Daten sind längst zur sicherheitskritischen Ressource geworden. Ob Verteidigung, Katastrophenschutz oder Betreiber kritischer Infrastrukturen – überall entstehen riesige Mengen unstrukturierter Informationen. Je komplexer die Einsatzszenarien, desto wichtiger wird die Dateninfrastruktur: Sie soll nicht nur Speicher bereitstellen, sondern Daten intelligent verwalten, verschlagworten und verteilen.
Daten sind heute eine kritische Ressource mit erheblichen Sicherheitsanforderungen. Eine intelligente Dateninfrastruktur ermöglicht es, Datenströme effizient zu erfassen, mit Metadaten anzureichern und über sichere Netzwerke zu verteilen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Sensoren, Kameras, Satelliten, Drohnen oder IoT-Systeme generieren täglich enorme Datenvolumen. In klassischen Architekturen werden diese Informationen oft unzureichend verarbeitet: Daten werden lokal gespeichert, nachträglich manuell aufbereitet und erst verspätet für Analysen bereitgestellt. Für sicherheitskritische Organisationen bedeutet das einen gravierenden Nachteil – Entscheidungen müssen dann auf Basis unvollständiger oder veralteter Informationen getroffen werden.
Eine intelligente Dateninfrastruktur setzt genau hier an. Sie ermöglicht es, Datenströme unmittelbar zu erfassen, automatisch mit Metadaten anzureichern, über abgesicherte Netzwerke zu verteilen und nach vordefinierten Regeln zu archivieren oder zu löschen. So wird aus reiner Datenspeicherung ein aktives Datenmanagementsystem, das operative Prozesse unterstützt.
Architektur: vom Speicher zum Datenökosystem
Unter anderem kann eine intelligente Dateninfrastruktur auf softwaredefinierten Objektspeichern basieren. Diese Systeme unterstützen Standards wie S3 oder REST und lassen sich nahtlos in Analyse-Umgebungen einbinden. Über automatisiertes Lifecycle-Management können Daten priorisiert, verschoben oder gelöscht werden – abhängig von Relevanz, Sicherheitsstufe oder gesetzlicher Aufbewahrungsfrist.
Ein zentraler Mehrwert entsteht durch die Integration von Metadaten: Dateien oder Objekte werden nicht nur gespeichert, sondern automatisch verschlagwortet. Dadurch lassen sich kritische Informationen in Sekunden auffinden, anstatt sie in unstrukturierten Datenbergen suchen zu müssen. Gleichzeitig erlaubt die Architektur eine verteilte Speicherung: Daten können an verschiedenen Standorten redundant vorgehalten werden, ohne die Konsistenz zu verlieren.
Cyber-Resilienz als Grundprinzip
In sicherheitskritischen Szenarien zählt nicht allein Geschwindigkeit, sondern auch die Widerstandsfähigkeit. Intelligente Dateninfrastrukturen setzen daher auf End-to-End-Verschlüsselung, rollenbasierte Zugriffskontrollen (RBAC), Zero-Trust-Modelle sowie Redundanzmechanismen wie Erasure-Coding und Replikation. So bleibt die Integrität sensibler Informationen auch bei Hardwareausfällen oder Cyberangriffen gewahrt.
Besonders relevant ist dies bei der Zusammenarbeit über Organisations- oder Ländergrenzen hinweg. Nur wenn Daten geschützt, standardisiert und nachvollziehbar bereitgestellt werden, lassen sich gemeinsame Lagebilder erzeugen – etwa im Rahmen von NATO-Missionen, bei der Katastrophenhilfe oder in europäischen Energieverbünden.
Praxisbeispiel: maritime Aufklärung in Großbritannien
Ein Beispiel für den praktischen Einsatz liefert die britische Royal Air Force (RAF) am schottischen Standort Lossiemouth. Dort unterstützt eine Flotte von P-8-Poseidon-Flugzeugen die maritime Aufklärung und U-Boot-Abwehr. Bei jeder Mission fallen enorme Mengen sensorgenerierter Daten an, die erfasst, verschlagwortet, verteilt und in kürzester Zeit analysiert werden müssen.
Um diese komplexen Workloads zu bewältigen, setzt die RAF auf die softwaredefinierte Objektspeicherlösung StorageGRID von NetApp. Sie bildet das Rückgrat der Dateninfrastruktur, übernimmt automatisiertes Lifecycle-Management, stellt Schnittstellen für die Auswertung bereit und erfüllt zugleich die hohen Anforderungen an Cyber-Resilienz und Verfügbarkeit im militärischen Betrieb. Durch sie sinkt die Zeitspanne von der Datenerhebung bis zur einsatzfähigen Auswertung von Tagen auf Stunden oder sogar Minuten.
Das Einsatzbeispiel von NetApp StorageGRID verdeutlicht hier, wie eine durchdachte Datenarchitektur die Reaktionsfähigkeit erhöht und es militärischen wie zivilen Organisationen erlaubt, in dynamischen Szenarien handlungsfähig zu bleiben.
Übertragbare Erkenntnisse für zivile Infrastrukturen
Die Konzepte hinter einer intelligenten Dateninfrastruktur sind nicht auf den Verteidigungsbereich beschränkt. Auch in der zivilen Sicherheit – etwa bei Energieversorgern, im Verkehrsmanagement oder in der Gesundheitsversorgung – sind Datenvolumen und Sicherheitsanforderungen vergleichbar. Betreiber kritischer Infrastrukturen profitieren von denselben Mechanismen: schnellem Zugriff auf relevante Informationen, sicherer Verteilung über Standorte hinweg und hoher Resilienz gegen Ausfälle oder Angriffe.
Stand: 08.12.2025
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Fazit
Sebastian Mayr, Client Executive Bundeswehr/BWI bei NetApp.
(Bild: NetApp)
Intelligente Dateninfrastrukturen entwickeln sich zur strategischen Grundlage moderner Sicherheitsarchitekturen. Sie transformieren Daten von einer passiven Ressource in einen aktiven Faktor für Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit. Für nationale Sicherheit, kritische Infrastrukturen und Behörden gleichermaßen gilt: Nur wer seine Daten intelligent erfasst, schützt und nutzbar macht, bleibt in einer zunehmend komplexen Bedrohungslage resilient.
* Der Autor: Sebastian Mayr, Client Executive Bundeswehr/BWI bei NetApp
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