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Speichertipp: Go-basierte Plattform mit globaler Architektur und S3-Kompatibilität Storj V3 Network – verteilte Cloud für verschlüsselte Objektspeicherung

Von Thomas Joos 3 min Lesedauer

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Statt zentraler Server nutzt Storj ein global verteiltes Netzwerk unabhängiger Knoten. Daten bleiben verschlüsselt, manipulationssicher und jederzeit verfügbar. S3-Kompatibilität und Open-Source-Transparenz machen Storj zu einer technisch interessanten Alternative.

Storj speichert Dateien nicht auf zentralen Servern, sondern auf weltweit verteilten Knoten.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Storj speichert Dateien nicht auf zentralen Servern, sondern auf weltweit verteilten Knoten.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Storj betreibt ein vollständig verteiltes Cloud-Storage-Netzwerk, das Dateien nicht auf zentralen Servern, sondern auf weltweit verteilten Knoten speichert. Jeder Datensatz wird vor dem Upload verschlüsselt, in Fragmente zerlegt und über eine Vielzahl statistisch unabhängiger Nodes und Internet-Provider verteilt. Durch diese Architektur entsteht ein System ohne zentrale Schwachstelle, das Datenverfügbarkeit, Ausfallsicherheit und Datenschutz auf einheitlich hohem Niveau gewährleistet.

Architektur und Funktionsprinzip

Die Plattform nutzt das Protokoll Storj V3, das als objektbasiertes Speichersystem auf Go entwickelt ist. Die Speicherung erfolgt in einem globalen Peer-to-Peer-Netz, dessen Knoten von unabhängigen Betreibern bereitgestellt werden. Diese Dezentralität verhindert Angriffe auf zentrale Speicherorte und schützt vor Datenverlust bei regionalen Ausfällen. Ein Zero-Trust-Ansatz sorgt dafür, dass selbst Storj keinen Zugriff auf gespeicherte Daten besitzt. Der Zugriff erfolgt ausschließlich über kryptografische Schlüssel, die der Nutzer selbst verwaltet.

S3-Kompatibilität und Integration

Storj ist ein global verteilter, S3-kompatibler Datenspeicher.(Bild:  Joos – Storj)
Storj ist ein global verteilter, S3-kompatibler Datenspeicher.
(Bild: Joos – Storj)

Storj ist vollständig S3-kompatibel. Anwendungen, die bereits mit Amazon S3 oder vergleichbaren Diensten arbeiten, benötigen nur eine Änderung des Endpunkts und der Zugangsdaten, um mit Storj zu kommunizieren. Damit lässt sich der Dienst ohne Anpassung bestehender Workflows einsetzen. Entwickler können über die S3-Gateway-Schnittstelle oder das Uplink-CLI-Tool Dateien verwalten, große Datenmengen übertragen und bestehende Backup-Systeme anbinden.

Sicherheit und Datenschutz

Das System verschlüsselt sämtliche Daten standardmäßig clientseitig. Dadurch verbleibt der Schlüssel ausschließlich beim Nutzer. Jeder Datei-Upload erzeugt mehrere Fragmente, die jeweils auf unterschiedlichen Knoten gespeichert werden. Angreifer müssten gleichzeitig mehrere Standorte kompromittieren, um Zugriff auf vollständige Datensätze zu erlangen. Zusätzlich verhindern user-assigned Access Grants unbefugte Zugriffe, da nur explizit definierte Benutzer Rechte zum Entschlüsseln und Abrufen der Daten erhalten.

Performance und Verfügbarkeit

Storj erreicht eine globale Verfügbarkeit von 99,95 Prozent und verteilt Inhalte automatisch über mehrere Regionen. Der Zugriff erfolgt parallel aus den jeweils nächstgelegenen Segmenten, was Latenzzeiten reduziert und eine CDN-ähnliche Performance ermöglicht. Damit eignet sich Storj sowohl für geschäftskritische Anwendungen als auch für datenintensive Workloads wie wissenschaftliche Forschung, Medienproduktion oder Big-Data-Analysen.

Kostenstruktur und Effizienz

Durch die Nutzung bestehender Speicherressourcen senkt Storj die Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen Hyperscaler-Lösungen erheblich. Die Preise liegen bei rund 4 US-Dollar pro Terabyte und Monat für die Speicherung und 7 US-Dollar pro Terabyte für den ausgehenden Datenverkehr. Das Modell kombiniert wirtschaftliche Effizienz mit erhöhter Datensicherheit und Flexibilität bei der Skalierung.

Offener Entwicklungsansatz

Die gesamte Codebasis des Storj-V3-Netzwerks ist quelloffen und in Go geschrieben. Entwickler können den Quellcode prüfen, eigene Funktionen einbringen oder das Projekt lokal kompilieren. Zwar folgt Storj bei Client-Bibliotheken wie „uplink“ dem semantischen Versionierungsschema, im Haupt-Repository werden jedoch zwischen Minor- und Patch-Versionen auch inkompatible Änderungen zugelassen, da es nicht als Go-Modul für Fremdintegration gedacht ist.

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