Mammutaufgaben einfach lösen

TCO-Analyse für Archivierungslösungen einfach gemacht mit Adam Riese

| Autor / Redakteur: Stéphane Estevez, Quantum / Rainer Graefen

Bei TCO-Analysen ist nicht jeder Faktor gleichermaßen wirksam. Simplifizierung hilft dann mehr als Genauigkeit.
Bei TCO-Analysen ist nicht jeder Faktor gleichermaßen wirksam. Simplifizierung hilft dann mehr als Genauigkeit. (Jenny-Sturm_Fotolia.com_88799295)

Studien zeigen: Der Return on Invest (ROI) ist immer noch das Hauptkriterium für die IT-Abteilung bei der Anschaffung einer neuen Archivierungslösung. So wichtig die Berechnung der Rentabilität auch ist, so schwer tun sich IT-Verantwortliche mit der genauen Kostenanalyse. Dabei geht sie einfacher, als viele denken.

IT-Abteilungen sind heute mit einem kontinuierlichen Datenwachstum konfrontiert. Für sie ist die Implementierung einer intelligenten Archivierungslösung die wichtigste Strategie, um geschäftskritische Daten langfristig und systematisch zu sichern.

Sie trägt dazu bei, die Effizienz, Leistung und Kapazität im Rechenzentrum zu optimieren und so die Gesamtbetriebskosten zu reduzieren; IT-Manager profitieren von einem schnellen Datenzugriff und einfachen Management.

Der Speicherbedarf allein ist kein Argument

In Zeiten von Big Data überwiegt zwar mittlerweile auch auf Geschäftsführungsebene die Meinung, dass Daten einen kritischen Wert für den Unternehmenserfolg haben. Wenn es aber darum geht, eine moderne Archivierungslösung für die eigene Organisation anzuschaffen, steht der IT-Verantwortliche vor einer großen Herausforderung: Er muss die Investitionskosten gegenüber dem Management plausibel begründen und die Rentabilität unmittelbar nachweisen.

Letzteres ist laut der aktuellen Studie „IT Spending Intentions 2015“ der Enterprise Strategy Group (ESG) das Hauptkriterium für die IT-Abteilung bei der Implementierung neuer Lösungen. Die Fallanalyse stellt für viele eine umfangreiche Aufgabe dar, müssen dabei doch zahlreiche Faktoren in Betracht gezogen werden. IT-Manager können sich die Rentabilitätsanalyse aber deutlich vereinfachen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Wahl der passenden Technologie.

In der folgenden Übersicht sind typische Aufwandskategorien bei einer Rentabilitätsanalyse/ ROI-Kalkulation gelistet. Diese beinhaltet hier mehr Faktoren als unbedingt notwendig. Jedoch soll die detaillierte Auflistung der einzelnen Bestandteile genauere Informationen über deren jeweilige Gewichtung in der Gesamtinvestition geben und so eine einfachere Analyse möglich machen:

Typische Faktoren bei der ROI-Kalkulation

Investitionskosten (CAPEX)

  • Storage-System
  • Switches
  • Andere Hardware
  • Softwarelizenzen

Direkte Betriebskosten (OPEX)

  • Footprint
  • Stromversorgung
  • Kühlung
  • Wartungsverträge

Indirekte Betriebskosten (OPEX)

  • Umfangreichere Upgrades
  • Laufwerksausfälle

Die Analysten der Evaluator Group beziehen in ihre ROI-Kalkulation eine umfassende TCO-Evaluierung mit ein und zeigen Möglichkeiten zu Kosteneinsparungen. In der unteren Grafik sind zuzüglich zu den Kosten für Hardware und Software auch die Kosten für Administration, Technologieaustausch und Wartung sowie Umweltkennzahlen erfasst.

Auf die wichtigen Parameter konzentrieren

Deutlich zu sehen ist, dass sich Kosteneinsparungen vor allem bei Software, Storage-System und Wartung umsetzen lassen. Administration und Umweltkennzahlen hingegen schlagen gar nicht zu Buche. Die Beschaffungskosten für Technologieerneuerung sind nur über einen längeren Zeitraum ein signifikanter Faktor, normalerweise mehr als drei Jahre. Für einen Zeitraum von weniger als drei Jahren können diese Kosten in der Analyse vollständig ignoriert werden. Das logische Resultat dieser Beobachtungen ist also eine ROI/TCO-Analyse, die nur die primären Kostenfaktoren berücksichtigt, da diese für eine eingängige Argumentation für das Investment in eine neue Archivierungslösung ausreichend sind:

  • Kosten für Softwarelizenzen
  • Kosten für das Storage-System
  • Kosten für die Wartung

Diese drei Faktoren lassen sich aber noch weiter vereinfachen: Der Annahme folgend, dass die Wartung für eine Lösung stets einen gewissen Prozentsatz des Kaufpreises ausmacht, wächst der Faktor X bei der Rechnung „Kaufpreis + Faktor X für die Wartung“ proportional mit, wenn mehr Lösungen gekauft werden. Wenn also die Wartung über alle Komponenten hinweg konsistent ist, dann bestehen die primären Kostenfaktoren innerhalb der Analyse einzig aus den Softwarelizenzen und dem Storage-System. Als letzter Schritt bleibt dann der Vergleich der wesentlichen Kostenfaktoren für: 1. die neue Lösung und 2. die Kapazitätserweiterung bei der bestehenden Lösung, um dem Datenwachstum Herr zu werden. Aber wie kann eine einfache und praktikable Analyse aussehen?

