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SDS im Unternehmenseinsatz, Teil 1 Wie funktioniert Software-Defined Storage (SDS)?

Von Michael Matzer 4 min Lesedauer

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Software-definierter Speicher (SDS) steuert via Software und Services alle Storage-Aspekte: Provisionierung, Optimierung und Security. Oft integriert SDS KI und Machine Learning für Kernfunktionen sowie zur Bedrohungserkennung, beispielsweise durch Überwachung anomaler Aktivitäten und Benachrichtigungen bei Laufwerksdefekten.

SDS soll das Speichermanagement durch KI-gesteuerte Lösungen revolutionieren. Von der Ressourcenzuweisung bis zur Sicherheit überwacht die intelligente Software alle Aspekte und handelt aktiv, um potenzielle Probleme zu vermeiden.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
SDS soll das Speichermanagement durch KI-gesteuerte Lösungen revolutionieren. Von der Ressourcenzuweisung bis zur Sicherheit überwacht die intelligente Software alle Aspekte und handelt aktiv, um potenzielle Probleme zu vermeiden.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Software-definierter Storage (SDS) ist eine Daten-Storage-Architektur, in der die Bereitstellung und Verwaltung von Storage-Ressourcen von der zugrunde liegenden Storage-Infrastruktur abstrahiert wird.

SDS versus herkömmlichen Storage

Eine herkömmliche Data-Storage-Infrastruktur besteht in der Regel aus verschiedenen Storage-Hardware-Komponenten und proprietärer Management-Software. Diese Art des Storage ergibt eine monolithische, unflexible Architektur, in der Storage-Vorgänge an ein bestimmtes Gerät oder einen bestimmten Hersteller gebunden sind und in der die Migration von Datenbeständen und der Austausch von Hardware-Komponenten eine Herausforderung darstellen.

Wenn die Storage-Kapazität knapp wird, muss physische Hardware erworben und installiert werden. Isoliert auf mehrere Storage-Lösungen verteilte Daten führen zu Datenfragmentierung und zu fehlender ganzheitlicher Transparenz bei Storage-Ressourcen. Die Verwaltung von Storage-Ressourcen mit verschiedenen Technologien wird mit zunehmenden Storage-Anforderungen komplexer und erfordert spezielle Kenntnisse und verschiedene Werkzeuge.

Hier kommt Software-Defined Storage ins Spiel: SDS ist eine Abstraktionsebene, die auf die lokalen, Private und Public Clouds aufsetzt, in denen die Daten der Nutzer gespeichert sind, und so einen einheitlichen, flexiblen, Hardware-unabhängigen Storage-Pool für alle Anwendungen bereitstellt. Storage-Hardware lässt sich ohne großen Aufwand mit minimalen Unterbrechungen der Betriebsabläufe und geringen Investitionskosten aufrüsten und erweitern.

Dank SDS sind Unternehmen nicht mehr auf eine proprietäre Infrastruktur angewiesen und können jeden Anbieter oder jedes Hardware-Gerät wählen, das ihren Anforderungen entspricht. Somit sind sie nicht mehr von einem Anbieter abhängig. Unternehmen können den Storage einfacher automatisieren und orchestrieren, um auf diese Weise mehr Flexibilität, mehr Effizienz und eine schnellere Skalierbarkeit zu erreichen.

Vorteile von SDS

Kosteneffizienz: Eine SDS-Lösung ermöglicht es Unternehmen, Ausgaben zu optimieren und den Wert ihrer Storage-Ressourcen zu maximieren. Mit SDS können Nutzer anstelle teurerer proprietärer Lösungen kostengünstige Storage-Geräte verwenden und vorhandene Hardware einbinden, um die Storage-Ressourcen zu optimieren und die Investitionskosten zu senken.

Unabhängigkeit von der Hardware: SDS-Lösungen werden auf gängiger x86-basierter Storage-Hardware ausgeführt, sodass keine Abhängigkeit von anbieterspezifischen Storage-Lösungen mehr besteht. Unternehmen gewinnen an Flexibilität und haben mehr Möglichkeiten beim Aufbau ihrer Data-Storage-Infrastruktur, da sie nicht mehr an einen Anbieter gebunden sind, sondern je nach aktuellen Anforderungen auf verschiedene Anbieter für Kapazitäts-Upgrades zurückgreifen können.

Programmierbarkeit: SDS stellt integrierte Automatisierungsfunktionen bereit, mit deren Hilfe Unternehmen manuelle Prozesse beseitigen, Storage-Ressourcen verwalten und Betriebskosten senken können. Administratoren können mithilfe einer API (Application Programming Interface, Programmierschnittstelle) oder einer Befehlszeilenschnittstelle (Command Line Interface, CLI) Storage programmieren, um die gesamte Storage-Umgebung und alle Automatisierungsaufgaben wie die Bereitstellung von Storage, die Konfiguration von Richtlinien und die Performance-Optimierung zu verwalten.

