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Alte Backups entfernen Was ist Pruning (beim Backup)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Pruning ist ein Verfahren, das bei der Aufbewahrung von Datensicherungen zum Einsatz kommt. Es setzt die Vorgabe um, wie viele Datensicherungen und über welchen Zeitraum Datensicherungen aufbewahrt werden sollen. Nicht mehr benötigte Backups werden entsprechend der Vorgabe automatisch entfernt.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - Fotolia)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Der Begriff Pruning leitet sich vom englischen Verb to prune ab. Es bedeutet im Deutschen „beschneiden“, „stutzen“ oder „ausästen“. Im IT-Umfeld gibt es verschiedene Bereiche, in denen Pruning-Verfahren zum Einsatz kommen. So bezeichnet man beispielsweise das Vereinfachen von Entscheidungsbäumen im Bereich der Künstlichen Intelligenz als Pruning. Das sogenannte Content-Pruning entfernt veraltete oder nicht mehr relevante Inhalte von einer Webseite.

Die folgende Definition bezieht sich aber auf das Pruning im Backup-Bereich. Es entfernt nicht mehr benötigte oder veraltete Datensicherungen aus einem Backup-Storage. Der Backup-Lösung wird zuvor vorgegeben, wie viele Datensicherungen beziehungsweise über welchen Zeitraum die Datensicherungen aufbewahrt werden sollen. Das Pruning ist ein wichtiges Feature zur praktischen Umsetzung einer Backup-Retention-Policy. Eine Backup-Retention-Policy ist eine Richtlinie zur Aufbewahrung von Datensicherungen. Die Richtlinie ist von verschiedenen Faktoren wie technischen, betrieblichen oder gesetzlichen Vorgaben abhängig.

Prinzipielle Funktionsweise des Pruning-Verfahrens

Das Pruning basiert auf den Vorgaben bezüglich der Anzahl oder der Zeitdauer der aufzubewahrenden Backups und kann manuell von einem Administrator angestoßen oder automatisiert von der Backup-Lösung selbst durchgeführt werden. In der Regel führen Backup-Lösungen das Pruning in regelmäßigen Zeitintervallen oder ereignisgesteuert automatisch aus. Bei vielen Systemen lässt sich zudem festlegen, wie beim Pruning mit den zu entfernenden Datensicherungen zu verfahren ist. Sie werden in der Regel gelöscht, können aber auch zur Langzeitaufbewahrung aus dem Backup-Storage in ein Archivsystem übertragen werden.

Ist eine Anzahl an aufzubewahrenden Datensicherungen eingestellt, löscht oder verschiebt das System alle diese Anzahl überschreitenden Datensicherungen, beginnend bei der ältesten. Bei einer Aufbewahrungsdauer (Retention Period) sorgt das Pruning dafür, dass alle diese Aufbewahrungsdauer überschreitenden Backups gelöscht oder verschoben werden. Das Pruning kann unabhängig von der Art der Datensicherungen zum Beispiel auf vollständige Backups, auf inkrementelle Backups oder auf Snapshots angewandt werden.

Vorteile durch das Pruning

Pruning bietet eine ganze Menge Vorteile. Es begrenzt die Datenmenge an Backups und die dafür vorzuhaltende Speicherkapazität. Pruning verhindert, dass sich immer mehr Datensicherungen ansammeln und ein Storage-System für Datensicherungen an seine Kapazitätsgrenze stößt. Durch die Begrenzung der Anzahl an Datensicherungen lassen sich die für eine Wiederherstellung benötigten und tatsächlich relevanten Backups schneller auffinden und schneller einspielen. Zudem ist das Pruning ein unverzichtbares Feature zur automatisierten Umsetzung einer Backup-Retention-Policy. Manueller Aufwand zur Prüfung der aufzubewahrenden Datensicherungen lässt sich minimieren. Insgesamt kann Pruning zu einer wesentlichen Kostensenkung im Backup-Bereich beitragen.

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