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Netzwerkspeicher mit Open Source bereitstellen TrueNAS Core einrichten und eigenes NAS betreiben

Von Thomas Joos 5 min Lesedauer

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TrueNAS gehört sicherlich zu den bekanntesten Open-Source-NAS-Systemen am Markt. Die kostenlose Edition True NAS Core steht als ISO-Datei zur Verfügung und kann zum Beispiel mit Rufus auf einen bootfähigen USB-Stick übertragen werden. Der Beitrag zeigt, wie die Installation und die Einrichtung ablaufen.

Es muss nicht immer eine neue Komplettlösung sein: Ein NAS lässt sich auch mit Open-Source-Software auf vorhandener 64-Bit-kompatibler Hardware aufsetzen.(Bild:  ©panumas nikhomkhai, Pexels via Canva.com)
Es muss nicht immer eine neue Komplettlösung sein: Ein NAS lässt sich auch mit Open-Source-Software auf vorhandener 64-Bit-kompatibler Hardware aufsetzen.
(Bild: ©panumas nikhomkhai, Pexels via Canva.com)

Wir haben uns bereits in mehreren Beiträgen mit TrueNAS Core und TrueNAS Scale beschäftigt. In diesem Artikel gehen wir darauf ein, wie die Einrichtung des Open-Source-NAS-Systems auf eigener Hardware erfolgen kann. Im ersten Schritt erfolgt der Download von TrueNAS auf der Seite des Herstellers. Ein USB-Stick zur Installation lässt sich zum Beispiel mit Rufus erstellen. Während TrueNAS Scale auf Debian aufbaut, nutzt TrueNAS-Core noch FreeBSD.

TrueNAS Core installieren

Die generelle Installation von TrueNAS ist sehr einfach und läuft über einen Assistenten, der automatisch startet, wenn der Computer mit dem USB-Stick der Installationsdateien startet. Im Rahmen der Installation erfolgt die Auswahl, wo TrueNAS selbst installiert werden soll. Die Datenträger für das Speichern der Daten im NAS lassen sich auch später noch hinzufügen. Das Kennwort für den Benutzer „root“ wird ebenfalls im Rahmen der Installation festgelegt, genauso wie das Bootverhalten als BIOS- oder UEFI-Version. Auf moderner Hardware ist die Auswahl des modernen UEFI-Standards ideal.

Während der Installation lässt sich auch festlegen, dass TrueNAS ein 16-GB-SWAP-Laufwerk anlegt, damit das System und Datenzugriffe schneller ablaufen. Die eigentliche Installation ist in wenigen Minuten abgeschlossen. Danach beginnt die Einrichtung des NAS In der Weboberfläche. Standardmäßig erhält das NAS-System seine IP-Adresse per DHCP. Das lässt sich aber nach der Installation der Weboberfläche bei „Network -> Interfaces“ anpassen. Nach Auswahl des entsprechenden Adapters und „Edit“ kann man die Einstellungen anpassen. Bei „Global Configuration“ stehen noch die Einstellungen für DNS, Hostname, Gateway und Domänen bereit.

Storage einrichten

Nach der Installation und Grundeinrichtung des NAS erfolgt zunächst die Konfiguration der Storage-Umgebung. Dazu steht der Menüpunkt „Storage“ in der Weboberfläche zur Verfügung. Im ersten Schritt erfolgt mit „Add“ bei „Pools“ das Erstellen eines neuen Speicherpools. Ein Pool umfasst mehrere physische Datenträger, die dem NAS zur Verfügung stehen. Im Fenster zeigt die Weboberfläche die Datenträger an, auf denen das Betriebssystem von TrueNAS selbst nicht installiert ist.

Während des Anlegens wird bereits festgelegt, welches Layout zum Einsatz kommen soll. TrueNAS nutzt ZFS und ermöglicht daher auch den Aufbau einer hochverfügbaren Speicherinfrastruktur.

Abhängig von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Datenträger, stehen verschiedene Layouts zur Verfügung. Über „Add VDEV“ ist es möglich, einzelnen Datenträgern parallel dazu bestimmte Aufgaben zur Verfügung zu stellen. Beispiele dafür sind ein Cache-Laufwerk, ein Log-Datenträger, oder auch Hot Spares. Sobald die Auswahl getroffen ist, speichert die Auswahl von „Create“ den Pool. Dabei löscht TrueNAS alle Daten, die auf den Laufwerken gespeichert sind, und richtet die Laufwerke ein. Auf dem gleichen Weg ist es möglich, mehrere Pools für verschiedene Aufgaben zu erstellen.

