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Gewöhnung an Licht statt Kupfer
Dass die elektronischen Signale in ein optisches Signal gewandelt, übertragen und wieder gewandelt werden, macht Kabellängen möglich, die mit Kupferkabeln nicht zu erreichen sind. So hat Intel die bekannten Thunderbolt-Kabel nur bis drei Meter spezifiziert, mit USB 3.0 sind dank geringerer Übertragungsraten immerhin fünf Meter möglich.
Nach eigener Aussage realisiert Corning nun Tunderbolt-Kabellängen bis 100 Meter und bis 30 Meter über USB 3.0. Kürzere Kabellängen sind für 5,5, 10 und 15 Metern ebenfalls erhältlich. Der Vorteil der optischen Datenübertragung sind längere Distanzen ohne Verlust an Geschwindigkeit. Die nimmt mit den optischen Medien aber auch nicht zu, sondern stagniert bei zehn Gigabit pro Sekunde mit Thunderbolt und 5 Gbit/s mit USB 3.0.
Im Gegensatz zum Kupferkabel versorgen die optischen Medien angeschlossene Geräte nicht mit Strom, so dass ein Netzteil zur separaten Stromzufuhr erforderlich ist. Mit einem Kupferkabel stellt Thunderbolt einem Peripheriegerät hingegen 10 Watt Leistung bereit.
Externe SSD-Arrays im Kommen
Die optischen Kabel eignen sich für Anwendungs-Szenarien, für die kabellose Netze mit WLAN oder Bluetooth keinen ausreichenden Datendurchsatz liefern. So lassen sich damit bis zu sechs externe Highspeed-Festplatten, HD-Displays und Video-Komponenten in Reihenschaltung, also ohne Hub und Switch, anschließen.
Da auch PCI Express in Thunderbolt übernommen wurde, lassen sich externe RAID-Arrays oder datenhungrige Geräte für Videoaufzeichnung direkt an einen Mac anschließen. Mit PCI Express und einem Adapter kann man auch auf Netzwerke mit Gigabit Ethernet und Fibre Channel zugreifen. Da die Kabel länger sein können, ließen sich Massenspeicher mit Kühlbedarf oder Geräuschentwicklung mühelos in separaten Räumen unterbringen.
Zertifiziert sieht anders aus
Inzwischen hat man bei Intel, wo der Ursprung von Thunderbolt zu suchen ist, einem optischen Kabel von Sumitomo Electric das offizielle Thunderbolt-Zertifikat verliehen. Das Kabel hat den gleichen Durchmesser wie herkömmliche Thunderbolt-Kabel, lediglich der Stecker ist etwas größer geworden. Wie mit den optischen Kabeln von Corning lassen sich bis zu sechs Geräte in Reihe schalten, und die Stromversorgung von angeschlossenen Geräten ist ebenfalls nicht möglich.
Die optischen Kabel entsprechen dem ursprünglichen Gedanken bei Intel, Thunderbolt mit optischen Signalen umzusetzen. Immerhin sollte Thunderbolt zunächst sogar "Light Peak" heißen. Mit den neuen optischen Kabeln erhalten die Anwender auf jeden Fall mehr Flexibilität und Komfort im Umgang mit anspruchsvollen Massenspeichern und Peripherie-Geräten.
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