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Das gilt insbesondere dann, wenn es der Inhalt und der Kontext von unstrukturierten Daten erfordern, dass diese Angaben – die Daten selbst sowie die zugehörigen beschreibenden Metadaten zu Kontext und Inhalt – getrennt voneinander auf einem Sekundär- oder Archivmedium gespeichert werden müssen.
Denn nur durch Kontext und Inhalt lassen sich unstrukturierte Daten sinnvoll einsetzen. Um beispielsweise den Inhalt eines Vertrages oder einer E-Mail zu verstehen, ist es wichtig, sie anhand ihres geschäftlichen Kontexts zu identifizieren und zu interpretieren. Es muss klar sein, ob darin Kunden, Produkte, Partner, Technologien oder andere geschäftlich relevante Kategorien erwähnt sind.
Darüber hinaus speichern File-Systeme die Daten in hierarchischen Baum-Strukturen (Verzeichnisse, Ordner, Unterordner und Dateien). Ziel eines File-Systems ist es, den Speicherort der Daten als logische Sequenz verschachtelter Ordner zu verwalten. Der eigentliche Inhalt und der Kontext der Daten sind – im Vergleich zu unstrukturierten Daten – nachrangig.
Strukturierte Daten benötigen nur wenige Metainformationen. Der Blick in ein File Directory liefert lediglich Angaben zum Namen der Datei, wann sie von wem angelegt und zum letzten Mal geändert wurde sowie zum Dateityp. File-Systeme eignen sich daher nicht für die Verwaltung unstrukturierter Daten.
Objektorientierte Datenspeicherung
Bei der objektorientierten Datenspeicherung, wie sie etwa die Dell-DX-Object-Storage-Plattform bietet, werden die Daten gemeinsam mit umfangreichen Metainformationen abgelegt, damit sowohl der Kontext als auch der Inhalt der Daten erhalten bleiben. Der Unterschied zwischen einem traditionellen File-System und der objektorientierten Speicherung lässt sich sehr gut am Beispiel einer MRT-Aufnahme (Magnetresonanztomografie) erläutern.
Wird eine MRT-Aufnahme als File gespeichert, sind dazu nur die grundlegenden Metainformationen wie Dateiname, Autor und Dateityp vorhanden. Wird die MRT-Aufnahme dagegen als Objekt gespeichert, ist es möglich, am gleichen Ort umfangreiche Metainformationen abzulegen, wie Name des Patienten, Patienten-ID, Datum der Aufnahme, anwesender Arzt, Notizen des Arztes sowie weitere Metadaten.
All diese Informationen helfen dem medizinischen Fachpersonal, die MRT-Aufnahme effizient zu speichern und sie später mit unterschiedlichen Suchbegriffen wieder finden zu können – ohne, dass der Dateiname bekannt ist. Zusätzlich lassen sich die Metadaten mit Regeln für ein automatisches Speicher-Management, die Weiterleitung, die Aufbewahrung oder sogar die endgültige Löschung verbinden.
Verlässt der Patient beispielsweise das Krankenhaus, wird das MRT-Objekt im Archiv abgelegt. Kommt der Patient zu einem späteren Zeitpunkt wieder, sorgt intelligentes Datenmanagement automatisch dafür, dass das MRT-Objekt auf ein schnell zugängliches Speichermedium (Nearline Storage) verlagert wird.
Die umfangreichen Metainformationen ermöglichen zudem den Einsatz leistungsfähiger Such- und Business-Intelligence-Tools. Damit lassen sich beispielsweise alle MRT-Aufnahmen, die in einem Krankenhaus in den letzten Jahren entstanden sind, suchen und analysieren, um daraus Erkenntnisse für den Erfolg bestimmter medikamentöser oder anderer Behandlungsverfahren zu gewinnen.
Darüber hinaus können die MRT-Aufnahmen mit anderen Daten, etwa den im MP3-Format aufgezeichneten Notizen der Ärzte oder eingescannten Unterlagen zur Krankenhistorie des Patienten, kombiniert werden. Das entspricht der bislang vielfach noch vorhandenen Krankenakte auf Papier, wobei die digitale Version deutlich schneller und einfacher nach wichtigen Informationen durchsucht werden kann. Damit lässt sich der Nutzwert von MRT-Objekten deutlich steigern.
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