Die Anforderungen an Datensicherung verändern sich rasant. Klassische Verfahren stoßen durch SaaS-Nutzung, Angriffe und regulatorischen Druck zunehmend an Grenzen. Jetzt sind Lösungen gefragt, die nicht nur speichern, sondern frühzeitig erkennen, aktiv schützen und schnell wiederherstellen. Trends wie Zero-Trust, KI-basierte Anomalieerkennung und automatisierte Recovery prägen die neue Backup-Generation.
„Unternehmen, die auf moderne Backup-Technologien setzen, verabschieden sich von veralteten Strukturen und schaffen eine belastbare Grundlage für stabile Geschäftsprozesse“, fasst Angela Heindl-Schober in diesem Gastbeitrag zusammen.
In vielen Unternehmen ist Datensicherung historisch gewachsen – mit unterschiedlichen Tools, isolierten Workflows und teils überlappenden Verantwortlichkeiten. Das funktionierte, solange Daten zentral lagen und sich Änderungen planbar vollzogen. Doch IT-Infrastrukturen sind heute dynamischer, Datenquellen vielfältiger und Ausfallrisiken unmittelbarer geworden. Um Daten verlässlich zu schützen und im Ernstfall schnell wieder handlungsfähig zu sein, braucht es neue Konzepte. Sie müssen aktuelle Technologien nutzen, die Sicherheit, Automatisierung und Wiederherstellung vereinen.
Auswirkungen der SaaS-Nutzung auf die Datensicherung
Die zunehmende Nutzung von SaaS-Anwendungen verschärft die Anforderungen an die Datensicherung. Unternehmensdaten liegen heute auf lokalen Systemen, verschiedenen Cloud-Umgebungen und bei SaaS-Anbietern wie Microsoft 365, Salesforce oder Google Workspace.
Laut dem „State of SaaS Resilience Report“ haben 53 Prozent der Unternehmen keinen vollständigen Überblick über ihre SaaS-Umgebungen. Fast 70 Prozent berichten, dass ihre Backup-Daten bei Angriffen betroffen waren. 59 Prozent verlassen sich nur auf SaaS-eigene Backup-Funktionen, die oft nicht ausreichen. 90 Prozent können SaaS-Daten nicht innerhalb einer Stunde wiederherstellen.
Diese Zahlen zeigen, dass klassische Backup-Methoden bei SaaS-Daten nicht mehr genügen. Unternehmen brauchen umfassenden Schutz und effiziente Wiederherstellungsoptionen.
Von Datensicherung zu Cyber-Resilience
Die Datensicherung hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Früher lag der Focus auf regelmäßigen Backups physischer Medien. Mit Cloud- und hybriden Systemen wuchs die Notwendigkeit, Backup, Disaster Recovery und Sicherheitskontrollen zu vereinen. Dieser ganzheitliche Ansatz heißt „Cyber-Resilience“. Moderne Systeme automatisieren Wiederherstellungstests und steuern Wiederanläufe. So sinken Ausfallzeiten, die Geschäftskontinuität bleibt erhalten, und Angriffe werden besser abgewehrt.
Moderne IT-Umgebungen erfordern neue Technologien. Drei zentrale Trends heben Sicherheit, Übersicht und Wiederherstellung auf ein neues Niveau:
1. Zero Trust: Schutz durch konsequente Zugriffskontrolle
Zero Trust bedeutet, niemandem Zugriff automatisch zu gewähren – weder intern noch extern. Jeder Zugriff auf Sicherungsdaten wird geprüft und auf das Minimum beschränkt. Unveränderbare Backup-Formate (immutable backups) verhindern Manipulationen. Das erschwert Angreifern den Zugriff erheblich. Angesichts steigender Ransomware-Angriffe, die Backups kompromittieren, ist Zero Trust unverzichtbar.
2. KI-gestützte Anomalieerkennung: Frühwarnsystem für Angriffe
Traditionelle Backup-Systeme reagieren meist erst nach Angriffen. KI verändert das, indem sie Datenmuster kontinuierlich analysiert. Ungewöhnliche Löschvorgänge, plötzliche Änderungen oder untypische Zugriffsmuster werden erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet, bevor Schaden entsteht. Gerade bei SaaS-Umgebungen ist das entscheidend, weil oft native Schutzmechanismen fehlen.
3. Integration von Backup und Disaster Recovery (DR): Weg zur Cyber-Resilience
Moderne Lösungen verbinden Backup und Notfallwiederherstellung. Sie ermöglichen automatisierte Tests, koordinieren Wiederanlaufprozesse und validieren Recovery-Pläne kontinuierlich. So können Ausfälle proaktiv minimiert und der Betrieb gesichert werden.
Handlungsempfehlungen für moderne Datensicherung
Unternehmen sollten Backup-Lösungen auf mehreren Säulen aufbauen:
Zero Trust implementieren, um Zugriffe zu kontrollieren und Sicherungen unveränderbar zu machen.
KI-gestützte Anomalieerkennung nutzen, um Angriffe frühzeitig zu erkennen und automatisierte Alarmierungen einzuführen.
SaaS-Daten zentral sichern, um Fragmentierung zu reduzieren und Übersicht zu gewinnen.
Backup und Disaster Recovery zusammenführen, um Abläufe zu automatisieren und Tests sicherzustellen.
Compliance einbinden und von NIS-2, DSGVO und weiteren Vorgaben dokumentieren.
Diese Maßnahmen bilden eine widerstandsfähige Basis für den Schutz moderner IT-Umgebungen.
Zukunftssichere Lösungen beginnen beim Backup
Angela Heindl-Schober, Senior Vice President bei HYCU.
(Bild: HYCU)
Unternehmen, die auf moderne Backup-Technologien setzen, verabschieden sich von veralteten Strukturen und schaffen eine belastbare Grundlage für stabile Geschäftsprozesse. Zero Trust, KI-gestützte Anomalieerkennung und integrierte Recovery bringen Sicherheit, Übersicht, Tempo und Zukunftsfähigkeit. Wer diese nutzt, macht Datensicherung zum aktiven Beitrag für Stabilität und Wachstum.
* Die Autorin: Angela Heindl-Schober, Senior Vice President bei HYCU
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