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Verteilte Metadatenverwaltung Was ist Distributed Metadata-Management?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Distributed Metadata-Management ist eine Form der Metadatenverwaltung, die die Metadaten nicht zentral in einem System oder Repository, sondern verteilt über verschiedene Systeme, Server oder Standorte verwaltet, synchronisiert und vorhält. Im Vergleich zu einem zentralisierten Ansatz verbessert das die Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Leistung der Metadatenverwaltung.

Distributed Metadata-Management verbessert im Vergleich zu einem zentralisierten Ansatz die Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit der Metadatenverwaltung.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Distributed Metadata-Management verbessert im Vergleich zu einem zentralisierten Ansatz die Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit der Metadatenverwaltung.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Unter Metadatenverwaltung (Metadaten-Management oder Metadata-Management) versteht man allgemein die systematische Verwaltung von Metadaten („Daten über Daten“) und die dafür notwendigen Konzepte, Prozesse und Technologien zur Erfassung, Speicherung, Organisation, Nutzung und Pflege dieser Daten. Metadaten-Management kann grundsätzlich zentralisiert in einem System oder Repository oder verteilt über verschiedene Systeme, Server oder Standorte erfolgen.

Bei einem verteilten Verwaltungsansatz spricht man auch vom Distributed Metadata-Management (deutsch: verteiltes Metadaten-Management). Das Distributed Metadata-Management verbessert im Vergleich zu einem zentralisierten Ansatz die Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit der Metadatenverwaltung. Die Zuständigkeit für die Pflege der Daten und ihrer Metadaten lässt sich bei einem verteilten Ansatz zudem auf verschiedene Teams oder Domänen übertragen.

Ein verteiltes Metadaten-Management kommt üblicherweise in großen verteilten Umgebungen und Systemen wie verteilten Datei- und Speichersystemen, Datenbanken oder Cloud-Strukturen zum Einsatz. Für solche modernen Datenlandschaften und Umgebungen stellt das Distributed Metadata-Management eine strategische Komponente zur Sicherstellung einer effektiven Datenintegration, nahtlosen Dateninteroperabilität und Daten-Compliance dar.

Prinzipielle Funktionsweise des verteilten Metadaten-Managements und die dafür notwendigen Technologien und Verfahren

Das Distributed Metadata-Management erfordert im Vergleich zu einem traditionellen, zentralisierten Ansatz der Metadatenverwaltung einige zusätzliche Technologien und Verfahren, die für die Verteilung, Synchronisation und konsistente Bereitstellung der Metadaten über mehrere Systeme und Standorte hinweg notwendig sind. Die Metadaten werden nicht in einem zentralen Metadaten-Repository bereitgehalten, sondern nach bestimmten Kriterien in kleinere Einheiten unterteilt und auf verschiedene Systeme oder Server verteilt. Die Auswahl der Server oder Systeme kann beispielsweise hinsichtlich der räumlichen oder methodischen Nähe zu den Daten, die von den Metadaten beschrieben werden, erfolgen.

Zur Sicherstellung der Konsistenz und Verfügbarkeit der Metadaten sind zudem Strategien und Verfahren zur Replikation und Synchronisation der Metadaten notwendig. Es kommen beispielsweise Commit- oder Konsensmechanismen zum Einsatz, die sicherstellen, dass alle Knoten nach Abschluss einer Datenoperation denselben Stand aufweisen und Konflikte durch gleichzeitigen Zugriff auf verschiedene Knoten gelöst werden. Hierfür können unterschiedliche Konsistenzmodelle zur Anwendung kommen. Zur gleichmäßigen Verteilung der Metadaten-Anfragen lassen sich Lastverteilungsverfahren nutzen.

Vor- und Nachteile des Distributed Metadata-Management im Vergleich zu einem zentralisierten Ansatz der Metadatenverwaltung

Das Distributed Metadata-Management bietet im Vergleich zu einem zentralisierten Ansatz der Metadatenverwaltung unter anderem diese Vorteile:

  • bessere Skalierbarkeit der Ressourcen,
  • höhere Ausfallsicherheit durch Redundanz der Datenhaltung und Systeme (kein Single Point of Failure),
  • höhere Leistungsfähigkeit und höherer Durchsatz des Systems durch die Verteilung der Daten und Anfragen,
  • gut geeignet für die Metadatenverwaltung großer Datenmengen,
  • gut geeignet für große, dynamische oder geografisch verteilte Systemlandschaften,
  • Metadaten lassen sich örtlich oder methodisch nah an den Daten, die sie beschreiben, vorhalten,
  • höhere Performance und Geschwindigkeit der Datenzugriffe,
  • höhere Flexibilität und Agilität (schnellere Anpassungen an neue Anforderungen),
  • Möglichkeit einer flexiblen Verteilung der organisatorischen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten.

Nachteile und Herausforderungen der verteilten Metadatenverwaltung sind:

  • höhere Komplexität des Gesamtsystems,
  • potenzielles Risiko von inkonsistenten Metadaten durch fehlerhafte, verspätete oder ausbleibende Synchronisationen,
  • höhere Belastung der Netzwerke,
  • höherer Aufwand bei der Suche und Abfrage von Metadaten über mehrere Standorte oder Systeme hinweg.

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