Zwei Beispiele

Beispiel 1: Implementierung eines Archivs aus 100 TByte in einer Tape Library

Der IT-Umgebung werden folgende Komponenten hinzugefügt:

  • 1. ein nicht-disruptiver „Data Mover“: um die Daten intelligent von dem bestehenden primären Speicher in die neue Archivierungslösung zu verschieben.
  • 2. eine neue Archivierungslösung mit mehrstufiger Tiered-Storage-Technologie: so dass wertvolle Daten zuerst auf Disk vorgehalten werden, um mit niedriger Latenzzeit schnell zur Verfügung zu stehen und dann automatisch auf Tape verschoben werden, wenn sie im Laufe der Jahre an Wert verlieren und weniger zum Einsatz kommen. Diese Archivierungslösung ist üblicherweise eine konvergente Lösung, die Diskspeicher, richtlinienbasiertes Tiering und in diesem Fall eine Tape Library beinhaltet.

TCO-Vergleich 1

ROI des Archivs: (465.000 US-Dollar – 140.000 US-Dollar)/465.000 = 70 Prozent Investitionsrentabilität.

Beispiel 2: Implementierung eines Archives aus 1 PB Daten in ein Object Storage Disk-System

Der IT-Umgebung werden folgende Komponenten hinzugefügt:

  • 1. ein nicht-disruptiver „Data Mover“: um die Daten intelligent von dem bestehenden primären Speicher in das neue Object Storage-Archiv zu verschieben.
  • 2. Object Storage-Archiv mit „Data Spread“-Kapazitäten (üblicherweise ist Erasure Code die beste Option, aber Replikation kann ebenso angewendet werden): mit integrierter, umfangreicher Datensicherung beim Versagen einer Komponente und Disaster Recovery.

TCO-Vergleich 2

Das untenstehende Modell geht von einer aggressiven Preispolitik für das bestehende Modell aus.

1) Unter der Voraussetzung, dass die Off-Site-„Data Spread“-Funktion in die neue Archivierungslösung integriert ist

2)ROI des Archivs: Kalkulation der Einsparungen im Vergleich zu den Anschaffungskosten:

(3.150.000 US-Dollar – 1.150.000 US-Dollar)/ 3.150.000 US-Dollar = 63 Prozent Investitionsrentabilität.

Um es auf den Punkt zu bringen

Die Implementierung einer Archivierungslösung spart viel Geld und die ROI-Analyse kann durchaus sehr einfach sein. Allerdings müssen IT-Entscheider einige wesentliche Elemente bei der Implementierung einer neuen kosteneffizienten Archivierungslösung sowie der Begründung für die Investition beachten – hier einige Tipps:

1. Wählen Sie Lösungskomponenten, die sich nicht-disruptiv auf Ihre bestehende Umgebung auswirken:

Intelligente „Data Movers“ können Daten einfach migrieren und Kontrollabschnitte oder Links bei den Original-Daten hinterlassen, so dass bei den Anwendungen selbst nichts geändert werden muss – und keine zusätzlichen Aufgaben für den Nutzer entstehen.

Stellen Sie darüber hinaus immer den Nutzer in den Fokus: Stellen Sie sicher, dass die Daten verfügbar bleiben und die Latenzzeit bei dem Datenzugriff seinen Bedürfnissen entspricht.

2. Stellen Sie sicher, dass die Daten vor einem Komponentenausfall gesichert sind und Disaster Recovery in der Analyse (und der Lösung) enthalten ist:

Oft können bei einer bestehenden Archivierungslösung die Daten im primären Speicher belassen werden und ein reguläres Backup durchgeführt werden. Dies ist bei Daten der Fall, die stets zugriffsbereit sein müssen.

Nutzen Sie wenn möglich die Vorteile von „Data-Spread“-Technologien. Ideal ist Object Storage auf Basis von Erasure Code, wobei die Datenreplikation in die Cloud oder an einen anderen RZ-Standort ebenfalls eine gute Option darstellen kann – und natürlich bleibt Tape nach wie vor das kostengünstigste Medium für Off-Site-Replikation.

3. Keep it simple!

Gestalten Sie die Analyse so einfach wie möglich: Wenn Sie eine ROI-Kalkulation aufstellen, kontrollieren Sie sich immer selbst, indem Sie sich fragen, ob der jeweilige Faktor von signifikanter Bedeutung ist – und entsprechend Auswirkung auf das Endergebnis hat. Eine übersichtliche ROI-Analyse ist der Schlüssel für die Implementierung einer neuen Archivierungslösung.

Sie hilft dem IT-Verantwortlichen nicht nur operativ bei der intelligenten Strategie zur Sicherung und Management von wertvollen Daten, sondern auch bei der positiven Wahrnehmung der IT-Abteilung im Unternehmen als „Enabler“, der eine wichtige Rolle für den Unternehmenserfolg spielt, indem er unnötige Ausgaben verhindert.

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