Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

2006 bis 2010 – die Epoche der Server-basierenden Speichersysteme und der Speichervirtualisierung, Teil 11

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IBM übernimmt Diligent

Im April 2008 aquiriert IBM die israelische Firma Diligent, um mit der Diligent-Technologie namens ProtecTIER die Herausforderungen Datenwachstum und den Wunsch nach längerer plattenbasierter Datenvorhaltung innerhalb der Datensicherung zu adressieren. ProtecTIER ist eine für den Enterprise-Markt prämierte und seit fünf Jahren bewährte Softwarelösung, die die Technologien Virtuelle Tape Library (VTL) und Daten-De-Duplizierung (DDD) vereint. Die DDD-Engine innerhalb der ProtecTIER-VTL-Lösung heißt Hyperfactor.

IBM Daten-De-Duplizierung mit ProtecTIER und Hyperfactor

Nach der Übernahme von Diligent etabliert IBM einen Produktplan, um die ProtecTIER-VTL-Lösung mit Hyperfactor in geeignete IBM-Hardware-Produkte umzusetzen. Bereits im August 2008 erfolgt die erste Ankündigung der Gateway-Lösungen, also xSeries-basierende Server, die Plattensystemen, die als Backup-Repository dienen, vorgeschaltet werden und mit dem ProtecTIER und Hyperfactor-Algorithmus arbeiten. Im Februar 2009 kündigt IBM die entsprechenden Lösungen als Appliances an und im Juli 2009 erfogt die Ankündigung der direkten Replikationsmöglichkeit der Gateways.

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HyperFactor als Data De-Duplizierung ist ein mathematischer Algorithmus, der auf variable Bit-Block-Vergleiche schon gespeicherte Blöcke herausfiltert, sodass sie nicht doppelt abgespeichert werden. Hyperfactor vermeidet also die Abspeicherung von Duplikaten. Die Einsparung ist dabei direkt vom erzielten De-Duplizierungsfaktor abhängig, der bis zu Faktor 25 gehen kann. Vor allem bei Backup-Verfahren, die viele Full Backups beinhalten und eine relativ lange Retention-Periode haben, werden die höchsten De-Duplizierungsfaktoren erreicht. Bei TSM sind die Faktoren wesentlich kleiner, weil TSM schon auf Incremental-Basis arbeitet und nur die entstandenen Änderungen im Backup wegschreibt.

ProtecTIER Gateway TS7650G

Nachdem das ProtecTier Gateway zwischen den Servern und den Disksystemen, auf die der Backup gemacht werden soll, installiert ist, werden die Hyperfactor-Algorithmen dazu verwendet, redundante Daten herauszufiltern. Dazu ist ein Index notwendig, über den festgestellt werden kann, welche Datenblöcke bereits im Repository, d. h. auf den Disksystemen abgespeichert sind. Der Algorithmus analysiert den ankommenden Datenstrom und stellt über den Index Ähnlichkeiten fest (agnostisches Verfahren). Werden keine Ähnlichkeiten gefunden, wird der entsprechende Block direkt im Repository gespeichert.

Bei Ähnlichkeiten werden die entsprechenden Blöcke vom Repository eingelesen und mit den neuen Daten verglichen. Dabei werden die identischen Daten herausgefiltert und nur die verbleibende Differenz wird im Repository neu abgespeichert. Über diese Methode ist eine 100%ige Datenintegrität gewährleistet.

Weiter mit: Der Index umfasst vier Gigabyte

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