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Windows sichern wie ein Profi, mit QNAP und ohne Lizenzkosten Windows-Server und -PCs auf QNAP-NAS sichern

Von Thomas Joos 5 min Lesedauer

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QNAP bietet mit NetBak PC Agent eine kostenlose Lösung zur Sicherung kompletter Windows-Systeme auf NAS-Basis. Zusammen mit Hyper Data Protector entsteht eine leistungsstarke Backup-Umgebung für PCs und Server in KMU.

Die lizenzfreie Datensicherungslösung NetBak PC Agent erfasst Dateien, Ordner und komplette Rechnerabbilder.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Die lizenzfreie Datensicherungslösung NetBak PC Agent erfasst Dateien, Ordner und komplette Rechnerabbilder.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Mit dem NetBak PC Agent bietet QNAP eine vollständig lizenzfreie Lösung zur Sicherung von Windows-Systemen, die nicht nur einzelne Dateien oder Ordner, sondern komplette Rechnerabbilder erfasst. Die Anwendung richtet sich an Unternehmen und technisch versierte Anwender, die Windows-PCs und -Server zentral auf einem QNAP-NAS sichern und bei Bedarf vollständig wiederherstellen möchten, ohne zusätzliche Kosten oder Drittanbieter-Software.

Unterstützt werden alle aktuellen Windows-Versionen ab Windows 10, einschließlich Windows 11 sowie Windows Server 2016, 2019, 2022 und 2025. Der NetBak PC Agent bildet zusammen mit Hyper Data Protector auf dem NAS die vollständige Backup-Architektur. Beide Anwendungen stehen kostenlos zur Verfügung.

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Architektur und Funktionsweise von NetBak PC Agent

NetBak PC Agent ist ein Windows-Dienstprogramm, das auf jedem zu sichernden Endgerät installiert wird. Die Anwendung kommuniziert direkt mit Hyper Data Protector (HDP) auf dem QNAP-NAS, wo sämtliche Backup-Jobs zentral verwaltet, gespeichert und versioniert werden. Voraussetzung ist ein NAS-Modell mit x86-Prozessor (Intel oder AMD), mindestens 4 GB RAM und installiertem QTS 4.5.4 oder QuTS hero h4.5.4. Auch Container Station muss aktiv sein, da HDP in einem Container läuft.

Die Einrichtung beginnt mit der Installation von NetBak PC Agent auf dem Client, der nach dem Start die IP-Adresse des NAS abfragt oder dieses über die LAN-Suchfunktion automatisch ermittelt. Nach Eingabe von Benutzername und Passwort wird ein Inventar des Systems erstellt.

Repository-Erstellung und Backup-Konfiguration

Im ersten Schritt wird auf dem NAS ein Repository angelegt, ein dedizierter Ordner für die Sicherungsdaten des jeweiligen Clients. Dieser wird im Agent über „Select Repository“ erstellt und einer vorhandenen Netzwerkfreigabe zugewiesen. Alle weiteren Systeme können dieses Repository mitnutzen oder eigene definieren. Danach folgt die Auswahl der zu sichernden Volumes.

Standardmäßig werden alle vorhandenen Volumes erkannt und vorgeschlagen. Der Agent unterstützt ausschließlich einfache, grundlegende Windows-Datenträger. Dynamische Volumes wie gespiegelte oder übergreifende Datenträger werden nicht erkannt. Auch Storage Spaces lassen sich teilweise sichern; das hängt aber von deren Konfiguration ab. Nur wenn ein RAID im Betriebssystem als einfaches Laufwerk angezeigt wird, ist eine Sicherung möglich.

Planung, Versionierung und Trigger-Events

Nach Auswahl der Quelle erfolgt die Konfiguration des Sicherungsplans. Neben der manuellen Sicherung stehen tägliche, wöchentliche oder monatliche Zeitpläne zur Verfügung. Darüber hinaus kann die Sicherung durch Systemereignisse ausgelöst werden, etwa beim Sperren oder Abmelden des Benutzers. Die maximale Versionierungstiefe liegt bei 65.536 Sicherungsversionen pro Repository oder alternativ 3.650 Tagen. Die Aufbewahrung lässt sich flexibel nach Anzahl oder Zeitraum definieren.

Optional können Komprimierung und Verschlüsselung aktiviert werden. Auch die Netzwerkschnittstelle lässt sich bei Systemen mit mehreren Ports gezielt wählen. Nach Abschluss des Assistenten wird der Auftrag sofort ausgeführt oder planmäßig gestartet. Die erste Sicherung erfolgt immer als Voll-Backup, alle folgenden als inkrementelle Deltas.

Synthetische inkrementelle Sicherungstechnologie

QNAP setzt bei NetBak PC Agent auf eine synthetische inkrementelle Sicherungsstrategie. Dabei wird die initiale Vollsicherung mit jedem neuen Inkrement synthetisch zusammengeführt, sodass sich jederzeit eine vollständige Wiederherstellung aus nur zwei Komponenten, der Erstsicherung und dem letzten Inkrement, erzeugen lässt. Diese Methode reduziert den Speicherbedarf, verkürzt die Sicherungszeiten und schützt gleichzeitig vor inkonsistenten Sicherungsketten.

