Aktueller Fachkräftemangel

Wege aus der Abwärtsspirale

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Immer gesucht: Software-Entwickler.
Immer gesucht: Software-Entwickler.
(Bild: © Pixel-Shot - stock.adobe.com)

Besonders gefragte IT-Jobs

IT-Experten gehören heute zu den gefragten Fachkräften. Innerhalb der IT-Branche gibt es mittlerweile sehr unterschiedliche Aufgabenfelder – angefangen beim Software-Engineering bis zum IT-Berater. Dabei stellt sich die Frage, welche IT-Berufe in den vergangenen Jahren besonders stark nachgefragt waren.

Hier lassen verschiedene Umfragen und Analysen sehr klare Unterschiede erkennen. Deren Tenor ist in einzelnen Bereichen allerdings recht ähnlich. Ein wichtiger Trend besteht in der zunehmenden Diversifikation und Spezialisierung der IT-Branche. Mit neuen Anwendungen drängen auch neue Berufsbilder auf den Markt, die es bisher in dieser Form nicht gegeben hat. Beispiele sind:

  • SEO,
  • VR Developer (Virtual Reality),
  • Data Scientist.

Entwickler und Programmierer an der Spitze

Sowohl in der Untersuchung des Bitkom als auch im Dekra-Arbeitsmarktreport 2018 schaffen es Software-Entwickler an die Spitze des Rankings. Laut Bitkom ist jede dritte freie Stelle für einen Programmierer oder Software-Architekten vorgesehen. Laut Dekra-Report machen Angebote aus dem Bereich Software-Entwicklung inzwischen 3,51 Prozent aller analysierten Stellenanzeigen aus.

Besonders deutlich wird die Veränderung übrigens im Dekra-Report. Dieser vergleicht das Ranking 2018 mit dem Jahr 2009. Programmierer schaffen den Sprung von Platz 10 (2009) auf Platz 1 im Jahr 2018.

Einen noch krasseren Sprung nach oben machen Berufe aus dem Segment der IT-Berater und IT-Analysten. 2009 rangierten diese Jobs im Dekra-Arbeitsmarktreport noch auf Position 34. 2017 schoben sich diese Berufe auf Platz 27 vor – und konnten 2018 schon mit einem Sprung in die Top-5 der ausgeschriebenen Stellen deutschlandweit punkten. Zu den in der IT-Branche begehrten Fachkräften gehören aber noch weitere Jobs.

IT-Berater und Analysten: alles andere als Nerds

Programmierer gelten als Inbegriff für den klischeebehafteten IT-ler. Mit der zunehmenden Komplexität und Spezialisierung der IT-Systeme sind heute personelle Schnittstellen zwischen Software-Engineering und Anwender gefragt. Die IT muss dabei sehr spezifischen Aufgaben gerecht werden – sprich auf einzelne Anwendungen zugeschnitten sein. Fehleinschätzungen werden sehr schnell teuer.

IT-Berater schließen diese Lücke. Sie helfen bei:

  • Einführung,
  • Pflege und
  • Weiterentwicklung

der IT-Systeme. Um den Beruf auszufüllen, braucht es nicht nur technische Kenntnisse. Ein EDV-Consultant muss Grundfähigkeiten in der Betriebswirtschaft und gewisse Soft-Skills mitbringen. Letztere sind erforderlich, um mit Kunden und Teams zu interagieren und diese zur komplexen Materie zu beraten.

Zunehmend gefragter sind heute Experten im Bereich Data Analyse/Data Science/Data Engineering. Zu wissen, wie sich Kenntnisse aus Datenmengen gewinnen lassen und wie deren Interpretation aussieht, ist vor diesem Hintergrund ein IT Beruf mit wachsender Perspektive geworden.

Kundenbetreuer (Account Manager) als weiterer Boom-Job

Software-Lösungen zu entwickeln, ist eine Sache. Unternehmen müssen dabei immer die Bedürfnisse ihrer Kunden im Blick behalten. IT-Kundenbetreuer – heute gern als „Account Manager“ bezeichnet – übernehmen diese Aufgabe. Dabei unterscheiden sich die konkreten Stellenprofile mitunter sehr stark zwischen:

  • Key Account Manager,
  • Sales Manager,
  • Account Manager.

Key Account Manager betreuen im Regelfall nur sehr wenige, dafür aber umso wichtigere B2B-Kunden. Sales Manager müssen innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne beim Kunden ins Schwarze treffen.

Um den verschiedenen Aufgaben gerecht zu werden, brauchen IT Account Manager bestimmte Soft-Skills, müssen aber auch in den Bereichen Betriebswirtschaft und Technik passende Fähigkeiten in die Waagschale werfen. Anders ist ein Verständnis dafür, was der Kunde im Moment braucht, nicht zu erwarten. Schließlich kommen Kunden fast täglich mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen auf die Fachkräfte zu. Dabei geht es oft um ganz alltägliche Anfragen, die gelöst werden müssen und Fingerspitzengefühl erfordern:

Geschwindigkeitsprobleme bei Kundenrechnern: Kunden rufen an und erklären, dass ihr Rechner viel zu langsam läuft und die Arbeit sich stark verzögert. Nach einer Analyse des Problems können Lösungen mitunter in ganz einfachen Dingen bestehen. Mal muss der Rechner von Ballast wie einer überfüllten Autostart-Liste, zu vielen temporären Dateien oder Datenmüll in der Registry befreit werden, um wieder schneller zu laufen. Mal ist es ein Problem mit den Servern oder der Internetverbindung des Kunden. Dabei bleibt die Devise: Stets ruhig bleiben, wenn Kunden sich empören, und die Probleme schnell beseitigen.

Drucker funktionieren nicht: Ob sich nun Kabel gelöst haben oder es tatsächlich Probleme im Netzwerk gibt – nicht funktionierende Drucker sind ebenfalls ein Klassiker bei Account Managern.

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