30 Jahre Mauerfall Was verdienen IT-Profis in Ost und West?

Autor: Ann-Marie Struck

Im November dieses Jahres jährt sich der Mauerfall zum 30. Mal. Das ehemalige Ost- und Westdeutschland arbeiten seitdem daran, in allen Bereichen wieder zusammenzuwachsen. Die Studie von Freelancermap gibt Aufschluss über die heutige Situation von Selbstständigen in ganz Deutschland.

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer, was nicht nur den Weg für die Wiedervereinigung des bis dahin geteilten Deutschlands freimachte, sondern auch den Fall des Eisernen Vorhangs markierte.
Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer, was nicht nur den Weg für die Wiedervereinigung des bis dahin geteilten Deutschlands freimachte, sondern auch den Fall des Eisernen Vorhangs markierte.
(Bild: pixelklex - stock.adobe.com)

Auch drei Jahrzehnte, nachdem die innerdeutsche Grenze verschwunden ist, gibt es noch Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern, insbesondere in Bezug auf die Wirtschaft. Die Freelancer-Projektplattform Freelancermap hat Selbstständige in der IT-Branche in ganz Deutschland über die Gegensätze zwischen alten und neuen Bundesländern (inklusive Berlin) befragt. Das Resultat: Zwischen den alten und den neuen Bundesländern besteht immer noch Angleichungsbedarf, vor allem beim Einkommensniveau.

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Laut Freelancermap gibt es mehr IT-Selbstständige im Westen als im Osten des Landes; 87 Prozent aller unabhängigen Arbeitskräfte in der IT sind im Westen des Landes beschäftigt. Demnach arbeiten lediglich 13 Prozent in den neuen Bundesländern. IT- und Engineering-Experten wagen laut der Umfrage im Durchschnitt nach elf Jahren als Angestellter im Osten den Schritt in die Selbstständigkeit. Westdeutsche warten bis zu 14 Jahre. Das zeigt sich auch im Durchschnittsalter der Selbstständigen. Im Westen sind diese folglich 48 Jahre, im Osten circa 45 Jahre alt, wenn sie sich für die Selbstständigkeit entscheiden. Was Ost und West jedoch gemeinsam haben: Frauen sind unter den IT-Freelancern generell in der Unterzahl – neun von zehn Selbstständigen sind männlich.

Gehalt in Ost und West

Auch die berüchtigte Gehaltsschere zwischen Ost und West macht vor Selbstständigen nicht Halt: Im Westen verdient ein Freelancer durchschnittlich 94 Euro pro Stunde, im Osten knapp zehn Euro weniger (84,50 Euro).

Logischerweise spiegelt sich das auch im Bruttoumsatz wieder. Infolgedessen verdienen 61 Prozent der westdeutschen Freelancer mehr als 100.000 Euro im Jahr. Dieses Bruttogehalt überschreiten nur 46 Prozent der Ostdeutschen.

Das hat natürlich auch Einfluss auf die Altersvorsorge der Selbstständigen, und das, obwohl Freelancer bundesweit durchschnittlich 15 Prozent des monatlichen Einkommens für ihre Rente zurücklegen. In Ostdeutschland sind das dann umgerechnet 742 Euro im Monat, im Westen des Landes 1.042 Euro. Bei gleichbleibenden Werten würden Selbstständige im Osten hochgerechnet auf die nächsten 30 Jahre insgesamt 108.000 Euro weniger für ihren Ruhestand ansparen als westdeutsche Freelancer.

Zudem gibt es innerhalb der ehemals getrennten Teile Deutschland Gehaltsunterschiede. IT-Selbstständige in Schleswig-Holstein verdienen am besten (bis zu 99 Euro pro Stunde), wohingegen Freelancer in Rheinland-Pfalz nur 83,50 Euro pro Stunde erhalten. Unter den neuen Bundesländern ist Sachsen-Anhalt mit einem Satz von 90 Euro am lukrativsten. Selbstständige in Thüringen verdienen mit einem Stundenlohn von 72 Euro im Schnitt am wenigsten.

Im Büro oder zu Hause?

Trotz der Unterschiede zwischen Ost und West: In beiden Teilen arbeitet der Großteil im Büro des Auftraggebers. Das machen 54 Prozent der ostdeutschen und 63 Prozent der westdeutschen Freelancer. Auch bei der Auswahl der Firmen zeigen sich Abweichungen. Denn 68 Prozent der westdeutschen Arbeitskräfte arbeiten lieber für große Unternehmen (über 500 Beschäftigte), wohingegen 53 Prozent der Freelancer im Osten kleinere Firmen (weniger als 500 Angestellte) bevorzugen. Eine leichte Differenzierung lässt sich laut Freelancermap ebenfalls in der Wahl der Branche, in denen Freelancer ihr Geschäft ausüben, feststellen. Westdeutsche IT-Profis tendieren beispielsweise zum Banken- und Finanzwesen. Selbstständige im Osten des Landes arbeiten eher in den Bereichen Informationstechnik und Software.

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 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien