Eine gute Datensicherung sollte vollautomatisch arbeiten

5 Gründe weshalb Snapshots nicht funktionieren

| Autor / Redakteur: Robert Romanski / Rainer Graefen

Snapshots verursachen Managementprobleme.
Snapshots verursachen Managementprobleme. (Bild: pict rider - Fotolia.com_119588191)

Hardware-basierte Snapshots sind äußerst effizient. Größere Veränderungen in der IT-Umgebung behindern in der Praxis jedoch häufig die manuellen Snapshot-Prozesse. Die daraus entstehende Komplexität ist nur mit großem Aufwand beherrschbar.

Snapshop-basierte Tools zur Datensicherung sollten eigentlich Backup-Probleme lösen. Aber warum funktionieren die Backups trotzdem nicht? Bei Unternehmen, die ihre Snapshots manuell verwalten oder sich auf "Marke Eigenbau" verlassen, kann dies verschiedene Ursachen haben.

Herausforderung 1 – VMs und große Upgrades

Virtuelle Maschinen (VMs) sind zusammen mit Updates für Anwendungen oder Betriebssysteme der erste große Punkt, an dem in der Regel Snapshot-Probleme auftreten.

VMs werden häufig genutzt, um Anwendungen schneller bereitstellen zu können. Ein Snapshot-Plan mit Skript-Array kann die Bereitstellungszeit stattdessen verlängern, da VMs die Datenschutzumgebungen komplexer machen. Wie zum Beispiel sind Snapshots zu planen, wenn mehrere verschiedene VMs auf jeder "Logical Unit Number" (LUN) vorhanden sind?

Das Beispiel zeigt, dass größere Veränderungen an der Umgebung in der Praxis häufig die manuellen Snapshot-Prozesse behindern. Dies kann ein Upgrade für das Betriebssystem oder die Anwendung selbst sein, wodurch die Skript-Parameter aktualisiert werden müssen.

Hierbei kann Technologie mit Hypervisor-Integration für VMware und Hyper-V helfen, die Virtualisierungsumgebungen nativ versteht. Diese sollte zudem Anwendungen automatisiert bereitstellen können, um Anwendungen und Betriebssysteme einfach integrieren zu können.

Herausforderung 2 – Integration von Anwendungen und Speicher

Die Integration von Anwendungen und Speicher ist ein weiterer Grund dafür, dass manuell verwaltete Snapshots häufig nicht funktionieren. Datensicherungslösungen, die eine manuelle Verwaltung von Snapshots erfordern, müssen auch manuell zwischen den Anwendungen und dem Speicher integriert werden.

Dies stellt eine enorme Herausforderung dar, die viele Einzelschritte und eine lange Implementierungszeit sowie umfassendes Anwendungs- und Storage-Fachwissen erfordert. Wenn die manuelle Integration abgeschlossen ist, kann es passieren, dass die Skripte zur Orchestrierung nicht mehr funktionieren.

Selbst ein einziges übersehenes Zeichen oder eine zusätzliche Leerstelle kann zu einem fehlerhaften Skript führen.

Hilfreich sind hierbei Lösungen, die Snapshots automatisiert ausführen und dabei Standardvorgänge integrieren.

Herausforderung 3 – Herausforderungen rund um den Speicher

Ein weiterer Grund, warum Snapshots eventuell nicht funktionieren, ist die Speicherumgebung. Manuell verwaltete Snapshot-Lösungen reagieren beispielsweise sehr empfindlich auf Änderungen in Speichersystemen.

Eine Aktualisierung der Speicherhardware macht in der Regel alle Skripte funktionsunfähig und zieht eine Aktualisierung des neuen Speichers nach sich. Wechselnde Kapazitätsanforderungen, neu hinzugefügte Disk-Plätze und die Datenmigration dorthin können die Vorgänge ebenso beeinflussen. Das wiederum macht oft Änderungen und erneute Tests der Skripte unumgänglich.

