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Kopie einer produktiven Primärdatenbank Was ist eine Standby-Datenbank?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Eine Standby-Datenbank ist eine Kopie einer produktiven Primärdatenbank. Sie ist auf einem anderen Rechner als die Produktivdatenbank installiert und erhöht die Ausfallsicherheit des Datenbanksystems. Der Datenbestand der Standby-Datenbank ist mit dem Produktivsystem synchronisiert. Mithilfe von Standby-Datenbanken lassen sich hochverfügbare Datenbanken realisieren. Sie sind auch für die Notfallwiederherstellung (Disaster Recovery) oder bei Performanceproblemen einsetzbar.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - Fotolia)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Bei einer Standby-Datenbank handelt es sich um eine Kopie einer Produktivdatenbank. Sie ist auf einem entfernten Rechner installiert. Ihr Datenbestand wird mit der Primärdatenbank synchronisiert. Zusammen bilden die Primärdatenbank und die Standby-Datenbank ein hochverfügbares Datenbanksystem. Die Standby-Datenbank kann bei Problemen mit der Hard- oder Software der Produktivdatenbank deren Funktion übernehmen. Anwender oder Anwendungen können mit den Daten der Standby-Datenbank weiter arbeiten. Die Ausfallsicherheit und die Verfügbarkeit des Datenbanksystems erhöhen sich.

Aufgrund der Installation auf einem entfernten Rechnersystem eignen sich Standby-Datenbanken auch für die Notfallwiederherstellung (Disaster Recovery), da sie von einem lokal begrenzten Katastrophen- oder Notfall nicht betroffen sind. Zahlreiche Hersteller und Anbieter von Datenbankmanagementsystemen wie Oracle, IBM oder Microsoft haben entsprechende Lösungen für Standby-Datenbanken im Produktportfolio. Einige Lösungen ermöglichen zudem den Einsatz der Standby-Datenbanken zur Leistungssteigerung, indem sie den Anwendungen oder Anwendern parallel zur Produktivdatenbank für Lesezugriffe zur Verfügung stehen.

Technische Realisierung von Standby-Datenbanken

Standby-Datenbanken müssen auf dem gleichen Datenstand wie die Produktivdatenbank gehalten werden, damit sie im Fehlerfall deren Funktion möglichst nahtlos übernehmen können. Wie die Synchronisierung im Detail realisiert ist, hängt vom jeweiligen Hersteller und Datenbanksystem ab. Häufig werden die Transaktionslogs in bestimmten Zeitintervallen oder nach einer bestimmten Menge an Datenveränderungen auf die Standby-Datenbanken übertragen und alle Datenbestandsänderungen dort automatisiert ebenfalls ausgeführt. Der Datenbestand der beiden Datenbanken ist mit einem bestimmten Zeitverzug identisch.

Bei einem Ausfall der Produktivdatenbank übernimmt die Standby-Datenbank deren Funktion. Die Leistungsfähigkeit des Standby-Systems ist so zu dimensionieren, dass alle Datenbankanfragen mit der benötigten Performance bedient werden können. Zur Wiederherstellung der ursprünglichen Produktionsdatenbank muss der Datenbankbestand inklusive aller Änderungen seit der Übernahme durch das Standby-System in der Primärdatenbank wieder eingespielt werden.

Mögliche Vorteile durch den Einsatz von Standby-Datenbanken

Der Einsatz von Standby-Datenbanken bietet unter anderem diese Vorteile:

  • sowohl bei Hard- als auch Software-Problemen mit der Produktivdatenbank einsetzbar,
  • die Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit des Gesamtsystems werden erhöht,
  • es lassen sich hochverfügbare Datenbanksysteme realisieren,
  • Standby-Datenbanken sind für die Notfallwiederherstellung (Disaster Recovery) einsetzbar,
  • lokale begrenzte Katastrophen- und Notfälle wirken sich aufgrund der Verwendung eines entfernten Rechnersystems nicht auf Standby-Datenbanken aus,
  • Standby-Datenbanken lassen sich unter Umständen zur Performancesteigerung und Lastverteilung für lesende Zugriffe nutzen,
  • auch für Testszenarien geeignet.

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