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Virtualisierungs-Software Was ist Microsoft Hyper-V?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Hyper-V ist eine Virtualisierungslösung und Software von Microsoft. Sie basiert auf einem Hypervisor des Typs 1. Die Funktionalität ist in Windows-Betriebssystemversionen für Server und Endgeräte enthalten. Mit Hyper-V lassen sich die Ressourcen eines Host-Systems wie Rechenleistung, Arbeitsspeicher und Speicherplatz virtualisieren und für virtuelle Maschinen verwenden. Für die Gastsysteme werden als Betriebssysteme verschiedene Windows-Versionen und Linux-Distributionen unterstützt.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - Fotolia)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Microsoft bietet unter dem Produktnamen Hyper-V eine eigene Virtualisierungs-Software und -lösung für 64-Bit-Rechner mit x86-Architektur an. Sie steht in Konkurrenz zu ähnlichen Produkten von Herstellern wie VMware, Citrix, Xen und anderen. Mit der Virtualisierungs-Software lassen sich die Hardware-Ressourcen eines Host-Rechners wie Arbeitsspeicher, CPU-Leistung, Networking und Speicherplatz virtualisieren und einem oder mehreren virtuellen Maschinen (VM) zuweisen. Hyper-V ist sowohl in den aktuellen Windows-Server Betriebssystemen als auch in den Pro-Versionen des Windows-Betriebssystems für Client-Rechner wie Windows 10 Pro und Windows 11 Pro enthalten und nutzbar. Zusätzlich gibt es auch eine Stand-alone-Version der Virtualisierungs-Software. Sie entspricht einer Windows-Server-Installation mit aktiviertem Hyper-V und eingeschränkter Server-Funktionalität.

Die Software basiert auf einem Hypervisor des Typs 1, der direkt mit der Hardware kommuniziert. Der Hypervisor sorgt für die Isolation der virtuellen Maschinen untereinander und vom Host-Betriebssystem. Hyper-V unterstützt als Gastbetriebssysteme neben Windows verschiedene Linux-Distributionen wie SUSE Linux und OpenSUSE, Debian, CentOS, Ubuntu, Oracle Linux oder Red Hat Linux sowie das FreeBSD-Betriebssystem.

Architektur und Funktionsweise der Virtualisierungslösung von Microsoft

Neben einem geeigneten 64-Bit-x86-Prozessor benötigt Hyper-V ausreichend Arbeitsspeicher und entsprechende Unterstützung durch das BIOS oder das UEFI. Der Hypervisor vom Typ 1 interagiert direkt mit der Hardware des Hostsystems und verwendet nicht wie Hypervisoren vom Typ 2 die Hardware-Treiber eines Host-Betriebssystems, um auf Hardware-Ressourcen zuzugreifen und sie zu verwalten. Die virtuellen Maschinen werden in Form von Partitionen, in denen die Gastbetriebssysteme ausgeführt werden, bereitgestellt und verwaltet.

Auf jedem System existiert mindestens eine Stammpartition, in der die Virtualisierungs-Software ausgeführt wird. Die Gastpartitionen können nicht direkt auf die Hardware des Host-Systems zugreifen, sondern nur virtuell über den Hypervisor und die Stammpartition. Über den sogenannten VMBus ist eine Kommunikation zwischen den Gastpartitionen und der Stammpartition möglich. Die Anfragen und Antworten über den VMBus werden von den Diensten Virtualization Service Provider (VSP) und Virtualization Service Clients (VSC) bearbeitet. Zur Verwaltung der mit Hyper-V virtualisierten Systeme sind Werkzeuge vorhanden, mit denen sich virtuelle Maschinen erstellen und löschen, Hardware-Ressourcen überwachen und zuweisen und Backups durchführen lassen.

Der Umfang an Funktionen der Virtualisierungslösung unterscheidet sich zwischen Hyper-V für Windows-Server-Systeme und für Windows-Client-Rechner. Hinsichtlich der Leistung eines virtualisierten Systems ist mit Einbußen zu rechnen, da die zwischengeschaltete Abstraktionsschicht der Virtualisierungs-Software Rechnerressourcen benötigt und die Datenverarbeitung aufgrund zusätzlicher Instanzen mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Einsatzmöglichkeiten

Die Microsoft-Virtualisierungslösung lässt sich für zahlreiche Szenarien einsetzen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Realisierung von Entwicklungs- und Testumgebungen für Anwendungen, Software und Betriebssysteme,
  • Skalierung und Verwaltung der IT-Infrastruktur und Hardware-Ressourcen von Servern,
  • Aufsetzen und Betrieb neuer Server,
  • Migration von Workloads, Daten, Anwendungen,
  • Bereitstellung individueller Gastbetriebssystemumgebungen für bestimmte Software unabhängig vom Host-Betriebssystem,
  • Sichern und Wiederherstellen von Rechnern,
  • Ausführen von Anwendungen in sicheren, abgeschotteten Umgebungen.

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