Der Wunsch, die Speicherkapazität zu erhöhen, ist durch Kompression und Deduplikation am einfachsten zu realisieren. Die erzielbare Kompressionsrate ist bei Virtual Desktop Infrastructure (VDI) am höchsten, bei den Hypervisoren von VMware und HyperV ebenfalls beachtlich, doch auch bei Datenbanken lässt sich noch eine Kompressionsrate von 4:1 erzielen.(Bild:  Pure Storage)
Der Wunsch, die Speicherkapazität zu erhöhen, ist durch Kompression und Deduplikation am einfachsten zu realisieren. Die erzielbare Kompressionsrate ist bei Virtual Desktop Infrastructure (VDI) am höchsten, bei den Hypervisoren von VMware und HyperV ebenfalls beachtlich, doch auch bei Datenbanken lässt sich noch eine Kompressionsrate von 4:1 erzielen.
(Bild: Pure Storage)

Mehr Skalierbarkeit: Herkömmliche Datenlösungen sind durch die physische Kapazität der verwendeten Storage-Geräte begrenzt. Weil mit SDS sowohl physischer Storage als auch Cloud-Storage verwaltet werden kann, ist es einfacher, Storage zu skalieren, um die Storage-Kapazität entsprechend den Anforderungen neuer Anwendungen oder zur Optimierung der System-Performance zu erweitern. Mit SDS ist es auch einfacher, ein Scale-Out durch Hinzufügen zusätzlicher Storage-Geräte durchzuführen, sobald vorhandene Storage-Geräte ihre maximale Kapazität erreicht haben.

Eine einheitliche Datenquelle: Mit SDS können Unternehmen eine Daten-Storage-Lösung entwickeln, für die verschiedene Datenquellen wie interner Flash- oder Disk-Storage, Cloud-Storage, externe Festplattensysteme, virtuelle Server und Objektplattformen verwendet werden. Durch Vernetzung aller Daten-Storage-Ressourcen des Unternehmens können sie Datensilos beseitigen, den Zugriff auf Daten verbessern und für einen ganzheitlichen Überblick über die Daten im gesamten Unternehmen sorgen.

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Flexibilität: Mithilfe von SDS können Unternehmen den Wechsel von einem universellen Storage zu einer flexibleren Lösung vollziehen. Der geeignete Storage-Typ – ob Festplatte, Flash- oder Cloud-Storage – kann je nach Workload und Anwendungsfall bereitgestellt werden. Mit SDS haben Unternehmen zudem die Flexibilität, Storage-Kapazität schnell und einfach zu erweitern, um auf neue Geschäftschancen oder Herausforderungen zu reagieren.

Eine SDS-Lösung macht es Unternehmen leichter, ihre Daten-Storage-Lösungen zukunftssicher zu gestalten. Mit dem technologischen Fortschritt können Nutzer mit den neuesten Innovationen bei der Storage-Architektur Schritt halten, ohne ihre gesamte bestehende Storage-Infrastruktur austauschen zu müssen, weil sie veraltet ist.

Nachteile von SDS

Zwar hilft SDS Unternehmen, sich von proprietären Storage-Geräten zu lösen, doch ist es oft schwierig, anbieterneutrale Hardware zu finden, insbesondere für spezielle Anwendungsfälle wie etwa große Storage-Kapazitäten für die Datenanalyse. Einige SDS-Systeme unterstützen möglicherweise nur Hardware-Modelle, die auf der Hardware-Kompatibilitätsliste bestimmter Anbieter stehen.

Mit der Skalierung der Infrastruktur kann die Verwaltung der unterschiedlichen Hardware-Komponenten in einem SDS-System zudem recht komplex werden. Nutzer müssen nicht nur eine zusätzliche Software-Ebene verwalten, sondern auch den Überblick über Sicherheits-Patches und Firmware-Updates für verschiedene Storage-Typen behalten.

Die meisten Hardware-Geräte haben zwar ähnliche Funktionen, aber die Hersteller implementieren die Funktionen unterschiedlich, sodass es mitunter schwierig ist, die Ursache von Engpässen und Performance-Problemen zu ermitteln.

Ein Vorteil anwenderspezifischer Storage-Lösungen ist der Umfang des Anbieter-Supports. Zwar ist die Möglichkeit, kosteneffizienten Standard-Storage zu verwenden, ein Vorteil, aber der fehlende Support auf Unternehmensebene kann eine Herausforderung darstellen, wenn es darum geht, festzustellen, ob die Ursache eines Problems in der SDS-Software oder in einem der zugrunde liegenden Hardware-Geräte begründet ist.

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