RAID-Z ermöglicht eine hohe Fehlertoleranz und optimiert die Kapazität. Eine sinnvolle Konfiguration kann mehrere RAID-Z-Gruppen mit jeweils drei bis vier Festplatten sowie einen dedizierten Cache-VDEV, der die Performance erhöht, darstellen. Ein separater Pool dient als Grundlage für Daten, die in Windows- und NFS-Freigaben eingesetzt werden.

Erstellung eines Datasets in TrueNAS

Datasets in TrueNAS sind logische Unterteilungen eines Speicherpools, die sich individuell konfigurieren lassen. Sie ermöglichen eine gezielte Verwaltung von Eigenschaften wie Komprimierung, Synchronisierung, Berechtigungen und Quotas. Durch diese Flexibilität eignen sie sich optimal, um verschiedene Anwendungen oder Benutzergruppen innerhalb eines gemeinsamen Pools zu trennen. Jedes Dataset agiert unabhängig und bietet damit eine effiziente und anpassungsfähige Methode zur Organisation und Verwaltung von Daten.

Die Erstellung eines Datasets beginnt in der Verwaltungsoberfläche von TrueNAS mit der Auswahl des gewünschten Speicherpools. Nach dem Anklicken der Option „Add Dataset“ erfolgt die Eingabe eines Namens, der das Dataset eindeutig identifiziert. Im nächsten Schritt lassen sich Eigenschaften wie Komprimierung, Synchronisierung und Datensatztyp anpassen. Für spezielle Anforderungen kann die Synchronisierung deaktiviert werden, um Schreibvorgänge zu beschleunigen.

Nach Abschluss der grundlegenden Einstellungen erfolgt die Konfiguration der Berechtigungen und Zugriffssteuerungen. Für SMB-Freigaben aktiviert die Einstellung „ACL Restricted“ eine granulare Rechteverwaltung, während die Option „Generic“ den Zugriff über SMB und NFS gleichzeitig erlaubt. Nach der Konfiguration speichert das System die Einstellungen und integriert das neue Dataset in den gewählten Speicherpool. Es steht nun für die Nutzung in Freigaben oder weiteren Datenstrukturen bereit.

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Freigaben erstellen

Die Erstellung von SMB-Freigaben in TrueNAS erfolgt über den Bereich „Sharing“ in der Verwaltungsoberfläche. Bei „Sharing“ steht die Option „Add“ im Abschnitt „Windows (SMB) Shares“ zur Verfügung. Im erscheinenden Dialog erfolgt die Eingabe des Pfads zum gewünschten Dataset. Diesen kann man über „Browse“ steuern und das Dataset aus der Liste auswählen. Anschließend ist im Feld „Name“ ein klarer und eindeutiger Name für die Freigabe notwendig. Für detaillierte Berechtigungen steht die Option „Enable ACL“ bereit. Bei Bedarf stehen weitere Einstellungen zur Verfügung. Mit „Enable Shadow Copies“ lassen sich frühere Versionen von Dateien wiederherstellen, was besonders in produktiven Umgebungen hilfreich ist. Für SMB-Freigaben lassen sich Eigenschaften wie „Browsable to Network Clients“ aktivieren, wodurch die Freigabe im Netzwerk sichtbar wird.

Nach der Konfiguration erfolgt die Speicherung der Freigabe mit „Submit“. Falls der SMB-Dienst noch nicht läuft, erscheint eine Aufforderung zur Aktivierung. Diese erfolgt durch einen Klick auf „Start Service“. Der Dienst steht aber auch bei „Services“ zur Aktivierung zur Verfügung. Danach können bei „Storage“ nach der Auswahl des entsprechenden Datasets über „Edit Permissions“ die Berechtigungen angepasst werden. Hier lassen sich spezifische Berechtigungen für Benutzer und Gruppen zuweisen. Diese müssen zuvor im Bereich „Accounts“ angelegt werden. Um die Rechte auf alle Unterordner anzuwenden, erfolgt die Aktivierung der Option „Apply Permissions Recursively“.

Der Zugriff auf die Freigabe lässt sich testen, indem Nutzer im Windows-Datei-Explorer die Server-IP-Adresse in der Form „\\Server-IP\Freigabename“ eingeben. Nach Eingabe von Benutzername und Passwort ist die Freigabe zugänglich und für Windows-Clients nutzbar.

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(Bild: Storage-Insider)

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Die Themen im Überblick:

  • Warum Storage als Open Source?
  • NAS & Objektspeicher
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