Aktueller Fachkräftemangel

Wege aus der Abwärtsspirale

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Nachtarbeit passt nicht zur viel bemühten Work-Life-Balance.
Nachtarbeit passt nicht zur viel bemühten Work-Life-Balance.
(Bild: © Melinda Nagy - stock.adobe.com)

Wege aus der Krise

Herausforderungen durch den Mangel an IT-Experten müssen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden. Das heißt: Nur wenn bestehende Human-Ressource-Potenziale konsequent ausgenutzt werden, sind Veränderungen möglich. Unternehmen muss klarwerden, dass IT-Experten nicht nur Anfang 20 sein können. Auch die Förderung von Quereinsteigern gehört zu den wichtigen Aspekten, um den Fachkräftemangel nicht zu stark ausufern zu lassen.

Die Möglichkeiten im Überblick:

1. Ausbildung

Mehr IT-Experten werden dem Arbeitsmarkt nur zur Verfügung stehen, wenn in Ausbildung investiert wird. Dies bedeutet, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam mehr für Bildung tun müssen. Damit in Zukunft Jugendliche mehr Interesse an einem Job in der IT-Branche haben, braucht es zudem einen Imagewandel.

2. Weiterbildung

Mitarbeiter sind eine Ressource, die in Unternehmen immer noch falsch genutzt wird. Weiterbildung für mehr Spezialisierung ist dringend notwendig. Hierarchien durchlässiger zu machen, kann eine weitere Möglichkeit sein, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. So können Techniker, die im Unternehmen weitergebildet werden, Lücken als IT-Experten schließen. Der Vorteil besteht darin, dass Mitarbeiter mit sehr vielen internen Prozessen und Abläufen bereits vertraut sind.

3. Altersstrukturen

Nach wie vor gelten ältere Arbeitnehmer beim Thema Digitalisierung und IT eher als abgehängt und rückständig. In den vergangenen Jahren haben gerade diese Generationen allerdings deutlich aufgeholt. Unternehmen, die sich von dieser Denkweise lösen, greifen auf einen größeren Pool möglicher Fachkräfte zurück. Zusätzlich bringen ältere Mitarbeiter eine umfangreiche Erfahrung – eventuell auch aus anderen Bereichen – mit.

Etliche Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel wirken langfristig. Unternehmen hilft dies aktuell nur bedingt weiter. Um trotzdem wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen schnell Möglichkeiten gefunden werden. Besonders wichtig ist das Halten bestehender Fachkräfte. Hier wird nur ein Mix aus verschiedenen Maßnahmen weiterhelfen:

  • finanzielle Anreize (attraktive Gehälter),
  • Incentives als zusätzliche Anreize,
  • Fokus auf gute Work-Life-Balance.

Die Vergütung ist auf lange Sicht für die Mitarbeiterzufriedenheit nicht unbedingt entscheidend. Eine gute Vereinbarkeit von Job und Familie, angemessene Freizeit und Erholungsphasen sowie Wertschätzung sind wichtige Elemente. Wie diese Anforderungen letztlich umgesetzt werden, richtet sich immer nach den individuellen Rahmenbedingungen im Unternehmen.

Fazit: IT-Experten werden händeringend gesucht

Wirtschaftsvertreter betonen immer wieder, wie gravierend der Mangel an Fachkräften ist. Ein Argument, das nicht überall zutreffen wird. In einem Bereich macht sich der Fachkräftemangel allerdings inzwischen sehr stark bemerkbar: bei den IT-Experten. Die Folge: Viele IT-ler fühlen sich überlastet. Der Grund ist einfach: Fehlen Mitarbeiter, verteilt sich mehr Arbeit auf weniger Schultern. In der Folge setzt sich eine Spirale in Gang, welche die Situation durchaus noch verschärfen kann – wenn Firmen nicht schleunigst an den richtigen Hebeln ziehen.

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