen. Mit Storage-as-a-Service können MSPs ihren Kunden anbieten, auf hochwertigen, stufenlos skalierbaren Speicher zuzugreifen. So sorgen MSPs für mehr Flexibilität. Zudem zahlen Unternehmen ohne Vorabkosten nur für die Services, die sie tatsächlich benötigen – unabhängig davon, wann sie den Speicherplatz brauchen.

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Mit STaaS lässt sich der Speicherbedarf bei veränderlichen Kapazitätsanforderungen leicht in jede Richtung skalieren. Dies ist für wachsende Unternehmen besonders attraktiv: Speicher zu einem Preis, der deutlich unter den Kosten einer eigenen, hausinternen Speicherinfrastruktur inklusive Administration liegt.

Zunehmend attraktiv

Nicht nur die niedrigen Kosten und die Flexibilität machen Storage-as-a-Service zunehmend attraktiv. Auch Gesetze und Vorschriften wie die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) und landesspezifische Regelungen stellen hohe Anforderungen an die Datenspeicherung in Unternehmen. Selbst kleinste Betriebe müssen sich an Vorschriften halten oder mit harten, vielleicht unternehmensgefährdenden Strafen rechnen. MSPs helfen diesen Unternehmen dabei, ihre Daten besser zu speichern, zu verwalten und Vorgaben wie die DSGVO einzuhalten.

Florian Malecki, International Product Marketing Director bei StorageCraft.
Florian Malecki, International Product Marketing Director bei StorageCraft. (Bild: StorageCraft)

Wichtig für jegliche Entscheidung eines Unternehmens, sei es Speicher intern oder in Zusammenarbeit mit einem MSP aufzubauen, ist die Speicherstrategie, welche sowohl die heutigen als auch die künftigen Anforderungen berücksichtigt. Speziell im mittelständischen Umfeld hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass hybride Konzepte aus On-Premise- und MSP-Diensten eine sinnvolle Kombination darstellen – mit Tendenz zu verstärkter Zusammenarbeit mit Managed Service Providern.

*Der Autor: Florian Malecki, International Product Marketing Director bei StorageCraft

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