Mobile-Menu

Automatisch in die richtige Speicherklasse Was ist Auto-Tiering?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Auto-Tiering ist ein Begriff aus dem Storage-Umfeld. Das Auto-Tiering sorgt dafür, dass Daten automatisch in der für sie am besten geeigneten Speicherklasse (Tier) gespeichert werden. Häufig benötigte (heiße) Daten werden in schnellen, leistungsfähigen Speichern bereitgehalten, seltener abgerufene (warme oder kalte) Daten in langsameren, günstigeren Speichern abgelegt. Je nach Storage- und Datenumfeld werden unterschiedlich viele Speicherklassen unterschieden.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - Fotolia)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Auto-Tiering wird auch als „Automated Storage Tiering“, abgekürzt AST, bezeichnet. Es handelt sich um ein Konzept und Verfahren aus dem Storage-Umfeld, das sicherstellt, dass die Daten automatisiert in der für sie am besten geeigneten Speicherklasse gespeichert werden. Die Speicherklasse wird auch als „Tier“ bezeichnet.

Je nach Storage- und Datenumgebung werden unterschiedlich viele Tiers unterschieden. Das Auto-Tiering sorgt dafür, dass die am häufigsten verwendeten, geschäftskritischen Daten, auch als „heiße Daten“ bezeichnet, in einem Speichersystem mit hoher Leistung und hoher Geschwindigkeit bereitgehalten werden. Weniger häufig benötigte Daten („warme“ oder „kalte Daten“) wie Datensicherungen oder archivierte Daten legt das Auto-Tiering in langsameren, größeren und billigeren Speichern ab.

Das Auto-Tiering erfolgt auf Basis zuvor festgelegter Regeln. Die Regeln für das Automated Storage Tiering berücksichtigen Aspekte wie Leistung, Kosten, Funktionalität, Verfügbarkeit, Sicherheit und Speicherkapazität. Die Zuordnung der Daten zu den Speicherklassen findet gemäß den Regeln dynamisch in Echtzeit und für Benutzer oder Anwendungen unsichtbar im Hintergrund statt. Daten müssen nicht in einer bestimmten Speicherklasse verbleiben, sondern können je nach Nutzung automatisch in niedrigeren oder höheren Storage-Tiers eingeordnet werden.

AST ersetzt manuelle Prozesse zur Speicherklassenzuordnung und kommt in vielen Speichersystemen zum Einsatz. Es existieren zahlreiche Produkte wie hybride Speicher-Arrays, bestehend aus Flash-Speichern und herkömmlichen Festplatten, die Tiering-Funktionen in die Speichersysteme integrieren oder als zusätzliche Software oder zusätzlichen Service von Drittanbietern realisieren.

Die Einteilung in verschiedene Storage-Tiers

Auto-Tiering speichert die Daten entsprechend ihrer Nutzung in verschiedenen Storage-Tiers. Je nach Umgebung existieren unterschiedlich viele solcher Speicherklassen. Teilweise werden zehn und mehr Storage-Tiers unterschieden. Die Einteilung hängt stark davon ab, wie ein Unternehmen seine Daten klassifiziert. Ein häufig verwendeter Ansatz ist die Einteilung in vier verschiedene Storage-Klassen.

Eine solche Einteilung kann zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

  • Tier 0: höchste Speicherklasse mit sehr schnellem und sehr leistungsstarkem, aber teurem Speicher mit beschränkter Kapazität (zum Beispiel SSDs oder Flash-Arrays) für unternehmenskritische Daten, die kurze Antwortzeiten, hohe I/O-Leistung und Verfügbarkeit erfordern,
  • Tier 1: Speicherklasse mit hoher Leistung und mehr Speicherkapazität für heiße Daten mit weniger kritischen Antwortzeit- und I/O-Anforderungen (zum Beispiel Hochleistungs-Disk-Arrays mit klassischer Festplattentechnik),
  • Tier 2: Speicherklasse mit mittlerer Leistung und erweiterter Speicherkapazität für warme Daten mit niedrigeren Antwortzeit- und I/O-Anforderungen wie Datensicherungen (zum Beispiel Disk-Arrays mittlerer Leistungsstufe mit klassischer Festplattentechnik),
  • Tier 3: Langsame Datenspeicher mit hoher Speicherkapazität und Datenhaltbarkeit für die Langzeitarchivierung von kalten Daten oder Erfüllung von Compliance-Anforderungen (zum Beispiel Bandbibliotheken oder optische Speichermedien).

Vorteile durch Auto-Tiering

Automated Storage Tiering bietet unter anderem diese Vorteile:

  • dynamische, automatische Speicherklassenzuordnung in Echtzeit gemäß den definierten Vorgaben,
  • kein manuelles Storage-Tiering notwendig,
  • auf Geschäftsanforderungen abgestimmte Speicherleistung und optimale Leistung für geschäftskritische Daten,
  • verbesserte Leistung der Anwendungen,
  • bessere Ausnutzung der vorhandenen Speicherklassen,
  • niedrigere Gesamtkosten der Speicherinfrastruktur.

(ID:49628972)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Data-Storage und -Management

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung