Seit Wochen und Monaten macht es richtig Spaß, die weltweite IT-Stene zu beobachten. Der Boom der künstlichen Intelligenz spült viele neue Unternehmen und Ideen auf den Markt, der alteingesessene Großmächte reichlich alt aussehen lässt. Ein solcher Kandidat ist Starburst.
Die Starburst-Datenplattform ermöglicht einen schnellen, sicheren Zugriff auf Daten unabhängig vom Speicherort. Über den AI Data Assistant sollen Anwender künftig in natürlicher Sprache auf Unternehmensdaten zugreifen können.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Die Datenplattform von Starburst basiert auf der Open-Source-Engine Trino, die ursprünglich unter dem Namen PrestoSQL bei Facebook entwickelt wurde. Sie ermöglicht komplexe SQL-Abfragen über Petabytes an Daten hinweg in einer Geschwindigkeit, die herkömmliche Systeme überfordert. Im Kern dieser Technologie steht der konsequente Data-Lakehouse-Ansatz, bei dem Analysen exakt dort durchgeführt werden, wo die Informationen physisch gespeichert sind. In der dynamischen IT-Szene des Jahres 2026 lässt dieser Fokus auf Dezentralität viele etablierte Großmächte zunehmend alt, weil unflexibel aussehen.
Das wirtschaftliche Momentum von Starburst unterstreicht diese Entwicklung eindrucksvoll. Im Februar 2026 überschritt das Unternehmen die Marke von 100 Millionen US-Dollar jährlich wiederkehrendem Umsatz, was einem massiven Wachstum von 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Getrieben wird diese Entwicklung primär durch den Bedarf an einer KI-fähigen Dateninfrastruktur: Starburst bietet ein Fundament, das KI-Agenten einen sicheren und streng reglementierten Zugriff auf sämtliche Unternehmensdaten ermöglicht. Für diese Aufgabe hält die Firma zwei Hauptvarianten bereit. Starburst Galaxy fungiert als vollständig verwaltetes und automatisch skalierendes SaaS-Angebot für Cloud-Szenarien, Starburst Enterprise setzt gezielt auf komplexe Hybrid- oder On-Premises-Umgebungen in hochregulierten Branchen wie dem Bankenwesen. Dort operiert das System oft hinter Firewalls oder in gesicherten Umgebungen.
„Der Großteil unserer Einnahmen stammt von Starburst Enterprise, aber wir sehen auch bei Starburst Galaxy ein beachtliches Wachstum“, erklärte Korbinian Zollner, Head of Solutions Architecture, EMEA. „Unsere Kunden geben der Enterprise-Version den Vorzug, um ihre regulatorischen Anforderungen in stark regulierten Branchen wie dem Bankenwesen, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, öffentlicher Sektor und so weiter zu erfüllen.“
Technologische Architektur und Wendepunkt
Die technologische Architektur beider Plattformen ruht auf drei Säulen, die nahtlos ineinandergreifen: Die Basis bildet Trino als quelloffene, massiv-parallele SQL-Query-Engine, die in der Lage ist, Daten aus über 50 verschiedenen Quellen wie S3, Snowflake, SAP, Kafka oder klassischen SQL-Servern gleichzeitig abzufragen und logisch zu verknüpfen. Zur Steigerung der Performance nutzt Starburst die proprietäre Technologie Warp Speed, eine Indizierungs- und Caching-Lösung, die die Geschwindigkeit von Abfragen laut Herstellerangaben um das bis zu Zehnfache erhöht. Ergänzt werden die beiden durch das offene Tabellenformat Apache Iceberg, das moderne Warehouse-Funktionen wie ACID-Transaktionen auf kostengünstigen Cloud-Speichern ermöglicht und somit die Brücke zwischen klassischer Datensicherheit und moderner Skalierbarkeit schlägt.
Ein entscheidender Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte war mit der Einführung des Starburst AI Agent und der AI Workflows im vergangenen Jahr erreicht. Während der AI Agent ein intuitives, konversationsbasiertes Interface für komplexe Abfragen in natürlicher Sprache bietet, erlauben die AI Workflows die direkte Integration mittels SQL von KI-Logik wie Vector-Search oder LLM-Tasks in die bestehende Architektur. Die technologische Reife wurde im Oktober erreicht, als Starburst die Weiterentwicklung zum AI-Ready-Lakehouse verkündete und den Model Context Protocol Server vorstellte, der es modernen KI-Systemen erlaubt, föderierte Daten sicher als Langzeitgedächtnis zu nutzen.
Korbinian Zollner, Head of Solutions Architecture, EMEA bei Starburst.
(Bild: Starburst)
„Wir werden in Kürze Starburst AIDA, kurz für AI Data Assistant, vorstellen“, gibt Zollner Einblick in die Roadmap. AIDA ist die dialogbasierte KI-Schnittstelle von Starburst, mit der Anwender in natürlicher Sprache auf Unternehmensdaten zugreifen können, anstatt Dashboards oder SQL zu verwenden. Sie basiert auf der Datenplattform von Starburst und ermöglicht es Anwendern, Fragen zu stellen, Diagramme oder Erklärungen sofort zu generieren und Daten iterativ und in Echtzeit über verschiedene Datenquellen hinweg zu analysieren. „Im Wesentlichen ersetzt AIDA den traditionellen BI-Workflow – Tickets, Dashboards und vordefinierte Berichte – durch ein KI-gesteuertes Interaktionsmodell, in dem Anwender direkt Fragen stellen und aufbereitete Antworten aus verteilten Unternehmensdaten erhalten“, so der Chefarchitekt weiter.
Im Angesicht von Giganten wie Snowflake oder Databricks
In der direkten Konkurrenz zu Giganten wie Snowflake oder Databricks verfolgt Starburst eine gänzlich andere Philosophie. Während herkömmliche Modelle oft den zeitintensiven Import von Daten in proprietäre Systeme erfordern, propagiert Starburst die Überwindung der Datengravitation durch das Prinzip der Zero-Migration. In einer Zeit, in der Datenmengen zu groß und regulatorisch zu sensibel für ständige physische Verschiebungen sind, bringt Starburst die Rechenleistung direkt zum Speicherort. Das befreit Unternehmen effektiv vom Vendor-Lock-in und den oft als Lösegeld empfundenen Gebühren für den Datentransfer, da die Informationen durch die Unterstützung offener Formate stets im Besitz und im nativen Format des Kunden verbleiben. Während viele Marktteilnehmer versuchen, geschlossene Ökosysteme zu errichten, fungiert Starburst als Brückenbauer zwischen verteilten Datendomänen.
Stand: 08.12.2025
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Die technische Umsetzung dieser verlustfreien Datenabfrage basiert auf hochoptimierten Mechanismen wie dem Smart Pushdown. Hierbei wird die Rechenlast so weit wie möglich in die Quellsysteme verlagert, sodass lediglich aggregierte Ergebnisse über das Netzwerk fließen, was die Bandbreite schont und die Effizienz steigert. Warp Speed unterstützt diesen Prozess durch autonomes Indizieren und intelligentes SSD-Caching auf schnellen NVMe-Speichern, wodurch Abfragen, die früher Minuten beanspruchten, nun in Sekundenbruchteilen abgeschlossen werden können. Starburst Galaxy erweitert diese Kapazitäten zudem auf eine globale Ebene und erlaubt es, SQL-Abfragen über verschiedene Cloud-Provider hinweg zu spannen, um beispielsweise Logistikdaten in den USA nahtlos mit europäischen Kundendaten zu verknüpfen, ohne gegen geltende Souveränitätsregeln zu verstoßen.
Kooperation mit Hugging Face
Die strategische Bedeutung der Plattform zeigt sich besonders in der Zusammenarbeit mit Hugging Face, die eine kritische Lücke zwischen der Modellentwicklung im Labor und dem produktiven Einsatz auf echten Geschäftsdaten schließt. Durch die Integration eines Live-Daten-Streams können Entwickler ihre Modelle direkt in der Trainingsumgebung validieren, was die Entwicklungszyklen von Wochen auf wenige Stunden verkürzt. Da Starburst die Daten dabei nicht physisch bewegt, bleiben sensible Rohdaten jederzeit innerhalb der gesicherten Infrastruktur des Unternehmens geschützt. Dies macht die Plattform zum zentralen Nervensystem für moderne KI-Systeme, die autonom handeln und auf das gesamte Wissen eines Konzerns zugreifen müssen.
Für die berufliche Praxis bedeutet Starburst eine große Erleichterung für Datenexperten. Statt 80 Prozent ihrer Zeit mit der Aufbereitung von Silos zu verbringen, können sich Anwender als Modell-Architekten betätigen. Starburst stellt ein umfassendes Buffet an Informationen bereit, das von KI-Modellen effizient konsumiert werden kann. Es ist die Symbiose aus föderierter Rechenpower und generativer Intelligenz, die den rasanten Wachstumsschub von Starburst ermöglicht hat.
Die Zukunft der Datenverarbeitung
Die Architektur von Starburst zeigt, dass die Zukunft der Datenverarbeitung nicht in der Zentralisierung, sondern in der intelligenten Vernetzung liegt. „Das wertvollste Merkmal von Starburst ist die Datenföderation – die Möglichkeit, Daten über viele Systeme hinweg abzufragen und darauf zuzugreifen, ohne sie verschieben oder kopieren zu müssen“, so Zollner. Durch die Nutzung von Standards wie Apache Iceberg und die Integration in moderne Protokolle wie MCP schaffe Starburst eine Infrastruktur, die mit den Anforderungen der Zukunft mitwachse, ohne den Nutzer in neue Abhängigkeiten zu führen. In einer Welt, in der Daten überall und sofort verfügbar sein müssten, stelle dieser schwerelose Ansatz die logische Evolution der Datenanalyse dar.
Tatsächlich wird die Vision von CEO Justin Borgman, Starburst als universelle Zugriffsschicht zu etablieren, durch die aktuelle Marktdynamik eindrucksvoll bestätigt. Die Fähigkeit, heterogene Datenlandschaften ohne Replikation nutzbar zu machen, ist kein reiner technischer Vorteil mehr, sondern eine geschäftskritische Notwendigkeit. In der KI-Ära, in der Geschwindigkeit und Datentiefe über den Markterfolg entscheiden, bietet Starburst die nötige Abstraktion, um Komplexität in Wettbewerbsvorteile zu verwandeln.
Der Verzicht auf physische Datenbewegungen schont das Budget durch wegfallende Transferkosten und erhöht auch die Cyber-Resilienz, da die Angriffsfläche durch den Wegfall zahlreicher temporärer Datenkopien minimiert wird. Starburst beweist somit, dass die effizienteste Art der Datenverwaltung darin besteht, sie dort zu lassen, wo sie am besten aufgehoben sind, und stattdessen die Intelligenz zu ihnen zu bringen.
Starburst in Deutschland
In Deutschland ist Starburst besonders dort vertreten, wo große Datenmengen auf On-Premises-Infrastrukturen oder in hybriden Cloud-Szenarien analysiert werden müssen – ohne die strengen Compliance-Regeln (DSGVO) zu verletzen. Entsprechend stammen besonders viele namhafte Anwender und Partner der Technologie im deutschen Raum aus dem Finanzsektor. Die Branche nutzt Starburst Enterprise, um Daten in lokalen Rechenzentren zu analysieren, während die Analyse-Tools selbst in der Cloud laufen können.
Das Berliner Vorzeige-Unternehmen Zalando ist mutmaßlich der bekannteste Anwender hierzulande. Es pflegt ein dezentrales Data-Mesh mit Starburst/Trino als zentralem Werkzeug, mit dem die verschiedenen Teams ihre eigenen Datenprodukte bereitstellen können. Dann gibt es noch einige Implementierungspartner in Deutschland; als Dienstleister für die öffentliche Hand und Großkonzerne bietet etwa T-Systems Starburst als Teil seiner „Sovereign Cloud“-Lösungen an. Da Starburst auf Open Source basiere und Daten nicht verschiebe, passe es gut zur hiesigen IT-Sicherheitskultur.
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