Ein weiteres gängiges Szenario sind Disk-Arrays verschiedener Anbieter. Falls diese im Unternehmen eingesetzt werden, sind verschiedene Backup-Toolsätze mit jeweils eigenen Skripten nötig. Diese Skripte jedoch können nicht zwischen verschiedenen Disk-Systemen übertragen werden, da jedes über eigene APIs verfügt. Hier kann ein Tool helfen, das Änderungen der zugrundeliegenden Hardware erkennt und Snapshots automatisch aktualisiert.

Herausforderung 4 – Getrennte Alerts und Reporting

Wenn die wichtigsten Funktionen einer Backup-Lösung nicht integriert sind oder von verschiedenen Tools durchgeführt werden, erschwert dies die Analyse des Status der Datensicherungssysteme. Sobald zusätzlich noch manuell verwaltete Snapshots hinzukommen, wird die Situation zur echten Herausforderung.

In selbst gestalteten Snapshot-Umgebungen werden unterschiedliche Funktionen von verschiedenen, nicht miteinander integrierten Toolsätzen durchgeführt. Alarm- und Überwachungsfunktionen sind ebenso wie die Skripte gänzlich vom Reporting ausgeschlossen und machen deswegen separate Tools für diese Aufgaben unverzichtbar. Woher soll der Alert kommen, wenn Ihr Snapshot-Skript nicht funktioniert?

Selbst integrierte Tools sind bei veränderten Umgebungen sehr anfällig. Hinzu kommt, dass die Funktion der Kapazitätsplanung in manuell verwalteten Systemen nicht intelligent implementiert ist. Wachstumsanforderungen beispielsweise müssen manuell eingesetzt werden.

Hier können vereinheitlichte Abläufe weiterhelfen, die Reporting, Monitoring und andere wichtige Funktionen wie beispielsweise die Kapazitätsplanung innerhalb der Anwendungs- und Speicherumgebungen integriert bereitstellen.

Herausforderung 5 – Mitarbeiter

Der wichtigste Grund dafür, wenn Snapshots nicht funktionieren, ist vielleicht gar nicht technologischer Art – es könnte auch an den Mitarbeitern liegen. Das macht die Lösung nicht einfacher. Da Snapshots die jeweiligen Teams für Anwendungen, Datenspeicherung, Virtualisierung und Datensicherung betreffen, liegt eine teamübergreifende Verantwortung vor: Wenn mehrere Mitarbeiter an einem einzigen Wiederherstellungsvorgang beteiligt sind, wird die richtige Koordinierung zur Herausforderung.

Ein weiteres Problem bei manuell verwalteten Snapshots liegt darin, dass Wiederherstellungsprozesse komplex sind und es nur begrenzte Möglichkeiten für granulare Wiederherstellungen gibt. In diesen Umgebungen wird gelegentlich eine ganze LUN kopiert, nur um eine einzelne Datei wiederherzustellen.

Auch kann nicht sichergestellt werden, dass lediglich die verantwortlichen Teams Zugriff auf das System haben. Weil der Zugriff über mehrere Systeme verteilt ist, wird die Zugriffskontrolle noch weiter erschwert. Außerdem erhöht sich das Konfliktpotential, wenn Storage-Teams auf Anwendungen oder Anwendungsteams auf Storage-Systeme zugreifen müssen.

Unternehmen sind hier auf Lösungen angewiesen, die sicherstellen, dass jedes Team nur auf die benötigten Bereiche zugreifen kann. Werden außerdem alle Schritte detailliert protokolliert, sind sie auch nachvollziehbar. Das komplizierte Koordinieren mehrerer Teams lässt sich umgehen, wenn die Wiederherstellung weitgehend automatisiert ist. Dies sollte im Idealfall sowohl für Anwendungen, aber auch einzelne Dateien und Objekte möglich sein, ohne dafür große Mengen an Daten wiederherstellen zu müssen.

Die genannten Snapshot-Probleme zeigen, dass noch viele Fallgruben bei der Erstellung und dem Verwalten von Snapshots zu überspringen sind. Unternehmen, die ähnliche Probleme bei sich feststellen, sollten möglicherweise ihre bisherige Strategie überdenken und ihr Backup und die Wiederherstellung intelligenter und damit erfolgreicher umsetzen.

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