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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

1999 bis 2005 – die Epoche der Multiplattform-Systeme und des Fibre Channel SAN und NAS, Teil 4

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Zweite Generation der Jaguar-Laufwerke

Im November 2005 wurde die zweite Generation der Jaguar-Laufwerke verfügbar. Die 3592 Generation 2, die Marketingseitig als TS1120-Laufwerk (TS steht für Tape System) bezeichnet wird, war und ist das erste Bandlaufwerk, das mit zwei 4-Gbit-Fibre-Channel-Schnittstellen angesteuert wird und dadurch auf komprimierter Basis eine Datenrate von 260 Megabyte pro Sekunde realisiert. Die bisher verwendete 8-Spur-Technik wurde auf 16-Spur-Technik umgestellt und die Induktion der Köpfe wurde nochmals verdoppelt, sodass noch „bessere“ Bits auf dasselbe Medium geschrieben werden können.

Die mit kurzer Bandlänge gestaltete 60-Gigabyte-Kassette wird beim Beschreiben mit der zweiten Generation zur 100-Gigabyte-Kassette und die 300-Gigabyte-Kassette wird zur 500-Gigabyte-Kassette. Jaguar 2 schreibt mit einer unglaublichen Datenrate von 100 Megabyte pro Sekunde 896 Spuren auf die 3592-Kassetten. Aufgrund der extrem gut erzeugten Streufelder von Bits und Tapemarks konnte die Streaming-Geschwindigkeit beim High Speed Search auf 10 ms erhöht werden. Das heißt, das Band spult bei einer File-Anforderung mit 36 km in der Stunde vor.

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Einmalig im Markt

Diese hohe Geschwindigkeit ist einmalig im Markt und erlaubt trotz hochkapazitiver Kassetten durchschnittliche Zugriffszeiten von 27 Sekunden (100-Gigabyte-Kassette) und 46 Sekunden (500-Gigabyte-Kassette). Auch der Stromverbrauch konnte auf 46 Watt reduziert werden. Vergleichbare Laufwerke benötigen heute das Doppelte an Strom.

Auch die einmalige Funktion des Virtual Backhitch wurde durch die Verwendung eines 512 Megabyte großen Pufferspeichers (Generation 1 hatte Pufferspeicher mit 128 Megabyte) und durch zwei eingebaute Control Units weiter optimiert. Im Vergleich zu LTO bietet die Jaguar-Technologie neben überschreibbaren Kassetten auch WORM (Write Once Read Many)-Kassetten an. 3592-WORM-Kassetten sind hochpreisiger im Vergleich zu LTO3-WORM-Kassetten, bieten aber neben allen WORM-Sicherheiten den Vorteil, dass das Fortschreiben immer möglich ist, auch wenn in dem Bereich, wo fortgeschrieben werden muss, fehlerhafte Spuren oder Spurbereiche vorkommen sollten.

Appendflags

Dies wird dadurch sichergestellt, dass bei 3592-Kassetten auf den Servobändern nicht nur die WORM-Kennzeichnung aufgebracht wird, sondern zusätzlich sogenannte Appendflags, die für die Fehlerkorrektur herangezogen werden. LTO3-WORM-Kassetten arbeiten ohne Appendflags, d. h., gibt es beim Fortschreiben der Kassette fehlerhafte Bereiche, dann lässt sich die LTO-WORM-Kassette einfach nicht mehr weiterschreiben.

Ende Oktober 2006 kündigte IBM eine neue 700-Gigabyte-Kassette für die TS1120-Laufwerke an. Damit stehen jetzt drei Kassetten (überschreibbar und als WORM) zur Verfügung: Die 100-Gigabyte-Kassette mit 120 Metern Bandlänge, die 500-Gigabyte-Kassette mit 609 Metern Bandlänge und die neue 700-Gigabyte-Kassette mit 825 Metern Bandlänge.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem IBM-System-Storage-Kompendium. Hier finden Sie das vollständige Kompendium in Form eines Whitepapers.

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