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Dateisysteme für Linux-Systeme Was sind Ext3 und Ext4?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Ext3 und Ext4 sind das dritte und das vierte, für das Linux-Betriebssystem entwickelte Extended Filesystem. Das Ext3-Dateisystem hebt Beschränkungen des Ext2-Dateisystems auf und verfügt über eine Journaling-Erweiterung. Ext4 verbessert die Leistung und Zuverlässigkeit des Dateisystems und ermöglicht größere Dateisysteme, Verzeichnisse und Dateien. Für gängige Linux-Distributionen ist Ext4 das Default-Dateisystem. Es ist abwärtskompatibel zum Extended Filesystem 3.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - Fotolia)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Ext3 und Ext4 sind Dateisysteme für Linux-Systeme. Das Kürzel Ext steht für „Extended Filesystem“. Die deutsche Übersetzung lautet erweitertes Dateisystem. Das dritte und das vierte Extended Filesystem wurden für Linux entwickelt und heben Beschränkungen vorheriger erweiterter Dateisysteme auf.

Ext3 wurde erstmals 2001 veröffentlicht und ersetzte bei vielen Linux-Distributionen Ext2 als Standarddateisystem. Das Dateisystem ist mit einer Journaling-Erweiterung versehen und in der Lage, Änderungen zu protokollieren und nachzuverfolgen. Es handelt sich um eine protokollierende Variante des Ext2-Dateisystems.

Ext4 wurde 2006 vorgestellt und offiziell 2008 als stabile Version in den Linux-Kernel 2.6.28 integriert. Zu den Merkmalen des Dateisystems gehören eine verbesserte Leistung und Zuverlässigkeit, Abwärtskompatibilität zu Ext3 und die Möglichkeit, größere Dateisysteme, Verzeichnisse und Dateien anzulegen. In den gängigen Linux-Distributionen ist Ext4 das Default-Dateisystem. Seit der Linux-Kernel-Version 4.3 ist der Code des Ext3-Treibers entfernt.

Ext4 wird auch von anderen Betriebssystemen wie Windows, macOS oder Free BSD nativ oder über zusätzliche Software unterstützt. Das Dateisystem kann zudem für SD-Karten und USB-Sticks mit großer Speicherkapazität verwendet werden.

Eigenschaften von Ext3

Extended Filesystem 3 ist im Vergleich zu Ext2 mit neuen Funktionen wie Journaling und H-Baum-Indizierung ausgestattet. Es ermöglicht eine Online-Änderung der Dateisystemgröße und arbeitet effizienter und zuverlässiger. Da es das gleiche Datenformat wie Ext2 verwendet, können die Daten grundsätzlich auch mit einem Ext2-Treiber gelesen werden. Eine Konvertierung der Daten ist nicht notwendig. Alle Änderungen im Dateisystem werden im Journal vermerkt. Aufgrund eines Systemabsturzes nicht abgeschlossene Transaktionen lassen sich erkennen. Dadurch bleibt die Konsistenz des Dateisystems sichergestellt.

Weitere Merkmale des Dateisystems sind:

  • maximale Größe des Dateisystems: 32 TiB,
  • maximale Dateigröße: 2 TiB,
  • Anzahl an Unterverzeichnissen: 32.000,
  • maximale Länge eines Dateinamens: 255 Byte,
  • alle Zeichen im Dateinamen außer „0“ (null) und „/“ erlaubt.

Eigenschaften von Ext4

Extended Filesystem 4 wurde unter anderem entwickelt, um Beschränkungen der maximalen Dateisystem-, Datei- und Verzeichnisgrößen von Ext3 aufzuheben. Die maximale Größe des Dateisystems kann bis zu 1 EiB betragen. Einzelne Dateien können mit der Standard-4K-Blockgröße bis zu 16 TiB groß werden. Die maximale Anzahl an Unterverzeichnissen pro Verzeichnis ist ebenfalls größer.

Weitere Eigenschaften und Funktionen des Dateisystems sind:

  • maximale Länge eines Dateinamens: 255 Byte,
  • alle Zeichen im Dateinamen außer „0“ (null) und „/“ erlaubt,
  • Unterstützung von Verschlüsselung,
  • Protokollprüfsumme,
  • mehr Leistung bei der Verarbeitung großer Daten,
  • Reduktion der Fragmentierung,
  • Nanosekunden-Zeitstempel.

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