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Verwaltung grundlegender Geschäftsdaten Was ist Master-Data-Management (MDM) / Stammdatenverwaltung?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Master-Data-Management ist ein Konzept und Ansatz zur strukturierten Verwaltung der Stammdaten eines Unternehmens. Ziel des Stammdatenmanagements ist es, die Qualität und Konsistenz dieser Daten sicherzustellen und für eine einheitliche Sicht auf die Stammdaten über Systeme und Anwendungen hinweg zu sorgen.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - Fotolia)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Der deutsche Begriff für Master-Data-Management, abgekürzt MDM, lautet Stammdatenverwaltung (Stammdatenmanagement).

Bei der Stammdatenverwaltung handelt es sich um ein Konzept und einen strukturierten Ansatz zur einheitlichen system-, prozess- und anwendungsübergreifenden Verwaltung der für ein Unternehmen grundlegenden Geschäftsdaten. Unter dem MDM sind sämtliche technischen, organisatorischen, methodischen und strategischen Maßnahmen und Aktivitäten zur Verwaltung dieser Daten zusammengefasst.

Ziel des Stammdatenmanagements ist es, die Genauigkeit, Qualität und Konsistenz der Geschäftsdaten system- und anwendungsübergreifend sicherzustellen und die Daten strukturiert zu bewirtschaften. Aufwendige und fehleranfällige manuelle Datenabgleichsprozesse sollen durch die strukturierte Bewirtschaftung und die Verknüpfung der geschäftsrelevanten Stammdaten über eine gemeinsame Referenz vermieden werden.

Was versteht man unter Stammdaten?

Master-Data oder Stammdaten sind Daten, die die Entitäten eines Unternehmens abbilden und beschreiben. Sie sind für das Funktionieren eines Unternehmens von zentraler Bedeutung und bilden die Basis für sämtliche Geschäftsprozesse. Für ein Unternehmen sind sie daher von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Stammdaten werden von den verschiedenen Unternehmensbereichen genutzt und von unterschiedlichen Systemen und Anwendungen verarbeitet. In der Regel sind Stammdaten über eine längere Zeitspanne stabil. Es handelt sich nicht um transaktionale Daten oder operative Transaktionsdaten. Beispiele für typische Stammdaten sind:

  • Kundendaten wie Adressen, Kontaktdaten, Daten zur Kaufhistorie oder Zahlungsdaten,
  • Mitarbeiterdaten wie Adressen, Kontaktdaten, Daten zum Gehalt oder Aufgabenbereich,
  • Lieferantendaten wie Adressen, Kontaktdaten, Daten zu Verträgen oder gelieferten Produkten,
  • Standortdaten wie Adressen der Niederlassungen oder Daten zur Beschäftigtenzahl oder Kapazität,
  • Produktdaten wie Daten zu Produktnummern, Produktnamen, Produktmerkmalen, Lagerbestand oder Preis,
  • Anlagendaten wie Daten zu Anlagennamen, Funktionen, Betriebsdauer oder Abschreibungswerten.

Prinzipielle Aufgaben und Funktionen des Master-Data-Managements

Das Master-Data-Management umfasst den kompletten Lebenszyklus der Stammdaten von der Erstellung über die Verwaltung und Pflege bis zur Entfernung nicht mehr relevanter Stammdaten. Es werden Anwendungen, Technologien, Systeme und Prozesse kombiniert, die die Qualität der Stammdaten und ihre Konsistenz sicherstellen. So schafft das MDM eine zentrale Referenzbasis für sämtliche Stammdaten des Unternehmens.

Das Anlegen und Pflegen eines Stammdatensatzes umfasst zum Beispiel die Identifizierung der Datenquellen, die Festlegung der notwendigen Attribute, den Abgleich mit anderen Datensätzen, die Konsolidierung der Daten und Beseitigung von Inkonsistenzen, die Sicherstellung der Qualität und Genauigkeit der Daten sowie die letztliche Integration und Pflege der Daten unter einem einheitlichen Referenzpunkt. Dabei sind die Data-Governance-Richtlinien des Unternehmens zu beachten.

Auf praktischer Seite kommen für das Stammdatenmanagement spezialisierte MDM-Software-Lösungen zum Einsatz, die viele Tätigkeiten und Aufgaben der Stammdatenverwaltung automatisieren und vereinfachen.

Vorteile durch ein effektives Master-Data-Management

Ein effektives Master-Data-Management ist für ein Unternehmen aus vielerlei Hinsicht von Vorteil. Es sorgt durch die einheitliche Sicht auf die Stammdaten für effiziente Geschäftsprozesse. Darüber hinaus führt es zu einer verbesserten Entscheidungsfindung im Unternehmen. Weitere Vorteile sind die Reduktion von Fehlern in geschäftlichen Prozessen, die Vereinfachung der Einhaltung von Compliance-Richtlinien und gesetzlichen Datenschutzvorgaben, die Senkung von Kosten und Aufwänden durch Vermeidung doppelter Datenhaltung, die Optimierung der Ergebnisse von Geschäfts- und Datenanalysen, eine bessere Transparenz, die Unterstützung des Datenabgleichs bei Fusions- und Übernahmeprozessen und die Vereinfachung der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern, Kunden und Lieferanten.

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