Insbesondere bei mehreren nahezu identischen Systemen, wie in Labors oder bei Arbeitsplatzgruppen, lassen sich durch die integrierte globale Deduplizierung erhebliche Speicher- und Zeitersparnisse erzielen. In einem Szenario mit fünf baugleichen Windows-11-VMs belegte der kombinierte Backup-Satz auf dem NAS nur rund 60 GB bei einem Gesamtvolumen von über 100 GB.

Bare-Metal-Wiederherstellung über USB-Bootmedium

Für die Wiederherstellung vollständiger Systeme stellt NetBak PC Agent den Recovery Media Creator bereit, mit dem sich ein USB-Stick als bootfähiges Medium erstellen lässt. Dieser Vorgang erfordert die Installation des Windows ADK und Windows PE, wird aber vollständig durch den Assistenten begleitet. Das Medium wird danach im BIOS des Zielsystems als Bootlaufwerk konfiguriert und führt nach dem Start direkt in die Wiederherstellungsumgebung. Dort erfolgt die Anmeldung am NAS mit denselben Zugangsdaten wie beim Backup.

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Nach Auswahl des gewünschten Systems und der Wiederherstellungsversion kann zwischen einer vollständigen Systemwiederherstellung oder der Wiederherstellung einzelner System-Volumes gewählt werden. Eine Volume-Zuordnung ist möglich, erfordert aber Vorsicht, da ungenutzter Speicherplatz bei abweichender Zielgröße verloren gehen kann.

Einzeldateiwiederherstellung mit Backup Explorer

Neben vollständigen Systemwiederherstellungen erlaubt NetBak PC Agent den Zugriff auf einzelne Dateien oder Ordner über den Backup Explorer in Hyper Data Protector. Über eine Kalenderansicht können spezifische Zeitpunkte ausgewählt und vorhandene Dateiversionen gezielt durchsucht werden. Downloads erfolgen direkt im Browser. So lassen sich versehentlich gelöschte Dateien, fehlerhafte Änderungen oder ältere Dateistände ohne Systemwiederherstellung wiederherstellen.

Auch für Dateivergleiche zwischen Versionen ist die Funktion geeignet, etwa beim Arbeiten mit Office-Dateien oder Konfigurationsdaten. Verschlüsselte Sicherungen sind nur mit vorherigem Passwortzugriff lesbar.

Einschränkungen und Besonderheiten

Die Software unterstützt derzeit keine dynamischen Datenträger, keine BIOS-Backups und keine stündlich getakteten Sicherungen. Letztere lassen sich durch Systemereignisse oder manuelle Interaktion umgehen. Für Sicherungen über das Internet empfiehlt QNAP ausdrücklich den Einsatz von VPN-Verbindungen. Eine direkte Sicherung über offene Ports ist zwar technisch möglich, wird aber aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen.

Die Bootmedien müssen auf einem Windows-System erstellt werden. ISO-Images oder Netzwerkinstallationen direkt vom NAS werden derzeit nicht unterstützt, sind aber laut QNAP als Feature-Requests aufgenommen.

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Qsync und zusätzliche Backup-Optionen

Für den Fall, dass nur bestimmte Ordner oder Dateigruppen gesichert werden sollen, etwa im Rahmen von Projektordnern oder als Versionierungslösung, empfiehlt QNAP ergänzend den Einsatz von Qsync. Diese Anwendung erlaubt das gezielte Backup einzelner Ordner mit optionaler Versionierung. In Kombination mit QuTS hero und aktivierten Snapshots lassen sich so bis zu 65.000 Snapshots verwalten. Die Daten lassen sich auch dann wiederherstellen, wenn sie lokal gelöscht wurden.

Praxis und Anwendungsbeispiele

In typischen Szenarien sichert ein Unternehmen alle Büro-PCs und -Server einmal täglich über eine Zeitplanregel. Bei Systemabstürzen oder Malware-Infektionen erfolgt die Wiederherstellung über ein zuvor erstelltes USB-Medium. Die Backup-Verwaltung läuft zentral über Hyper Data Protector, während NetBak PC Agent auf jedem Endgerät als Dienst im Hintergrund arbeitet. Im Notfall lassen sich einzelne Dateien über die Weboberfläche wiederherstellen, ein komplettes System auf neue Hardware migrieren oder ältere Versionen zur Fehleranalyse heranziehen.

Auch der Einsatz auf virtuellen Maschinen ist möglich. Für Testumgebungen, Schulungsrechner oder standardisierte Desktop-Pools ist die Lösung damit ebenso geeignet wie für produktive Büroarbeitsplätze und Server mit einfacher Volumenstruktur.

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